Im nächsten Jahr jährt sich die Veröffentlichung des Georg Orwell-Klassikers zum 50. Mal. Für eine Würdigung dieses Jubiläums ist es vielleicht noch etwas zu früh, dies aber auch nur vielleicht. Gestern jedenfalls fand ich in der »Welt« diesen Artikel zur Frage, wie der neue Personalausweis, der so genannte E-Ausweis, gestaltet werden soll.

Zitat: »Die Fingerabdrücke sollen nur im E-Ausweis gespeichert werden, nicht aber in einer Zentraldatei. Damit kann nur die Identität des Ausweisträgers überprüft werden. Ein Abgleich etwa mit Informationen aus Straftäterdateien ist hingegen nicht möglich. Nach diesem Muster wurde auch schon der biometrische Reisepass eingeführt.« Quelle: Die WELT

Wie jeder aufgeklärte Bürger stelle ich mir nun die Frage, ob dies wirklich das letzte Wort zu diesen Thema ist, denn eigentlich kann ich mir keinen Innenminister vorstellen, der – wenn er es denn könnte – auf den automatisierten Abgleich mit den Straftäterdateien verzichten würde. Vom biometrischen Bild im Reisepass über den Fingerabdruck im Personalausweis führt der Weg zwangsläufig zum genetischen Fingerabdruck, bzw. der diese Daten enthaltenden Bundesdatei. Spätestens nach dem nächsten großen Prozess wegen Kindesmissbrauchs oder dem nächsten Terroranschlag wird diese Forderung wieder durch die Köpfe des einen oder anderen Politikers geistern.

Bis dieser Angriff auf die verfassungsmäßigen Rechte des Bürgers in der Politik konsensfähig wird, mag noch einige Zeit vergehen, ich gebe aber zu bedenken, das vor gut 20 Jahren in D-West noch gegen eine solche Banalität wie die Volkszählung massiv protestiert wurde. Man fragt sich natürlich, wo diese aufrechten Kämpfer für den Datenschutz heute eigentlich sind? Die Schlaffies aus Deutschland West – »die Generation Angst«, wie es der Kanzler Schmidt mal ausgedrückt hat. Wahrscheinlich leben sie heute »rechts« in Berlin-Charlottenburg / Hamburg-Eppendorf und wählen natürlich »links«. Allerdings denken sie dabei: ist doch alles gar nicht so schlimm…