Bildreport G8 | 01
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Friede, Freude, Eierkuchen – soweit das Auge reicht. Leider reicht es ab heute nicht einmal mehr in die Nähe des Zaunes von Heiligendamm. Unsere Gruppe von 3 Personen konnte sich allerdings frei bewegen und wurde nicht aufgelöst. Auch im Basiscamp Romantica in Reddelich werkelte man am Abend ganz friedlich vor sich hin. Mehr Fotos (©2007 Peter Lück)


30. Mai 2007 um 23:25
(©2007 Peter Lück)
31. Mai 2007 um 06:51
Oha, Herr Lück, Glückwunsch zur Bekanntschaft der beiden jungen Leute – die sind übrigens viel hübscher als Sie mit ihrem rustikalen Räuber-Hotzenplotz-Profil!
Hat die Weltrevolution denn jetzt doch schon ohne mich angefangen? Wie schade! Dann kaufe ich mir halt im Herbst die DVD-Box »Battle of Heiligendamm« mit Rage against the Machine-Soundtrack in Surround-Sound!
31. Mai 2007 um 06:58
Sehr schön. Kollege Blöhe und ich, wir überlegen gerade auch noch einmal einen Versuch zu starten, bis vor den Zaun zu gelangen. Es ist nur noch zu klären, ob wir uns im Freizeitlook oder doch Flecktarnanzug dort hin bewegen.
P.S.: Der Header spricht Bände. Intellektuelles Gewaltpotenzial auf dem Wege nach Heiligendamm.
31. Mai 2007 um 07:44
Ähem, vielleicht noch mal zur allgemeinen Erklärung meines persönlichen revolutionären Standpunktes: ich bin weder ein Gegner der Globalisierung noch ein Autonomer. Allerdings mag ich mollige Kapuzenpullis und lasse mich auch gerne fotografieren!
31. Mai 2007 um 08:02
Wäre ich Veranstalter von Modenschauen für Linksautonome, würde ich euch buchen. Ihr seht so schön gefährlich und fest entschlossen aus.
Die Fotos vom Zaun haben eine wunderbare Stimmung. Irgendwie feierlich. Heute scheint auch noch die Sonne über Rostock – welcome to the party!
31. Mai 2007 um 08:26
Oha. Retter T-Shirt.
31. Mai 2007 um 08:52
Polizeichef Abramowski findet den Begriff “Komplexe technische Sperre” (oder so…) besser als “G8 Zaun” oder gar “Stacheldrahtzaun”. Herr Honecker fand den Begriff “Antifschistischen Schutzwall” besser als “Mauer”. In der ARD und auch im Kinderkanal (Logo – die Nachrichtensendung für Kinder) gruseln sich zwei Heiligendammer Kinder vor den gewalttätigen Gipfelgegnern vor dem Zaun. Den Zaun selber finden sie cool und bauen ihn mit Lego im Kinderzimmer nach. Die Gipfelgegner wiederum werden als weltfremde, veganische Kost konsumierende Deppen portraitiert. Allein “Gipfelgegner” ist schon so ein pauschalisierender Begriff.
Hab ich was verpasst? Saßen wir in einem Zeitreisemobil 20 Jahre rückwärts? Verkommen die Medien zu staatstragenden Jubelpostille?
31. Mai 2007 um 09:29
Die ARD hat eine Gebührenerhöhung von 90ct beantragt (ZDF ca. 60ct und 26ct für Rundfunk). Das muss natürlich von einer staatlichen Kommission bewilligt werden. Ein Schelm wer böses dabei denkt.
