CD: Neunzehnhundertachtundsiebzig.

Mythos der Siebziger: »Arbeiterporsche« Opel GT!
Mancher kennt sie vielleicht, die ambitionierte, historische CD-Reihe der Süddeutschen Zeitung, welche die größten Hits aus jedem Jahr zusammenstellte und mit einem ansehnlichen Büchlein voller Bilder und Geschichten rund um die Musik präsentierte. Die tausendteilige Serie ist im Rostocker Pressezentrum erhältlich.

1978: Gefährlich, aber gut.
Mir geht es um die Ausgabe 1978 – ein Jahr, das so toll war, wie diese CD: Argentinien präsentierte bei der WM einen glanzvollen Diego Maradonna auf dem Höhepunkt seines Könnens, die Sex Pistols schwadronierten in den Medien durch ihren Drogennebel vom Ende des Rocks und Disco explodierte noch mal so richtig. Das schmucke, weiße Büchlein legt Zeugnis ab von den Geschehnissen. Die CD im Buch ist genial in der Auswahl stilprägender Stücke, die seit ihrer Erstpressung kein bisschen gealtert sind.
Früher: Da war alles besser!
Oh ja: Das waren die Tage, in denen Musik noch gelebt wurde. Sid Vicious zieht im Interview auf das Böseste über Queen her und Blondie sieht aus, als wenn sie auf der Bühne eingeschlafen wäre – ein irrer Schnappschuss! Wer sich reinfühlen will in die längst vergangene Zeit vor allen Rauchverboten, Sitzpinklern und sanften Geburten:
Es war 1978, liebe Kinder. Es war gefährlich, aber gut!

