Abenteuer Thailand
Thailand, das Lächeln Asiens: Kein Land des fernen Ostens bietet so viel zauberhafte Menschen und Landschaften, Charme und Vielfalt wie das alte Siam.
Zum Ausstand Cocktail Fatale
Andererseits sollte man auf Krabbencocktails in Bangkoks triebiger Khao San Road verzichten. Mit einem Reisegefährten gönnte ich mir zum Ende meiner ersten Reise nach Fernost auf dieser Flaniermeile für Rucksacktouristen und Schnäppchenjäger einen leckeren Abschiedssnack, der sich bitterlich rächen sollte. In der Nacht nach dem sorglosen Verzehr bewegte ich mich nur noch auf allen Vieren zwischen Schüssel und Laken durch unser Hotelzimmer, da mein Inneres förmlich zu explodieren schien – vermutlich Fischvergiftung, burps!
Mayday – Calling Bombay!
Der Rückflug nach Deutschland am nächsten Morgen verlief ähnlich erschütternd. Als nach dem Start das Mittagessen gereicht wurde, gab es kein Halten mehr… Freundlicher Weise durfte ich den weiteren Flug auf dem Gang liegend verbringen, während der Pilot mit dem Tower des Flughafens Bombay vorsorglich Kontakt aufnahm, um alles für eine unplanmäßige Krankenhausaufnahme vorzubereiten.
Vierzig Tonnen Kerosin
Als die Stewardess mich fragte, ob ich denn nun durchhalten würde oder man vielleicht doch besser in Indien zwischenlanden sollte, überlegte ich mir nur kurz, ob es besser wäre, von Mutter Theresa getröstet auf einer Leprastation behandelt zu werden oder friedlich auf dem kühlen Teppich der Lufthansa-Maschine zu sterben. Mir behagte die zweite Option deutlich mehr. Zudem war ich unsicher, ob die AOK wirklich die vierzig Tonnen Kerosin zahlen würde, die bei einer Zwischenlandung über Bombay abzulassen gewesen wären.
Zuhause ist es am Schönsten
In Deutschland angekommen, war alles schnell wieder gut: Es gab Schnitzel mit Bratkartoffeln und Fassbier, das die Gifte wirkungsvoll aus den Innereien vertrieb. In Thailand war ich übrigens auch noch mal, habe dann aber bewusst auf den Verzehr von Schalentieren verzichtet.


14. August 2007 um 14:25
Ach ja, die Khao San Road. Dort war ich des Öfteren, ein wirklich bemerkenswerter und vor allem erinnerungswürdiger Platz.
Eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Khao San geht so:
1996 sitzen Johnny Gad und ich in Nats Guesthouse (den Laden gibt’s immer noch) und während wir uns einen antrinken wird Johnny´s Geldbörse inkl. Pass von einem Backpacker- Arschloch geklaut. Das es ein Backpacker war haben wir erst später erfahren.
Eigentlich war dieser Verlust nicht weiter schlimm, problematisch war nur, dass wir nach 8 Wochen in China völlig abgebrannt waren und schon an Johnnys Kreditkarte hingen.
Wer im Ausland einmal Geld & Pass verloren hat weiß, dass die Wiederbeschaffung der selbigen unter Umständen eine echte Odyssee sein kann.
Unsere Odyssee war der mehrmalige Besuch von: Khao San Road Polizeistation, Thailändischer Einwanderungsbehörde und Deutscher Botschaft. In letzterer erhielten wir auch ein Staatsdarlehen mit folgendem Kommentar „Jungs, ich gebe Euch ein bisschen mehr, Ihr wollt ja bestimmt noch Einkaufen und etwas Spaß haben“. So und nicht anders müssen deutsche Staatsbeamte sein.
Höhepunkt unsere Odyssee war aber der Besuch der Einwanderungsbehörde. Dazu muss man Folgendes wissen: Jeder der in Thailand einreist, bekommt von den Beamten dieser Behörde einen kleinen weißen Zettel in den Pass getackert, der bitte nicht zu verlieren ist.
Das Gegenstück zu diesem Zettel, ein etwa gleichgroßes Papier auf dem die Einreise nach Thailand registriert wird, landet im Archiv der Einwanderungsbehörde, wo es normalerweise niemanden mehr interessiert. Nicht so in Johnnys Fall, denn ohne diesen Zettel keine stressfreie Ausreise aus Thailand.
Wir also zur Einwanderungsbehörde, wo wir nach einigem Papierkram mit einem Beamten der Behörde über den Hof zu einer Tür gingen.
