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55 Jahre Weisheiten von der Tanke

Seit 1952 gibt es die Shell-Jugendstudie: ein dicker Papierklotz, der statistisch erhebt, wie Jugendliche ticken, shoppen und kloppen. Wer meint, Tankwärter würden dazu nachts junge Opelfans befragen, hat gründlich gefehlt – die Studie wird hochwissenschaftlich und repräsentativ erhoben. Es ist also nicht mehr unbedingt notwendig, sich als 40-jähriger Werbefuzzi in Baggypants zu pressen und vor der Disco Jugendliche zu befragen, um etwas über die Megatrends des Nachwuchses zu erfahren.

Aus der eigentlichen Studie kann man sich dann wie immer alles ziehen, das die eigenen Vorurteile stärken oder zerstören soll. Die Mädchen sind auf der Überholspur, Europabegeisterung ist nicht vorhanden und die Schichten bleiben trennscharf:

Jugendliche aus den oberen Sozialschichten lesen, sind kreativ und künstlerisch tätig, pflegen soziale Kontakte. Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien, insbesondere die Jungs, verbringen viel freie Zeit mit Computerspielen und Fernsehen. Bei Schulversagern führt die Kombination dann schnell ins so genannte Prekariat. Ist das neu? Nein, aber beeindruckend, es noch mal als wissenschaftliche Tatsache, statt als politische Sonntagsrede serviert zu bekommen.

>> SHELL Jugendstudie