CD Tipp: The Dream of the Orb
Rauschhafter Ambient House, der dankbar macht und direkt von den heroischen Schöpfern des uralten Genres stammt.
»The Orb«, die überragenden Schöpfer des Ambient House, zeichneten sich in den letzten Monaten vor allem durch ihre phänomenale Live-Präsenz auf den führenden Festivals der Szene aus. Jetzt sind die Ex-Heroen von »Palais Schaumburg« und »Killing Joke« zurück mit einem neuen, mehr als überzeugenden Album. Nie waren sie melodiöser, rauschhafter und harmonischer als auf »The Dream«.
Eine wahre Traumscheibe wurde materialisiert, die den Winter endgültig aus allen Ritzen des kühlen Gehäuses vertreibt. Kein Wunder, dass der ewige Avantgardist David Bowie diese Band bis heute abgöttisch verehrt. Mit »The Dream« erklingt Musik, die Wärme, Licht und Farben aus den Boxen strömen lässt. Raum und Mensch sind erfüllt mit Freude und Dankbarkeit. Danken wir »The Orb«!


16. Februar 2008 um 01:22
»Little Fluffy Clouds«; was haben wir vor knapp 20 Jahren da abgefeiert! Ambient House hieß damals noch (oder schon?) Techno, weil House irgendwie schwul war.
Die aktuelle Platte klingt übrigens wirklich ganz gut, Herr Bäuerle. Was daran aber warm sein soll, dass müssen Sie mir erklären! Seit Jahren orbeln die Jungs doch im knarksenden Downtempo herum, schrauben üppige Intros vor ihre Elektromugge – digital und kühl – und Sie hören »warmes Licht«? In der Richtung würde ich dann doch eher Massiv Attack einen gewissen Heizwert zuschreiben wollen oder Thievery Corporation mit »Lebanese Blonde«.
Übrigens; ein Tip, wenn es mal etwas flotter sein darf: Tocadisco und »Better Begin«! Die Patte heißt »Solo«, weil er sie eigentlich nur für sich selbst gemacht hat, sagt er.
18. Februar 2008 um 08:16
Davon kenne ich leider außer Massiv Attack nichts, klingt aber reizvoll. Herrn Tocadisco werde ich mir dann mal zu Gemüte führen. »The Orb« und Ambient House an sich ist aber meines Erachtens nicht identisch mit dem, was man dieser schönen Tage unter Techno versteht – oder wollen Sie hier polemisieren und zuspitzen?
Diese Musik hier ist an und für sich, nach meiner geringen Kenntnis, doch mehr was für die Lounge, das Sofa, wenn auch noch nicht so ganz für den Fahrstuhl, zugegeben. Aber zwischen Bongabonga-Techno aus Oranje und dem zurückgelehnteren Material hier liegen doch wohl noch so ein bis zwei Gräder, oder?
18. Februar 2008 um 09:39
Wie wahr. Ihren »Techno der Gegenwart« nenn man ja wohl eher Electronica und nicht Ambient House. Die Mio. Spielarten des House haben i.d.R. einen Rhythmus mit punktierten Sechzehnteln, der sich wohl am Funk orientiert, habe ich gelesen. Ausserdem wird Techno ausschließlich technisch, d.h. mit Maschinen/Computern und nicht mit herkömmlichen Musikinstrumenten gemacht. Sonst wärs ja kein Tech!-no, gell.
Das Sie das zwar recht alte aber doch ganz schnuffelige Stückchen der Thievery Corporation nicht kennen, glaube ich nicht. Klicken Sie mal hier den Titel Nr. 4 an.
18. Februar 2008 um 10:16
Sehr feine Musik! Sie würden sich aber wundern, was ich noch alles nicht kenne. Immerhin habe ich viele Jahre nur die Schallplatten von Motörhead und Metallica in meiner brünierten Plattentruhe verwahrt. Ambiente gab es da höchstens mal, wenn im House Stromausfall war und ich eine schwarze Kerze mit Pyramidennieten entzündete. Keep it hard, keep it heavy, wie der Dorfrocker im Bushäuschen sagen würde.
18. Februar 2008 um 10:17
>> Rhythmus mit punktierten Sechzehnteln
Das dürfte dann nach Breakbeat klingen, also eher was zum Wachwerden.
