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Wenn ich Dinge wie gestern diesen Aufkleber auf einem Papiertuchspender in Kühlungsborn sehe, frage ich mich, wie viel Wahrheit man aus der traurigen Botschaft von letzter Woche überhaupt noch ertragen kann. Zitat E. Bäuerle: »Werbung findet ebenfalls eher im Büro und für böse, verständnislose Kunden statt – nicht etwa in der Galerie unter Kreativen, die sich gegenseitig den Rücken kraulen…« Wie kann 2008 im Herzen Europas, in Deutschland, jemand ernsthaft solche Aufkleber für ein seriöses, deutschlandweit agierendes, Befestigungstechnik-Unternehmen in Auftrag geben? Darf man – meinetwegen auch in Emsdetten – Kreativität und Professionalität miteinander verbinden? Wann legt auch im Mittelstand mal wieder jemand wert auf Fachleute? Die Schere zwischen Blindpesen, Autodidakten und Umschülern auf der einen und ausgebildeten Fachleuten auf der anderen Seite klafft immer weiter auseinander. Bei jedem Handwerker, Programmierer etc. steht heute Design im Portfolio, abgeliefert wird bestenfalls Mittelmaß. Kein Wunder, dass die Kunden frustriert sind und gar kein Geld mehr für »Gestaltung« ausgeben wollen, wo’s doch anscheinend jeder kann.