Alles wird teurer!

RSAG 2040: Freu Dich drauf!
photo credit: danielooi
Mir stockte fast der Atem als ich heute, zu Beginn meiner persönlichen Wintersaison ohne Moped, Fahrrad & Co, ein Monatsticket der RSAG erwerben wollte. 41,- EUR für eine Zone! Das wären jährlich fast 500,- EUR. Ein hübsches Sümmchen, vor allem für Geringverdiener. Über die Kosten einer Jahreskarte wird selbst im Antragsformular geschwiegen. Wahrscheinlich kommt es da auf das jeweilige Verhandlungsgeschick an. Auf die Frage, womit diese Preissteigerung begründet wird, bekam ich nur ein schroffes “Ist doch alles teurer geworden!” zurück. Na, das ist doch mal eine plausible Antwort. Wäre ich so nicht drauf gekommen. Dieses Quasiargument höre ich nun schon von so vielen Seiten, warum verwende ich es eigentlich nie meinen Kunden gegenüber? Wahrscheinlich, weil ich meine Kunden ernst nehme. Ich kann nur hoffen, dass dies auch seitens der RSAG geschieht und dass diesem offenkundigen Ausnutzen der Monopolstellung im Nahverkehr irgendwann Einhalt geboten wird. Ansonsten kann die RSAG eine ihrer Aufgaben, die Stadt i.S. des Umweltschutzes autofreier zu halten, nicht mehr nachkommen. Hier sind die Stadtväter und -mütter gefragt, die immerhin Anteile an dem Unternehmen halten. Aber halt – die verdienen ja auch daran! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

17. November 2009 um 21:13
Ist immer noch preiswert, auch für die Geringverdiener die sich kein Auto leisten können.
17. November 2009 um 21:35
Logisch, bei den Beträgen kann ich natürlich nicht auf ein Auto sparen. Vielleicht ist das auch der Grund.
Und “Immer noch preiswert” kann ich schon nicht mehr hören. “Wird schon wieder” passt in dieselbe Schublade. @ “Auch für Geringverdiener … “: Man testet hier wohl, wie weit man gehen kann. Wie viel kann ich aus den Leuten herauspressen? Nur, dass dies jeder (Strom, Wasser, Lebensmittel, Öl, Steuern, KK-Beiträge …) macht, wird bei dieser Einzelbetrachtung sicherheitshalber außen vor gelassen.
17. November 2009 um 23:13
Bei den Preisen ist doch aber auch ein Sitzplatz garantiert oder? Na logisch. Fahren ja jetzt bestimmt viel weniger mit der Bahn als früher. Und was ist mit dem Service? Was gibt es an zusätzlichen Leistungen zu berichten? Gibt es vielleicht eine Saftschubse pro fahrender Einheit. Wird man von nun an des öfteren den Satz: “Will noch jemand Erdnüsse?” in den Wagen der RSAG zu hören bekommen? Ist Schwarzfahren eigentlich auch teurer geworden? Fragen, Fragen, Fragen … Hilfe!
18. November 2009 um 10:59
@ “Ist Schwarzfahren eigentlich auch teurer geworden?” Nein, Herr Weißflog, ist es nicht! Es ist sogar preiswerter als eine Monatskarte (40,- EUR). Es scheint also das Einzige zu sein, was inflationssicher ist. Warten wir daher ab, bis die Monatskarte 500,- EUR kostet, dann lasse ich mich lieber 2x für 40,- EUR erwischen. Toll!
18. November 2009 um 12:09
…..bei 254 Arbeitstagen – abzgl. 25 Tagen Urlaub – und zwei Fahrten pro Arbeitstag komme ich € 2,14 für eine Hin & Rückfahrt.
Das Wochenende ist bei dieser Rechnung gratis.
Die gleiche Rechung für 2 Zonen (inkl. angenommener Preiserhöhung von 10% für 2010) ergibt einen Fahrpreis von drei Euro für Hin & Rückfahrt.
Dafür komme ich von Brinkmansdorf nach Warnemünde (Hin & Rück ca. 35-40 km)
Das ist absolut preiswert.
“Billig” wären Ticketpreise von 50 Cent für eine bzw. einem Euro für 2 Zonen. Allerdings würde dann der Zuschuss der öffentlichen Hand höher ausfallen – und für diesen höheren Zuschuss zahlt dann auch wieder der Bürger.