Die Tür wurde geöffnet und wir standen fassungslos vor einem riesigen Lagerraum, welcher bis unter die Decke voll gestapelt war mit lauter kleinen Papierbündeln. Ich schätzte, dass es pro Bündel immer so 100 Einreisedokumente waren die mit einem Gummi zusammen gehalten wurden. Das Ganze völlig wüst durcheinander.
Der Anblick war wirklich großartig. Der Begriff „kafkaesk“ bekam hier eine völlig neue Bedeutung.
Ich sah uns schon die nächsten Wochen hier her pilgern und immer fragen „na schon gefunden?“ War aber nicht, der Thai grinste uns nur an und kletterte nach oben wo er zielsicher nach einigen Bündeln griff und nach gefühlten 30 Sekunden mit Johnnys Einreise-Permit wieder kam. Auf dem Permit stand wirklich Johnnys Name.
Aus dieser Geschichte habe ich zwei Dinge mitgenommen. Erstens bin ich der deutschen Botschaft in Bangkok heute noch dankbar – und zweitens: es geht auch anders!
14. August 2007 um 14:26
Klingt ja ziemlich unerfreulich! Tja, erstens kommt es in der Khao San Road anders und zweitens als man denkt:
Vor einigen Jahren kehrte ich nach Bangkok zurück. In meinem Stammhotel »D&D Inn« in der Khao San Road angekommen, begab ich mich sofort in den Pool auf dem Dach des Wolkenkratzers, von dem aus man mit einem kühlen Whiskey in der Hand das Panorama der Millionenmetropole überblicken konnte.
Nach der Erfrischung begab ich mich zum ersten und letzten Mal in meinem Leben in ein Tuktuk – kleine Rikscha-artige Motorräder, die todesmutig durch das Verkehrschaos Bangkoks rasen. Eigentlich wollte ich nur zu einem nahen Tempel, doch der Fahrer hatte andere Pläne mit mir:
Nach zweistündiger Fahrt, diversen brüllend komischen Zwischenstopps bei Shops und Cafés im Besitz der Angehörigen des Fahrers, kehrten wir an den Ausgangspunkt zurück: Khao San Road! Die Rechnung für die unerwünschte Stadtrundfahrt betrug runde zwei Euro, zum Tempel bin ich dann zu Fuß gelaufen. Entfernung zirka 500 Meter!
14. August 2007 um 14:26
Da sind Sie doch nie gewesen, Herr Bäuerle! Das hätte ich gemerkt. Ich habe meine Jugend in einem getaihlten Land verbracht, mir können Sie nichts vormachen. Damals war das Einziege, was Khaosan-Rot war, die Arbeiterfahne.
Was Ihre angeblichen Darmkapriolen angeht, nun: »Das Beste, das man vom Reisen nach Hause bringt, ist die heile Haut« sagt man.
14. August 2007 um 15:09
Wie jetzt, wo war ich denn dann? Es war ein Land mit kleinen, harmonischen, zartbraunen Menschen, zwischen denen sich alle Europiden ausmachen wie Elefantenartige, haarlose Riesenaffen!
Das Essen war gut und vielfältig, das Wetter herrlich und die Landschaft atemberaubend. War ich vielleicht tot und in meinem persönlichen Himmel? Ach nein, doch nicht, es gab auch Moskitos, Kakerlaken und Käfer, die so groß waren, dass sie Dir im ungebremsten Anflug ein Veilchen verpassen konnten. Kein Scherz!
14. August 2007 um 15:38
»Weißt Du, Richard, eines Tages schnappe ich mir einen von diesen Reiseführerschreibern von ‘Lonley Planet’, und dann werde ich ihn fragen, was zum Teufel an der Khao San Road so verflucht gottverlassen sein soll.« Ich lächelte. »Und dann haust du ihn k.o., ja?« Das Lächeln wurde nicht erwidert.
(aus »The Beach« | Alex Garland)
Sie sind mal wieder vor der Glotze eingenickt! Vermutlich hatten Sie »The Beach« und danach David Cronenbergs Klassiker »Naked Lunch« auf der Rolle!
14. August 2007 um 15:42
@ wo war ich denn dann?
Beim Thema Ferne Länder ist Peter raus. Das kennt er nicht.
14. August 2007 um 15:47
Macht ja nix, Herr Lück ist ja sein eigener Planet! Und Thüringen ist mir um einiges unheimlicher als die thailändischen Regenwälder, in deren Resorts sogar ganz normal »Strammer Max« auf der Karte steht – fragen Sie mal die Frau von Herrn Lück, die war auch schon da!
