Ausverkauft: Das wilde Auge!
Heute vor zehn Jahren hat ein Filmkenner mit etwas mehr Bregen in der Schale als diverse Blogbetreiber ein Buch über jenes Kinogenre veröffentlicht, das wirklich libertären Raum für Randständiges ließ: Der traditionelle Italo-Horror erhielt damit die Würdigung, die ihm Splatterfans in ihren ungelenken Schriften nie zukommen lassen konnten. Mille Grazie, Autore Keßler! Das humorvolle, unglaublich unterhaltsame Buch des besten deutschen Filmjournalisten Christian Keßler heißt übrigens »Das wilde Auge« und ist ausverkauft.
>>Jeden Tag neu: Christian Keßlers TV-Tipps


22. Juni 2007 um 11:28
Jo, ne!? »Keßlers Buntes« würde ich sagen! Auf der Internetseite des Bremer Freigeistes findet sich die zuweilen polarisierende Essentia delectatio der Musik: http://www.christiankessler.de/elvisx08.mp3 …und der Unterhaltung: »Mir war mau im Magen, weswegen ich mich nicht ins Getümmel stürzte, sondern es vorzog, mir im Schneidersitz meine Klöten von den Schwingungen der Basslautsprecher durchmassieren zu lassen, was insgesamt auch ein schönes Erlebnis ist! Dabei wurde viel geraucht, viel zu viel…«
Das Sie uns – als Wächter der Blauen Tonne – diesen Herren nahelegen kommt doch nicht von ungefähr, oder?
22. Juni 2007 um 12:53
Sicher, der Mann ist gebürtiger Bremer, lebt aber jetzt m. E. im Westfälischen. Auch steht er auf Punk und ähnliches – das macht ihn aber doch nur menschlich sympathisch, meine ich. Immerhin, schreiben kann er, spricht offenbar fließend italienisch, ist weit gereist und kennt alle guten Filme. Ein solcher Mann ist im Herzen rein!
22. Juni 2007 um 12:56
Ja, aber wie das mit Geheimtipp-Büchern so ist – nicht mehr lieferbar. Leider habe ich jetzt erst die TV-Tipps des Herrn Keßlers gelesen und deshalb den Russ-Meyer-Film heute nacht auf arte verpasst. Russ Meyer – ganz große Kunst! Herr Keßler scheint wirklich ein Fachmann zu sein. Der italienische Horrorfilm der 60er und 70er – da schnalzt der Liebhaber des Trashmovies nur mit der Zunge.
Übrigens bin ich kürzlich auf ein interessantes Genre gestoßen: die italienischen Kannibalenfilme der 70er. Dagegen können die heutigen Hollywood-»Schocker« wie Hostel 2 (übrigens trotz schlechter Spiegelkritik und dem künstlerisch schwachem ersten Teil zu empfehlen) nicht anstinken.
Die Italiener hatten es schon in den 70ern besser drauf, ekelhafte, perverse, sexistische und geschmacklose Splattermovies zu produzieren. Meine Empfehlung: »Cannibal Holocaust« (ungeschnitten) von Ruggero Deodato. Der deutsche Titel heißt »Nackt und zerfleischt«.
22. Juni 2007 um 13:12
Sehr geehrter Herr George, in diesem Kontext empfehle ich Ihnen das Standardwerk »Kannibalen!« von Aaron Boone, das sich für Komplettsammler dieses merkwürdigen, aber interessanten Subgenres hervorragend eignet.
Wer auf synthetische Musik, melodramatisch-italienische Schauspielkunst und den Verzehr von rohen Schnitzeln steht, der sollte in das handliche Brevier einmal reinschauen:
Kannibalen! – Aron Boone – Verlag: Medien Publikations- und Werbegesellschaft mbH (MPW) – Sprache: Deutsch – ISBN: 3-931608-19-0
22. Juni 2007 um 14:06
Also wenn mich jetzt einer von Euch zu Bier und Hackigel nach Hause einladen würde – ich wüsste nicht, ob ich annehmen sollte. Kann denn ein Mensch, der eine schöne Freundin und eine süße kleine Tochter hat, so blutrünstig sein? Kerle!
22. Juni 2007 um 14:15
Ist alles harmlos, was damals produziert wurde: Jede Folge von »Profiler« und »CSI Miami« hat heutzutage mehr Schockeffekte und Sektionen, als alle alten Römer in den Siebzigern zusammen genommen.
Einzig interessant an den Filmen sind die seltsame Schmuddeloptik und die Sensation des Verbotenen – bis vor wenigen Jahren kam wegen dieser Kassetten tatsächlich der Staatsanwalt in die Videothek: Jetzt läuft Schlimmeres im Abendprogramm auf RTL und VOX!
22. Juni 2007 um 14:21
Ich warte noch auf das Deutsche Kettensägenmassaker auf KiKa. Das wird ein Spasssss. Da wird der Kleine wieder sagen: »Hör mir auf mit dem Kinderkram und mach mal etwas Vernünftiges an!«
22. Juni 2007 um 14:22
Auf Kika? Gibt es doch schon. Nennt sich Teletubbies.
22. Juni 2007 um 14:24
Ahhhhh! Nicht diese Sendung… da schlafe immer so schlecht! Gott sei Dank sitzt der Kleine immer neben mir und hält mir bei den besonders furchtbaren Szenen die Augen zu.
22. Juni 2007 um 14:25
Ja, wenn die lieben Kleinen nicht wären. Kinder an die Macht!
22. Juni 2007 um 14:44
Ich preise in diesem Kontext nochmals die wunderbare Arbeit des in Deutschland einzigartigen Filmclubs Buio Omega, der mit vielen, vielen Filmveranstaltungen und traumhaften Plakaten die verschollene Welt des abseitigen Kinos von gestern am Leben erhält!
>>Blogstory über den geheimnisvollen Filmclub Buio Omega
22. Juni 2007 um 19:03
Alte Filmplakate sind schon etwas zauberhaftes – denn die Grafik und der Stil können den Betrachter viel mehr in eine erwartungsvolle Stimmung versetzen als die lieblos zusammengezimmerten Kinoposter von heute….ich sach nur:
….von den Machern von…
Ich mach mich jetzt mal über den Filmclub Link her !
28. Juni 2007 um 20:02
Besonders schön finde ich Plakate der Sechziger und Siebziger – eigentlich die beste Zeit der Kinowerbung. Alleine die verrückten Trailer! Dazu gibt es eine Reihe sehr liebevoll gestalteter Websites mit Plakaten, Werbetrailern und mehr.
Die Filmfans zählen nach meiner Erfahrung zu den leidenschaftlichsten Sammlern und fanatischsten Materialjägern. Kann da aus Selbstschutz nur zum Teil mittun – sozialer Kontaktverlust und Nirvana wären sonst unausweichlich!
5. Januar 2008 um 17:04
sexivideo