Das Alternativmodell der Linken sieht eine Art von Zwangsabgabe aller Rostocker Einwohner für den ÖPNV vor.
18. November 2009 um 12:41
Alternativen sollten aber nicht immer nur darin bestehen, die Kosten für Erweiterungen des Netzes (ob sinnig oder unsinnig) zum großen Teil gefördert zu bekommen und trotzdem dem Nutzer diese Kosten als gestiegene, auf den Fahrpreis umzulegende Kosten zu verkaufen. Eine Alternative könnte, man glaubt es kaum, auch im Sparen bestehen. Beispielsweise die Werbeausgaben senken, auch wenn die sicherlich nicht der größten Batzen sind. Ich denke, alle Rostocker wissen, dass die Straßenbahn das hiesige Schienennetz bevölkert. Wenn man nicht ständig die Preise erhöhen würde, müsste man den Bürgern dies nicht immer über geschönte Werbebotschaften verkaufen.
Interessant, oder? Ich komme aus dem Industriezweig der daran sehr gut verdient, bin aber nicht für rein etatgetriebene Werbung, sondern für deren gut gemachten, sinnvollen Einsatz, der auch Einnahmen generiert, also rentabel ist.
Darüber hinaus muss auch nicht jeder Winkel erschlossen werden und schon gar nicht Gebiete, die ohnehin schon durch die S-Bahn erreicht werden können.
Eine weitere Sparmöglichkeit wäre, den Tarifdschungel zu entwirren. Heutzutage meint jeder, über die wildesten Tarifmodelle den Umsatz zu steigern. Ich behaupte, wenn es ein klares System gäbe – eine Fahrt mit der Bahn kostet X EUR – bräuchten wir keine klugen, teuren Köpfe, die sich monatelang den Kopf darüber zerbrechen. Wir bräuchten keine teuren, anfälligen, komplizierten Geräte, die den Fahrpreis berechnen, keinen, der diesbezüglich Pläne entwerfen, designen, herstellen und verbreiten muss und keinen, der den dummen Bürger aufklärt.
Die angesprochene Reise von Brinckmannsdorf nach Wmde dauert sicherlich über eine Stunde, mit und ohne Stau. Für mich als Geschäftsreisenden unter der Woche ein Zeitfresser. Allerdings würden wir – eine kühne Behauptung – bei 1-2 EUR für ein Tagesticket zum einen deutschlandweit ein Vorreiter sein und zum anderen mehr Gäste befördern. Wir sind nicht München und nicht Berlin! Wir sollten auf dem Teppich bleiben.
Übrigens glaube ich leider auch nicht, dass die gestiegenen Preise den Mitarbeitern zu gute kommen das würde ich tolerieren. Die gelegentlichen Streiks zeugen aber vom Gegenteil.
Letztendlich bin ich wirklich sehr für das Modell Straba, auch wenn sich das nicht so anhört – ich nutze es ja auch. Ich bin nur nicht für diese nicht-transparenten Preiserhöhungen, die die öffentliche Verantwortung des Nahverkehrs ignorieren.
18. November 2009 um 13:57
Haltestelle Parkstraße, genau sind es zwei Haltestellen, auf jeder Seite der Kreuzung Eine, ca. 75 m auseinander. Im ersten Gedankengang völlig unsinnig, verhindert aber, mit dem Kurztiket von der KTV in den Zoo zu fahren.
18. November 2009 um 14:17
Eben – clever gelöst!!! Und das meine ich mit meinen Ausführungen.
18. November 2009 um 19:20
RSAG 2040 -> sehr schöne Bildreferenz! Wenn ich’s mir recht überlege, zahle ich noch zu wenig ….
20. November 2009 um 16:03
Also wenn weniger Autos in die Stadt fahren (weil das Parken mehr kostet als eine Strassenbahnfahrkarte), dann ist das Monopol der RSAG komplett.
Bis dahin bitte ich dem eisernen Schienenstrang täglich ein Opfer zu bringen. (einen Cent zum “breitfahren” reicht)
22. November 2009 um 23:00
… und die Verlierer werden die Einzelhändler sein.