31. Mai 2007 um 09:32
Habe es auch mit angesehen – die KIKA-Nachrichten. Sehr einseitig. »Staatstragende Jubelposse« ist in diesem Zusammenhang allerdings eine gewagte Bezeichnung. Es gibt Leute in Lederstiefeln, die gerne von Systemmedien sprechen. Diese haben – wenn überhaupt – nichts gutes im Sinn. Hey, Die Ordnungskräfte machen doch nur Ihren Job und sind voll peaceig drauf. Der Zaun von Herrn Honecker ging aussen herum, wenn ich mich noch recht erinnere. Damals waren wir die Büsche und Merkels. Ich, für meinen Teil, bin bekennender Gipfelmützenträger und froh wenn die ganze Kiste positiv draußen ankommt. Um sich für eine maßvolle und menschenfreundliche Globalisierung auszusprechen, gibt es doch klügeres, als Brandsätze zu basteln? Die SED-Nachfolgepartei PDS schaltet derzeit für viel Geld »NO G8«Plakate. Kann man da reinen Herzens noch ein Gipfelgegner sein?
31. Mai 2007 um 09:43
Zu »Die ARD hat eine Gebührenerhöhung von 90ct beantragt (ZDF ca. 60ct und 26ct für Rundfunk). Das muss natürlich von einer staatlichen Kommission bewilligt werden…«
Aha, welche dunkle Macht bewilligt das denn? Die staatliche Zaunfabrik? Die Merkel-Fernsehwerke? Oder Sie etwa, Darth Both?
31. Mai 2007 um 09:46
@ »Wäre ich Veranstalter von Modenschauen für Linksautonome, würde ich euch buchen.«
Dankeschön. Natürlich sind wir keine richtigen Linksautonomen, eher so mittelautonom. Kaputzenjacken sind sehr praktisch und modern. Da könnte man die Roten Floristen schon mal um ihre Arbeitskleidung beneiden. Allerdings kann der Modebewuste Protestant in diesem Sommer außer Schwarz auch mal ein freches Rot á la »Die Überflüssigen« tragen.
31. Mai 2007 um 09:52
@ welche dunkle Macht bewilligt das denn?
Der Deutsche Gebührenbewilligungsausschuß, DGBA. Die Sache ist aber sehr haarig, da das Gemium sehr streng ist weil wiederum die Bezüge seiner Beamten so unermesslich hoch sind…
31. Mai 2007 um 09:53
Früher war alles einfacher. Da gab es die Stasi, die Bullen und den ABV. Wir hatten ein klares Feindbild, lange Haare und fragwürdige Kleider aus gefärbten Windeln. Der Kirchentag glich eher einer Massenorgie und (zumindest mit 16) war man ein Held, wenn man ein paar Stunden von der Transportpolizei vernommen wurde.
Heute ist das alles viel schwieriger. Gegen wen soll ein 16-Jähriger denn noch revoluzzen? Die Polizei ist (meistens) superfreundlich und sehr geduldig, der ABV ist in Rente gegangen, die Eltern hören die selbe Musik und die T-Shirts sind schön billig. Made in Bangaldesch für einen Stundenlohn von 10 Cent. Globalisierung sei Dank!
31. Mai 2007 um 10:10
Bangladesch heißt das Land. Ordnung muss sein.
31. Mai 2007 um 10:15
Ich meine aber, es sollte auch ein Land namens Balgadesch geben. Zumindest klänge das viel verheissungsvoller, als Bangladesch, finde ich.
Balgadesch – Herzen in Aufruhr
Balgadesch – Perle des Orients
Balgadesch und der Zorn des Khan
Balgadesch und der Großwesir
31. Mai 2007 um 10:20
Gestern wurde der scheinheiligendammer zaun, die komplexe technische sperre, geschlossen. da fiel mir ein lied der grenztruppen der ddr wieder ein. das hatte diese tolle zeile: “klappe zu. affe tod. …” – ich hoffe nur, dass man sich inzwischen nicht so weit hochgeschaukelt hat, dass dann wirklich etwas passieren muss – auf beiden seiten.
31. Mai 2007 um 10:33
Aber stylish ist das Machwerk schon. OBI?
31. Mai 2007 um 10:37
der stylische soll ja nach dem gipfel wieder abgeschraubt werden. (warum eigentlich?) den könnte man wirklich über heimwerkermärkte absetzen. zum beispiel als bohnenrankhilfe.
31. Mai 2007 um 10:42
Apropos T-Shirts:
Shagatam P8! Willkommen Bangladesch, Kambodscha, Nicaragua, Bolivien, Mosambik, Mali, Sambia und Uganda!