14. August 2007 um 15:47
Ach ja Herr Richter. Ich vergaß: es zählen hier nur Asien und Südamerika! Tut mir leid, dass ich doof bin. Und Herr Bäuerle: aus Thüringen habe ich nur meine wunderschöne Frau importiert! Ich bin ein gebürtiger Rostocker, der in Dresden kultiviert, und liebevoll aufgezogen wurde.
14. August 2007 um 16:21
Die Frau von Herrn Lück pendelte in ihrer Jugend quasi zwischen Thüringen und Thailand. Vor allem in jener Zeit, als sie Arbeitslosengeld oder Bafög kassierte. Das war schön! Ach, was gäbe es nicht alles zu erzählen. Thailand ist einfach wunderbar – verfettete und verfickte Familienväter hin oder her. Die bekommt man gar nicht zu Gesicht, wenn man das nicht möchte.
Eine Zeit lang fand ich es uncool, dass Greti und Pleti nach Thailand fahren. Doch längst bin ich altersweise und tolerant. Thailand ist das schönste und bequemste Land der Welt. Die liebenswürdigen Einwohner beherrschen die Kunst der Dienstleistung in Vollendung, ohne dabei unterwürfig zu sein. Wohl deshalb war Siam auch noch nie eine Kolonie. Sollen sie sich an uns ruhig eine goldene Nase verdienen und sich über unsere Nasen schlapplachen (das tun sie nämlich ständig) – ich gönne es ihnen von Herzen.
Passend zum Thema steht heute im SPIEGEL ein Bericht über den Straßenverkehr in Bangkok!
14. August 2007 um 16:27
Uschis Hymne auf das geliebte Siam ist nichts hinzuzufügen, außer dieser kleine Buchtipp zum Thema lachende Thais. Und für den Peter: Hier zählen nicht nur Asien und Südamerika sondern auch Mittelamerika & Afrika sowie das fast komplette Ost und Westteuropa. Das ist ein Tröt für Traveller.
14. August 2007 um 16:48
Schönen Dank für den Tipp! Sowas gefällt mir ja immer sehr. Das ultimative Lied für einen verregneten Tag in Thailand oder Norddeutschland ist “Summer in Siam” von den Pogues. Man könnte heulen, so schön ist es.
15. August 2007 um 06:56
Ja, sehr, sehr schönes Lied, auch der einzige Charterfolg der versoffenen Kombo, oder? Die waren ja früher bekannt dafür, nie unter die Zwei-Promille-Grenze zu fallen – höchstens, wenn sie mal verschlafen haben.
Apropos Avantgarde: Das von mir bereits vor Tagen angeprangerte Unheil um TV-Superstar Karsten »Jeansboy« Speck ist heute endlich auch Schlagzeile in der schlimmen BILD! Die gibt es in Thailand natürlich auch, allerdings nicht so oft wie auf Malle.
15. August 2007 um 08:32
@ »…Speck ist heute endlich auch Schlagzeile in der schlimmen BILD!« Wenn ich die Krawatte von Specki sehe, glaube ich die Schagzeile sofort. Oh, oh!
15. August 2007 um 08:39
Stonewashed-Jeanshose, weisses Hemd mit »Kreativkrawatte« und dazu die freche Lederjacke: Das Bild ist ja wohl mindestens fünfzehn Jahre alt. Aber auf der Printversion beim Bäcker heute morgen war ein Neues!
15. August 2007 um 08:57
@: »…Das Bild ist ja wohl mindestens fünfzehn Jahre alt.« Mhhh, auch vor 15 Jahren gab es anständige Krawatten.
15. August 2007 um 10:34
Ich frage mich nur, wer einem Vollspacken wie Karsten Speck soviel Kohle zahlt. da mal Hundertausend, dort mal ein Milliönchen – für diesen peinlichen Nullpunkte-Mann? Der trägt Lederblousons, Lederkrawatten und eine Frisur, für die man sich fremdschämt. Nur Wolfgang Lippert übertrifft ihn noch. Aber der dürfte schon verwest hinter einer Schützenfest-Bühne in Oschatz liegen.
Serien, in denen Robben, Collies und Schimpansen mitspielen, sind mir sowieso sehr suspekt. Aber immerhin – wahrscheinlich wurde selten soviel über Karsten Speck geschrieben wie gestern und heute.
15. August 2007 um 11:08
@ »…Ich frage mich nur, wer einem Vollspacken wie Karsten Speck soviel Kohle zahlt.« Speckulanten!
15. August 2007 um 11:45
Glaubt man Wikipedia, dann spielte sie ab 2005 »neben Götz Otto und Gojko Mitic bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg«. Das ist so unterirdisch, dass kommt für mich noch nach Alarm für Kobra 11 und dem RTL2-Unterschichtenfernsehen.
