Auf der Strecke geblieben

Vor einigen Jahren unternahmen wir regelmäßig kleine Transporte nach Russland. Mit diesen Touren brachten wir auch einige tausend Weihnachtspäckchen in Kinderheime. Während Straßenverhältnisse immer besser wurden (u. a. verschwanden diese semimobilen Tankstellen), stiegen die bürokratischen Hürden. Es glich einem Partisanenkampf die polnisch-weißrussische Grenze zu überwinden. Zuletzt gelang es nur noch mit Dokumenten von der Familienministerin Russlands und ihrer original-gefälschten Unterschrift.
In diesem Jahr werden die Feiern in Russland organisiert und auch dort die Geschenke für die Kinder beschafft. Das nötige Geld möchten wir mit einer Spendenaktion auftreiben und werden es dann ganz bequem an Lukaschenko-Putin vorbei nach Moskau schicken.
Der komplette Spendenaufruf steht hier: www.russland.blauhut.info

11. Dezember 2006 um 09:39
Bewundernswert, Dein Engagement! Toll, dass es Menschen gibt, die so selbstlos handeln. Da erlebt man sicher auch viel, wie Deinen Bildberichten zu entnehmen ist. Am Drolligsten fand ich allerdings rückblickend Deine Restaurantberichterstattung zum Thema »Rostocker Verzehrgastronomie: Rezeptorenfleisch im Spiegel des Warschauer Paktes«. Habe wirklich Tränen gelacht. So viel Randständiges, so orignell verpackt – Respekt, dolle Feder, der Herr.
11. Dezember 2006 um 15:50
Falls Interesse besteht, kann ich mich im nächsten Jahr wieder den Kantinen widmen. Vorschläge sind willkommen.
12. Dezember 2006 um 11:08
Heute basteln wir ein Benefiz-Weihnachsts-Mau-Mau:
Zutaten:
- 6 Männer (mit Frauen geht es theoretisch auch)
- runder, mit Filz bespannten Tisch mit eingelassenen Aschenbechern
- 2 Kästen Bier
- 1 sehr großer Eintopftopf (Fisch / Gemüse), Brot
- Grundbeitrag des Abends sind 2 Euro pro Spieler
- pro Spieler mitzubringende 20 Stück Fünfzig Cent als Rundeneinsatz und viele Zehn Center (nicht Seen-Center) zum Wetten
- Tabackware (möglichst aus Cuba)
- leistungsstarke Musikanlage, Tonträger mit nichtzeitgemäßer Popularmusik (Jazz geht auch)
- Sondermarken (Exorzisten), die als Entschädigung für das Ausscheiden in einzelnen Runden bei einer bestimmten Karte gelten (Exorzistenkarte)
Zubereitung:
Die Männer werden zu einer bestimmten abendlichen Zeit in eine private, eventuell weihnachtlich vorbereitete Athmosphäre eingeladen.
Details der schon im Vorfeld festgelegten sehr komplizierten Regelauslegung ausdiskutieren lassen (nicht länger als 25 Minuten).
Wecker stellen und Mau Mau spielen. Jeder Sieger bekommt den jeweiligen Rundeneinsatz ausbezahlt. Nach jedem etwa 20 minütigen Zyklus wird die Sitzordnung durch verdeckte Kartenwahl neu bestimmt.
Auftischen:
Bei den einzelnen Runden kann gewettet werden, Maximaleinsatz für eine eigene Wette sind 10 x Zehn Cent. Beliebt sind Wetten auf den eigenen Sieg.
Aus dem Grundbeitrag speist sich der Topf, aus dem ein Preis erworben und an einen Mitspieler verlost wird. Die Exorzistenmarken spielen hierbei die entscheidende Rolle, sie bestimmen die Anzahl der Kopf- oder Zahlwürfe, die widerum je nach Vorraussage zu Punkten führen können.
Höhepunkt des Abends ist das Auszählen der Rundeneinsatzstücken (fünfzig Cent), der Sieger darf seinen Betrag behalten, der Rest wird gespendet: http://www.russland.blauhut.info
Variation:
In reinen Männerweihnachtsbenefizmaumaurunden kann eine Bedienung engagiert werden, deren Brustwarzen aber unbedingt mit Weihnachtssternchen beklebt werden sollten. Auch eine analog aufgemachte Frauenweihnachtsbenefizmaumaurundenvariante wäre denkbar, einer solchen konnte ich aber aus trivialen Gründen bisher nicht beiwohnen.
12. Dezember 2006 um 18:55
Hatte gerade einen Anruf vom Leiter einer Behindertenwerkstatt. Sie wollen gern Pakete packen und suchen Kontakt zu einer ähnlichen Einrichtung in Russland.
Die Internetseite zeigt Wirkung! Danke Gernot!
(Der Mau-Mau-Algorithmus scheint recht kompliziert. Da spiele ich lieber Schach – ist einfacher.)
14. Dezember 2006 um 15:29
Ja, ist ziemlich schwierig, besonders wenn der zweite Kasten Bier angebrochen wird. lAber das Ganze findet natürlich nicht zum Spaß statt. Und außerdem:
Sind die Zeiten schlecht, ist der Blues gut!
16. Dezember 2006 um 12:28
Die Spendenaktion für Weihnachtsfeiern in russischen Kinderheimen geht heute zu Ende. (Nachzügler sind herzlich willkommen!)
Bisher wurde die großartige Summe von 1.237 Euro gespendet. Zusätzlich wird eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen aus Wesenberg Pakete packen und nach Russland schicken. Zwischen der wesenberger und der russischen Einrichtung soll daraus eine dauerhafte Partnerschaft werden.
Vielen Dank an alle, die ein Stück Ihres eigenen Glücks weitergegeben haben!
27. Dezember 2006 um 17:58
Gutmenschen……
«Finsternis weichet, es strahlet hernieden
lieblich und prächtig vom Himmel ein Licht.
Engel erscheinen, verkünden den Frieden,
Frieden den Menschen, wer freuet sich nicht?»
Und Friede allen Menschen? Mitnichten! Nicht erst für neuzeit…