31. Mai 2007 um 11:02
Tja, die P8-Staaten haben keinen Gipfel. Für sowas haben die weder Zeit, Nerven noch Geld. Bangladesch versinkt im Meer, Kambodscha muss sich um die Kinderschänder aus aller Welt kümmern, Nicaragua und Bolivien kriegen ihren Kaffee nicht mehr los, Mosambique ist immer noch vermint bis zum Anschlag und Afrika versinkt im Bürgerkrieg oder im Wahnsinn seiner Diktatoren.
Währenddessen flanieren 8 Hanseln und Greteln durch Heiligendamm, essen Sahneschnittchen und klopfen sich anerkennend auf die Schultern.
31. Mai 2007 um 11:24
Wie fängt ein Mathematiker eine Herde Schafe? Er wickelt sich in Stacheldraht und definiert sich selbst als „außen“.
31. Mai 2007 um 11:49
Richtig! Innen und außen sind, Einstein zitiert, relativ zu betrachten. Wer ist hier eigentlich außen?
31. Mai 2007 um 12:46
Die Bilder sehen ja fast zu gut aus – sind da eventuell zuviele Romantikpixel mit eingearbeitet worden ?
So schön darf doch das alles garnicht sein: Gipfelgegner bei alltäglichen Arbeiten…
Da lob ich mir doch die Polizei: die sehen immer so aus als haben sie entweder gerade aufgehört oder fangen gleich an jemanden einzufangen….
…darf man eigentlich Gipfelgegner sein OHNE beim antikapitalistischen Fluxwall gewesen zu sein ? Ich bin mir noch nicht ganz sicher ob ich denn einmal IM zu erwartenden “Rostocker Kessel” sein sollte oder durch abwesende Anwesenheit…
31. Mai 2007 um 13:22
“…noch nicht ganz sicher ob ich denn einmal IM zu erwartenden “Rostocker Kesselâ€? sein sollte oder durch abwesende Anwesenheit…”
Diese Frage beschäftigt mich auch. Aber vielleicht beantwortet die sich ja von selbst, weil man plötzlich mit seinen Penny-Tüten mittendrin steht. Deshalb ist es gut, wenn man in diesen Tagen immer ein sauberes Taschentuch, eine Knackwurst und idealerweise eine Flasche Limonade dabei hat.
31. Mai 2007 um 14:31
…und eine saubere Unterhose…hat Oma immer gesagt !
Am liebsten würde ich am Samstag den ganzen Tag Stadtführer spielen und
alles zufällig passieren lassen, was denn so passieren könnte…
Aaaaber: gleichzeitig in einem geöffneten und nicht vernagelten Laden Wache schieben UND sich an irgend einem Punkt in Rostock als Kesselgulasch zu fühlen wird wohl nix werden.
Da ja die Ladenöffnungszeiten zum Gipfel “frei” sind, werden wohl ganz sicher noch ganz viele Demonstranten nach dem Protest fröhlich shoppen gehen und dann kann ich die ja fragen wie´s war.
31. Mai 2007 um 15:29
@ »…werden wohl ganz sicher noch ganz viele Demonstranten nach dem Protest fröhlich shoppen gehen«
Klar! Wenn der Käthe-Kruse-Hase aus dem Protestzug gegen Verglobalisierung gefallen ist, muss sofort ein neuer her.
31. Mai 2007 um 17:48
G8-Gipfel in Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern) – 30.05.2007…
Eine aktuelle (30.05.2007) und neutrale Blog- und Nachrichten-……
31. Mai 2007 um 17:48
[...] heute Verbindlichkeit und Augenhöhe: Regeln für eine neue, globale Ressourcenpolitik Bildreport G8 Leben in Deutschland Protestplakate der letzten 30 Jahre Demoangebotspalette erweitern [...]
1. Juni 2007 um 19:47
Herr Lück, Herr Lück, Sie sind verlinkt! Was nun, werden wir berühmt? Komischer Weise sogar zweimal, ganz schön link!