Abschied vom Abendland

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Kommunikationsberaterin Miriam Meckel will zurück zum Füller: Nach ihrem Buch »Glück der Unerreichbarkeit«, in dem die Lebensgefährtin der TV-Moderatorin Anne Will bereits PDA, Handy und Laptop als »elektronische Fußfesseln« brandmarkte, beklagt sie jetzt in ihrem Blog die EDV-bedingte Schreibschwäche vieler Zeitgenossen. Zahlreiche Bildschirmarbeiter beherrschen demnach kaum noch die banale Schreibschrift – ein Kulturverlust erster Güte!

28. Februar 2008 um 17:54
Entspricht absolut den Tatsachen! Ich kann den Wandel meiner Handschrift ganz gut im Reisetagebuch meiner Tochter nachvollziehen. Vor nicht einmal zwei Jahren haben wir das Moleskin angefangen, mit Erinnerungen und Zeichnungen zu füllen. Wir sammeln darin auch Palmenblätter, Eintrittskarten oder die Banderole einer exotischen Wasserflasche und kleben sie ein.
Als wir unlängst im Urlaub waren, schrieb ich wieder etwas in jenes Buch und stellte beim Vergleichen der Seiten eben solche Veränderungen fest, die auch Frau Meckel beschrieb. Die Schrift schien mir liederlicher und die geschriebenen Zeilen auf dem unlinierten Papier waren kaum parallel. Auch das Pony, dass ich ihr dazu gemalt hatte, musste ich erst auf einem Extrablatt üben, damit es nicht aussah wie ein langbeiniger Hund.
28. Februar 2008 um 19:30
@ »Moleskin angefangen.«: Sehr schön, dieses vertraute Du zu einem Notizbuch der Marke Moleskin. Die Italiener haben es mit diesem Marketing Gag – welchem die blühende Phantasie eines Bruce Chatwin zu Grunde liegt – wirklich weit gebracht. Die Geschichte stand neulich mal wieder in der Wirtschaftspresse. Großes Marketing. Ansonsten kann ich nur zustimmen, die Tastatur versaut.
Ich empfehle »Italic Fountain Pen« mit 1,3-mm-Feder. Hinter dem hochtrabenden Namen verbirgt sich ein stinknormaler Plastikstift, dessen Feder einem guten Schriftbild ungemein zuträglich ist.
29. Februar 2008 um 07:57
Ja, ein feiner Füller macht schon Putz – jedoch nicht bei so vermaledeiten Linkshändern, wie mir. Da krikselt und krakselt der teure Montblanc vor sich hin, dass es schier zum Fürchten ist. Mit dem Linkshänder-Füller von Pelikan ging es damals immer fein, doch den habe ich nach dem Abitur verlegt.
Ferien-Moleskins mit Reisegeschichten meiner Frau und Comics vom Gatten sind auch mir die liebsten Urlaubserinnerungen, mindestens so bedeutsam und so viel wahres Gefühl vermittelnd, wie die Fotoalben. Eigentlich sogar besser!
29. Februar 2008 um 11:09
Hier noch mal der Link zur Moleskin-Geschichte. Großes Marketing!
29. Februar 2008 um 11:18
Ja, dolle Geschichte! »Moleskin« hießen bei der Bundeswehr übrigens diese komischen Schiffchen, die man in der Grundausbildung auf dem Kopfe trug. Fürwahr ein stilloses Utensil in larmoyanter Stonewashed-Optik!
1. März 2008 um 00:45
Apropos Montblanc, ich persönlich bevorzuge ja auf Empfehlung meines damaligen Professors Brockmann “Polychromos Artist Colour” von Faber – also bunt statt braun. Meine praktische Tochter (7) hingegen schwört eher auf Staedtler Ergo Soft in der Klappbox. Ihr Bild berichtet übrigens recht effektiv von einem Tag im Dresdner Zwinger und einem zweiten im Spaßbad Elbamare.
10. März 2008 um 07:52
Oho, da hat aber jemand was vererbt! Potenzial bis zum Anschlag, würde ich sagen. Tolle Idee, das Spaßbad über dem Zwinger unterzubringen. Gratulation zur Kreation! Den hanebüchenen Scherz mit dem Elbhochwasser kann ich mir aber wohl trotzdem schenken, oder?