31. Januar 2007 um 00:04
>> Es war 1978, liebe Kinder. Es war gefährlich, aber gut!
Ja, ich kann mich erinnern. Da hätte ich auf dem Weg zum örtlichen Radsportverein beinahe einen Unfall gebaut. Als 8-jähriger einmal durch die Stadt war damals schon ein Abenteuer. Bin dann aber doch bei den Leichtathleten geblieben.
Zum Glück, wie mir heute scheint, so sind mir zwar der Ruhm, aber auch die Drogenexperimente der Tretsportler erspart geblieben.
31. Januar 2007 um 11:19
Ich habe damals im Zeltlager mit zirka 50 Km/h einen Fußball an den Kopf bekommen und hörte danach für etwa eine Woche nur ein Piepgeräusch. Heute Anlass für einen Aufenthalt im Reha-Zentrum, damals gab es zum Trost eine Dose Cola und Gelächter. O tempora, o mores!
31. Januar 2007 um 12:12
1978 war ich erst ein Jahr alt.
31. Januar 2007 um 12:41
Ich war damals neun und trug Lederhosen. Mein Rollkragenpulli aus Nicki saß eng. Man raste auf Kettcars durch die Straßen, bis die Kette abflog und ernährte sich von Bratwurst mit Sauerkraut. Helmut Schmidt war Bundeskanzler und ernährte sich nach eigener Erinnerung von Cola und Mentholzigaretten. Wenn er mal das Bewußtsein verlor, was wohl öfter vorkam, half ihm seine Sekretärin wieder hoch. Kein Scherz! Die Plakate mit den RAF-Terroristen hingen in Baden-Württemberg an jedem Bushäuschen und die Frage, was mit den Gesuchten im Falle einer Verhaftung zu geschehen habe, wurde im Schwabenland pauschal mit »Hemache!« beantwortet.
31. Januar 2007 um 13:59
@marco: dito. hab mich auf das wesentliche konzentriert und laufen gelernt.
31. Januar 2007 um 14:21
Mit 9 Jahren bist Du noch Dreirad gefahren? Was ist »Hemache!«?
Fragen über Fragen. Vielleicht waren die kulturelle deutsche Mauer doch größer als ich vermutete.
31. Januar 2007 um 14:30
Kettcar! Kettcar! Das ist kein Dreirad, sondern so ein Tretauto! Außerdem heißt »Hemache« so viel wie »Niedermachen, zu Tode bringen«. Der genaue Kommentar wurde übrigens live vor den Toren des Hochsicherheitstraktes Stammheim aufgenommen. »Was sollte man mit den Insassen machen?« fragte der eher studentisch anmutende Reporter anno 1978 einen Passanten, der spontan antwortete: »Hemache! Eufach hemache!«
31. Januar 2007 um 15:21
Das ist ein Kettcar:
http://www.mytoybox.com/KET8869800.html
31. Januar 2007 um 15:26
Mit 9 Jahren bist Du noch Tretauto gefahren?
31. Januar 2007 um 15:31
Lies gefälligst den Link! Bis 12 sind die Dinger ausgelegt! Nur weil ihr in Rumänien als Schwabenkinder mit der blanken Faust den Pflug ziehen musstet! Sozialneid vom Feinsten!
31. Januar 2007 um 15:45
Mit 12 Jahren bist Du noch Tretauto gefahren? Womit habt ihr Randschwaben denn den Pflug gezogen, mit’m Tretauto, das bis 65 ausgelegt war?
31. Januar 2007 um 17:30
Randschwaben, Du Fichte? Kauf Dir erstmal ein Kettcar – das ist die Evolutionsstufe zwischen Fahrrad und Auto, verstoscht? Im übrigen haben bei uns nur baskische Wanderschwaben die Furche gepflügt, während wir in weißen Anzügen auf den Veranden unserer Schwarzwälder Kolonialvillen saßen und den geeisten Apfelmost verkoschteteten. Proscht, gell!
31. Januar 2007 um 18:13
Das mit der Evolutionsstufe sehe ich auch so. 4 Millionen Menschen in Deutschland können es nicht. Es ist aber noch nicht zu spät, auch du kannst lernen, auf einem Fahrrad zu fahren.
Das mit dem Apfelmoscht tut mir leid. Ich fürchte, da lässt sich wirklich nichts mehr machen.
31. Januar 2007 um 18:20
Wieso ischnda nix zum mache?
Verträgsch nix, Kerle?
No geh hoim und trink dei Milch, du Seggl!
31. Januar 2007 um 19:08
Also, der eingangs abgebildete Opel ist kein GT, sondern ein Opel Manta A, wie er von 1970 bis 1975 gebaut wurde. Die erste Manta-Baureihe war 1978 schon Geschichte. Das Foto zeigt übrigens eine schlimm gepimpte Version. Danach kam der berüchtigte Manta B, der mit dem schlimmen Proll-Image, den wir alle kennen.
1. Februar 2007 um 09:32
Hallo Thorsten, tut mir leid, ich hätte das für einen Opel GT gehalten: Lampe rauf, Lampe runter! Allerdings vorne. Das Pimpen des abgebildeten Mantas ist doch Siebziger Style, oder? Sind ja keine brutalen Schwarzlichter und Schweller drangebaut, wie? Du kennst dich ja wohl ganz gut aus, schreib doch mal was über Kultautos. Oder machst Du das schon und ich weiß nur nichts davon?
1. Februar 2007 um 15:49
Ich nehme die Gelegenheit gern wahr, die werte Aufmerksamkeit auf meine gerade wiederauferstandene Website generation-jetta.de zu lenken. Dort befindet sich in der Kategorie Kraftfahrzeuge bis jetzt nur ein Beitrag, über den legendären Citroën GSA. Da kommt aber bestimmt noch mehr, wie ich mich kenne …
Der Manta auf dem Foto ist eher so ohne Geschmack gepimpt, der Spoiler ist bestimmt nicht von Irmscher. Klar, es geht ganz sicherlich noch grässlicher, wie MTVs “Pimp my Ride” beweist.
1. Februar 2007 um 15:58
Irmscher-Produkte waren damals allerdings sehr beliebt. In den Achtzigern öffneten in Westdeutschland bereits die D&W-Tuninghäuser, deren Erfolgsgeschichte eng mit den halbseidenen Katalogen und ebensolchen Auftritten auf entsprechenden Fachmessen verbunden war. Dicke Schlappen* und fette Bassrolle waren damals Trumpf unter Maurergesellen!
*(nicht serienmäßige Breitreifen – bei Regen in belaubten, vorpommerschen Alleen allerdings äußerst pikant im Handling.)
28. Januar 2008 um 14:12
also, ich bin au immer kettcar gefahren… leider ging das dann zu bruch, und mein varter wollte es schweißen, was das kettcar aber nicht vor seinem frühen tod bewahren konnte. ich wär gern auch noch viel länger mit dem kettcar unterwegs gewesen. nicht etwa weil ich nicht fahrradfahren konnte… nein, vielmehr war es das fortbewegungsmittel mit dem meisten spassfaktor dieser zeit… schade, heut bin ich wohl zu groß für so´n teil, aber dafür fahr ich jetzt liebend gern auto (: – und nun zum thema kultautos: also, opel an sich hat ja meines erachtens in den siebzigern und achzigern die geilsten kisten gebaut. absolute favoriten sind 1. der opel gt (irgendwann werde ich einen besitzen…) und 2. der opel manta a. es gibt fasr nix cooleres auf dem markt als diese wunderschön geformten autos. das einzige, das sich in die nähe wagen darf ist ne 78er corvette…
grüße aus stuttgart…
28. Januar 2008 um 14:30
Grüßgottle zurück aus Rostock! Jaja, die Kettcars waren nix für die Ewigkeit, aber ein Riesenspaß. Nur im Downhillbereich flog gerne mal die Kette ab und schon musste wieder der Vati runterkommen und helfen! Opel GT ist und bleibt natürlich ein Meilenstein – unbesiegt. Adele!
5. Mai 2011 um 03:31
Toll, wenn man nicht einmal den Unterschied zwischen einem Opel Manta A und einem Opel GT kennt … Recherche ist das halbe Leben und man sollte nur über Dinge sprechen bzw. schreiben, von denen man Ahnung hat!
5. Mai 2011 um 08:21
Findest Du? Das wäre aber nicht so spannend, wenn sich hier nur Gebrauchtwagenhändler unterhalten würden, oder? Schönes Leben!