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Der DGB-Chef Sommer warnt vor sozialen Unruhen in Deutschland und Gesine Schwan, die ach so qualifizierte Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, springt auf diesen Zug auf und warnt, „dass in zwei bis drei Monaten die Wut der Menschen deutlich wachsen könnte.“ Dem geneigten Bildzeitungsleser und den Linken aller Couleur überläuft bei diesen Worten ein kalter, bzw. wohliger Schauer. Allerdings werfen derartige Prognosen die Frage auf, gegen wen sich diese Unruhen denn richten würden?

Wirtschaftlich ist Deutschland ein zu 99 % durch kleine und mittlere Unternehmen (mit bis zu 250 Mitarbeitern) geprägtes Land. Gut 70 % aller Beschäftigten sind in diesen Unternehmen beschäftigt. Rechnet man noch die ca. 13 % Beschäftigten dazu, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, dann arbeiten fast 85 % der deutschen Beschäftigten in Unternehmen, deren Manager & Vorgesetzte nicht durch Aktienoptionen & Bonis auffällig bzw. stinkreich geworden sind, die nicht in die Kategorie der Zumwinkels und Schremps gehören. Die zu Recht kritisierte Gier einiger weniger ist eben auch nur in einigen wenigen Unternehmen zu finden.
Bleiben noch die Banken, deren Manager Roulette gespielt haben und nun entsprechend schlecht dastehen. Aber das wars dann auch schon. Da die Wirtschaftskrise uns alle trifft, ist es, wie so oft in der Geschichte – die Wut vieler Betroffener richtet sich gegen einige wenige Verantwortliche.

Gegen wen will man also auf die Barrikaden gehen und was soll dabei rauskommen? Ein paar „Ackermänner“ teeren und federn und sie durch das Frankfurter Bankenviertel treiben, die Filialen amerikanischer Banken stürmen (Antiantiamerikanismus macht sich immer gut), ein paar Demos für das dritte Konjunkturpaket, wo das erste noch nicht mal ausgezahlt ist – und was dann?