Brasilien-Frankreich: Maserati mit Getriebeschaden
Das brasilianische Team galt vielen meiner Mitkommentatoren als Wolf im Schafspelz: »Jahaa, die können noch drei Gänge hochschalten« oder »die fahren jetzt noch untertourig, hehe…« Die Metapher mit dem rassigen Rennwagen passt schon. In Wirklichkeit hat sich aber leider das als Wahrheit herausgestellt, was man auch gelegentlich bei der Probefahrt exotischer Gebrauchtwagen erlebt: Der Händler sitzt neben Dir und redet in einem Fort vom »Klassiker, mit sportlicher Ruppigkeit und markanten Eigenheiten…« – in Wirklichkeit haben wir es hier mit Schrott zu tun! Er sieht vielleicht noch gut aus und hat einen Ruf wie Donnerhall, wird aber zu überhöhten Preisen und mit veralteter Technik von unterqualifizierten Leuten gebaut und dann von größenwahnsinnigen Schwallern verkauft. Mumpitz! Die frischen Franzosen haben die südamerikanischen Multimillionäre heim geschickt. Jetzt bitte kein Mitleid mit den Helden von gestern: Au revoir! On ne regrette rien!

3. Juli 2006 um 08:14
Jawoll, “Hochmut kommt vor dem Fall”, eine Nation liegt am Boden.
Sicherlich werden jetzt erstmal Volkstrauerwochen eingelegt, damit die Brasilianer wieder zu sich selber finden können. Sorry, aber das ein ganzes Volk noch nicht mal ansatzweise damit gerechnet hat, dass das Ganze auch mal schief gehen kann, zeugt von kompletter Selbstüberschätzung.
Nach dem Spiel konnte man noch hunderte von brasilinischer Fans auf den Tribünenplätzen im Schocktrauma mit Heulkrämpfen beobachten, die diese “größte Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt” einfach nicht fassen konnten. O-Ton eines Fans mit grün-gelb verschmierter Schminke im Gesicht: “Es ist so gemein, Brasilien MUß Weltmeister werden, alles andere darf nicht sein, es ist soooooo ungerecht”…ääääähhhh, bitte???? Ach ja, natürlich, nee, sicher, der Corcovado steht in Rio, die Bikinis sind an der Copacabana sind am knappsten und deshalb ist das ja klar, laber, schwätz.
Ekki, die Taufe ist gelaufen, aus familiärer Solidarität werden wir in scharz auftauchen und eine gelb-grüne Trauerbinde tragen.
Fertig, mußte doch mal gesagt werden.
3. Juli 2006 um 08:46
Eben, ist doch wahr! Von Caipirinha und Rumpsteak mit Ananas wachsen Dir eben keine strammen Waderln! Unsere quälen sich das ganze Jahr mit Waldläufen durch die feuchtkalte Lüneburger Heide und das macht sich halt auch mal bezahlt. Die Brasilianer sind mir ja von Herzen sympathisch, aber immer nur Kür und gar keine Pflicht machen den Weltmeister nicht…
3. Juli 2006 um 09:57
ja ja die brasis … der hervorragende zinedine yazid zidane hingegen hat seinen zweiten fußballerfrühling voll ausgelebt. was für eine freude ihm beim kicken zu zusehen. der man versteht technik und witz in einklang zu bringen. der “alte” man hat es den gelb-grünen ordentlich gezeigt.
3. Juli 2006 um 11:02
GENAUUUU!!
In Sachen Kür und Pflicht hab ich da auch noch etwas:
http://www.fun-one.de/der-ball-muss-ins-tor-79.html