18. Februar 2008 um 11:15
» Herr Greh loves his Breakbeat Culture! Gibts denn das noch? Ich dachte, Breakbeat wäre nach Prodigy endgültig in den Underground verschwunden, das war ja auch etwas anstrengend zu hören, oder? Habe da noch den extremistischen Soundtrack von SPAWN im Ohr, der verursachte echte Herzprobleme.
18. Februar 2008 um 11:39
Nein, nein. Eine besondere Vorliebe kann mir sicher nicht nachgesagt werden. Aber ich hatte ja mal einen Typen am Plattenteller mit in der Band, da bleibt schon was hängen (Singen kann der auch noch).
Will nur sagen: punktierte Sechzehntel sind schon ordentlich fix. Selbst bei einem sehr entspannten 60er Beat hast du 60 Viertelschläge in der Minute, folglich 240 Sechzehntel, also 4 in der Sekunde. Die sind außerdem nicht gerade, sondern punktiert. Das dürfte nicht mehr entspannt herüberkommen.
Außerdem scheint es mir eher untypisch (bin allerdings kein Schlagzeuger), Sechzehntel punktiert zu spielen, würde aber zum Breakbeat/Jungle gut passen, da hier als Stilmittel Schlagzeugbeats oftmals in doppelter Geschwindigkeit verwendet wurden. Das bedeutet, im Orginal sind es Achtel. Nur zu der langsamen Basslinie werden die dann zu Sechzehntel.
18. Februar 2008 um 11:42
Hefte raus, Klassenarbeit!
18. Februar 2008 um 11:49
Fensterentertainment aus Mexico-Vorpommern; geil!
18. Februar 2008 um 12:04
Witzige Website, da geht was!
18. Februar 2008 um 12:57
Herr Greh, sicher kann ich Ihnen in dererlei Diskussionen unmöglich die Wasserfarben reichen und schätze Ihre Meinung, in Musikfragen, ausserordentlich. Eine Kleinigkeit sollte bei uns beiden jedoch hängegeblieben sein: Nämlich, dass die gesamte binäre Popmusik auf einem sechzehntel Raster beruht, wo auch immer diese punktiert ist.
Als Schlagzeugerkind erhielt ich des öfteren am Sonntäglichen Frühstückstisch unfreiwilligen Rhythmusunterricht. Mein Vater klopfte dann mit den Fingern gern die punktierten Achtel oder Sechzehntel seines soggenannten »perligen Wechselschlags« und riet mir, es ihm gleichzutun. Was Sie da mit 60 faktorisiert haben, ergibt die BMP wenn ich mich nicht Irre. Diese dürften dann doch wohl eher, bei geschlossenen Becken auf 1/16 und der Betonung jedes Viertels (Trommel), einen schnöden 4/4-Takt ergeben und so bei angenehmen 120 bis 140 BMP rauskommen, oder?!
18. Februar 2008 um 14:24
Ich würde mich da jetzt lieber auch nicht weiter auf unsicheres Terrain wagen. Aber mal folgendes Beispiel: Mr. JoJo Mayer spielt einen entspannten Drum’n Bass Groove. Sehr geschmeidig, aber wirklich nach Entspannung hört sich das irgendwie nicht an, oder?
Übrigens verstand sich mein Vater auch in der sonntäglichen Kinderunterhaltung. Um die lieben Kleinen nicht zu überfordern – der Mann war schließlich ein studierter Komponist – sang er uns mit einem Grinsen ein Lied vor mit dem Legendären Text:
To
ma-ten-sa-lat To-ma
ten-sa-lat To-ma-ten
sa-lat To-ma-ten-sa
lat To-ma-ten-sa-lat
To-ma-ten-sa-lat To
ma-ten-sa-lat To-ma
ten-sa-lat To-ma-ten
sa-lat To-ma-ten-sa
lat To-ma-ten
18. Februar 2008 um 15:12
Wir hatten daheim vor allem Partyplatten von James Last, schön deftig mit Rollmöpsen und Hackigeln. Da musste man immer aufpassen, dass die Näschen feucht blieben. Fragen Sie mal Herrn Both nach den Igeln mit den Salzstangen, der kennt da eine ganz dolle Geschichte!
18. Februar 2008 um 15:14
Sehen Sie, das kommt davon. Salattomaten haben wir einfach nur gegessen, wenn es welche gab. Im Prinzip trifft auch Herr Mayer es schon ganz gut. Hier mal einige Taktschläge, die ich meine: klingk!