15. August 2007 um 11:55
@ »…Ich frage mich nur, wer einem Vollspacken wie Karsten Speck soviel Kohle zahlt: Speckulanten!« Nein, Du Peter! Der Mann wird öffentlich-rechtlich alimentiert, leider. Im Privat-TV kriegt der jedenfalls keinen Job.
15. August 2007 um 13:01
Naja, immerhin sprechen die ZDF-Kameraden aus Mainz mit ihrem Programm aus Volkstümlichem, Tier- und Beratungssendungen als einzige knallhart die am schnellsten wachsende Zielgruppe Deutschlands an: 50+!
15. August 2007 um 13:15
Das ZDF hat auch die arme Marianne Hartl auf dem Gewissen – weil es die überausbeliebte Volksmusik-Sendung »Lustige Musikanten« abgesetzt hat. Diese kaltschnäuzigen Schweine! Nach dem Dreh der allerletzten Sendung erlitt die adrette Partnerin von Michael einen Nervenzusammenbruch. Das Aus für ihr Lebenswerk war zu viel für Marianne. »Ich sah einen tiefen Schmerz in ihren Augen« sagte Michael Hartl mit tränenerstickter Stimme. Seine Frau habe sich kaum noch auf den Beinen halten können. Nicht wegen ihrer großen Brüste, sondern weil die Welt schlecht ist. Marianne & Michael – du lebst in mir weiter! http://www.marianneundmichael.de/
15. August 2007 um 13:25
Schön, dass unser Mariandl trotz alledem noch über die tollen Witze von Michael lachen kann. Zitat: »Er kennt immer die neuesten und besten.«
15. August 2007 um 15:21
Originalvideo »Summer in Siam« – The Pogues
15. August 2007 um 15:56
Justament gestern abend habe ich mir dieses Video auch angeschaut. Karsten Speck taucht darin zwar nicht auf, aber es ist trotzdem komisch. Da hatten die Pogues wohl mal wieder einen Schwips. Zu “Summer in Siam” läuft in meinem Kopf ein selbstgedrehtes Video. Es spielt an einem warmen Regentag irgendwo in den Reisfeldern von Südthailand.
16. August 2007 um 07:00
Mein Allerlieblingsthailandvideo ist ja »Ong Bak« mit Tony Jaa: Ein typischer Thailänder – immer sehr nett und bescheiden, aber man sollte ihm trotzdem nicht zu nahe treten! Außerdem bekommt man in dem Film nebenbei eine Stadtrundfahrt durch Bangkok geboten.
16. August 2007 um 10:02
Ja, so sind sie eben – die süßen kleinen Lotosblüten. Ernähren sich von Reis mit Sauce und machen Hackfleisch aus uns. Ich war auch mal beim Thaiboxen auf der Insel Ko Phan Ngan. Da gingen kleine Jungs in viel zu großen Turnhosen aufeinander los. Aber als sie zuschlugen, machte es fiese Matschegeräusche. Im Publikum saßen hauptsächlich zahnlose Omis mit Turbanen aus Handtüchern auf dem Kopf. Die verzogen keine Miene, obwohl da offensichtlich ihre Enkel zu Bruch gingen.
Auf dem Weg zum Boxwettkampf saß ich mit meinem Kind auf der Ladefläche eines Pickups. Der Fahrer raste in der Dunkelheit über Dorfstraßen mit kratertiefen Schlaglöchern undd gab sich große Mühe, möglichst viele Hunde und Hühner zu überfahren. Er besaß großes Geschick darin. Soviel zum Thema Buddhismus.
16. August 2007 um 10:19
Ich habe mal in Bangkok in einer solchen Veranstaltung gesessen und war schwer beeindruckt vom Zeremoniell: Zwei betraten die Bühne, verbeugten sich vor einander. Dann haute der eine dem anderen die Lampe aus, dass es nur so spritzte. Am Ende kniete schließlich der Gewinner vor dem Verlierer, um nicht wegen Hochmut sein Gesicht zu verlieren! Sowas nenne ich Demut, unglaublich!
5. Februar 2009 um 10:48
Ich finde Saskia Valencia ist ein super tolls Weib .Sie ist mir sehr sympathisch.Ich muss sagen Saskia hat schon viel erreicht,eine beneidenswerte Frau.
Alles Liebe und Gute für mein Idol Saskia Valencia
8. Februar 2009 um 22:39
Saskia Valencia so süüüüüüüüüüüüüüüüüüss
17. Februar 2009 um 14:25
es nicht schön wie negativ Autor Ekkard Bäuerle über Saskia Valencia äussert. G.Sassi