Naja. Hier in Deutschland haut das ohnehin nicht wirklich hin. Keine Angst also, liebe Einzelhändler. Wenn nichts mehr geht – gekauft wird immer. Wir beschweren uns, viele ärgert’s. Ändern wird sich aber nichts. Wir sind alle zu übersättigt, um aktiv zu werden. Außerdem lassen wir uns herumschubsen, von einer Legislativperiode zur anderen, lassen uns einlullen und ablenken mit Konsum und Internet.
Ich weiß nicht, was passieren muss, damit einmal wieder eine Bewegung wie damals losgetreten wird, die die Leute aufwachen lässt.
27. November 2009 um 00:05
in rostock kostet mich eine tageskarte 4.50€. damit erreiche ich so um die 200 tausend menschen, vllt ein bischen mehr.
in berlin zahle ich fuer eine tageskarte abc 6.10€, also 1.60€ mehr, und erreiche ueber 3 millionen berliner, und auch brandenburger.
natuerlich ist es falsch, sowas zu vergleichen. vollgestopfte sbahnen, die wir maximal im sommer und zu fussballspielen erleben, druecken natuerlich den preis. ausbau von straba halte ich fuer nicht sinngemaeß. auch diese stadtbahn ist nonsens. busse mit biogas wuerden oft genuegen. lieber halt im sommer an die sbahn (gehoert die jetzt nicht zur rsag) 1-2 waggons ranhaengen. auch wegen den touris.
27. November 2009 um 08:14
@ Busse mit Biogas: Ansich toll. Das Perfide daran ist nur, dass es so laufen wird wie mit der Windenergie. Erneuerbare Energie, um einzusparen und trotzdem keine Preissenkung in Sicht. Im Gegenteil. Auch hier wird wahrscheinlich wieder der Einbau der Tanks gefördert, steuerlich subventioniert, die Ersparnis aber nicht an den Nutzer weitergegeben, sondern dem Profit zugeführt. Darauf kann ich gern verzichten.
30. November 2009 um 19:55
Hört bloss auf der RSAG Einsparungsvorschläge zu machen !
Von eingesparter Energie wird nie etwas günstiger.
Die Rostocker Wassermonopolisten mussten die Beträge erhöhen,
nachdem die Rostocker gespart hatten !
Eine Klasse Logik: Wasser vergeuden damit der Preis sinkt.
Demzufolge : Leute ,fahrt öfter Bahn – so günstig wird´s nie wieder !
1. Dezember 2009 um 00:30
Tja, so ist die heutige Zeit. Immer wenn man feststellt, dass man etwas gespart hat, gibt man es für etwas anderes aus. Die meisten denken sogar, dass sie bei den ganzen Verkaufsrabattaktionen sparen. Darum nehmen sie gleich fünf Klobürsten. Die waren halt günstig.
Das schlimme ist nur, dass es niemanden mehr wirklich zu stören scheint. Wir haben Benzinpreisschwankungen, bei denen man früher ganze Tankstellen abgefackelt hätte. Dir wird vorgehalten, bei einem Bußgeldbescheid über 30 EUR mal nicht so zu sein. Es lohne sich schließlich nicht. Milchbauern dürfen hektoliterweise Milch auf ihre Felder schütten, ohne von Amnesty belangt zu werden, nur um ihr zu tode subventioniertes Geschäft aufrecht zu erhalten. Dass Du bei einer Wahl die Regierung Deiner Wahl bekommst, die Deine Interessen durchsetzt ist noch unwahrscheinlicher als der Jackpot im Lotto. GM, die Banken und ihre Manager dürfen Millionen für Milliarden Verluste einsacken, Werften werden mit Steuergeschenken im künstlichen Koma erhalten und gleichzeitig bekommst Du eine Strafandrohung, wenn Du einen Tag zu spät Deine Umsatzsteuervoranmeldung abgibst. Und wenn Du Dich dann in einem Anflug von Größenwahn beschwerst (was ich aus Selbsterhaltungsgründen heraus nie machen würde), hast Du gleich die Betriebsprüfung auf dem Hals. Man tut halt etwas zur Verbrechensbekämpfung. Der Bürger muss lahmgelegt werden. Eigentlich gehört er an den Tropf aus dem sein Erspartes rieselt … soviel zum Thema sparen