Bis wieder einer weint!
©Sebastiandorn/Pixelio/www.pixelio.de
Natürlich contra! Wer sich an die atomkriegsschwangere Bombenstimmung während der 80-er Jahre erinnert, der weiß, wie unangenehm das Gleichgewicht des Schreckens war. Nach der ersten »Wende« 1983 war der Bau von Atombunkern im Westen sogar mal steuerbegünstigt, weshalb sich mancher Häuslebauer einen schönen Hobbyraum unter dem Gartenhäuschen einrichtete.
Frieden schaffen ohne Waffen
»Petting statt Pershing« hieß es, Nicole reüssierte mit »ein bisschen Frieden« und Mütter konnten das Kriegsspielzeug ihrer Kinder, sagen wir mal einen chinesischen Plastiksoldaten, gegen geblümte Holzenten eintauschen. Schon aus geschmacklichen Gründen sollte man gegen Atomwaffen sein!
Damals ahnte übrigens noch niemand etwas von »Counterstrike« und »Medal of Honour«. Selbst das sterile Strategiebrettspiel »Risiko« galt als faschistoide Machoallüre! Zeitgleich stapelte sich in Ost und West die Nachrüstung, was dem Warschauer Pakt vermutlich ökonomisch den Hals brach – Gegentheorien erbeten.
Trotzdem war früher alles besser
Damals war der Atomtod täglich Thema auf dem Schulhof und im Westfernsehen. Trotzdem war die Zeit schön übersichtlich: Reagan contra Breschnew, der Rest schaute zu. Wer könnte denn heute alles, wenn er wollte? Russen, Pakistani, Amis, Inder, Israelis, Engländer, Franzosen, hab ich wen vergessen?
Eine Zeitlang waren Atomwaffen ziemlich out, bis Putin, Bush und die Mullahs merkten, wie langweilig Diplomatie und Kompromisslösungen sind. Jetzt wird wieder gerüstet und gebummst, wie zu besten Zeiten. Habe ich alles richtig verstanden?


19. Oktober 2007 um 09:27
Das »Problem« bei scheidenden Politikern ist häufig, dass sie sich selbst ein Denkmal setzen wollen. Sie ahnen sicherlich schon, dass zu ihren Lebzeiten das keiner freiwillig für sie tun würde.
Darum hat der Ede auch schnell mal für ein paar Milliarden den Transrapid nach Bayern geholt. Tja, und so ein Kuhjunge zettelt schnell mal noch den dritten Weltkrieg an. Man hätte George früher einfach öfter mal eine CD der Village People vorspielen sollen.
19. Oktober 2007 um 09:33
Meine erste selbstgekaufte Platte war das Doppelalbum »Live & Sleazy« von den Village People. Auf dem Innencover präsentierten sich Cowboy, Rocker, Soldat und Indianer. Worauf willst Du denn hinaus? Den Song »YMCA«, »Go West« oder »In the Navy«?
19. Oktober 2007 um 10:34
Mal schauen… ich war heute schon beim Finanzamt… mein Konto ist leer… mein Auto muss betankt und teilrepariert werden… meine Tochter ist nur am heulen und meine Minibar ist bis auf den letzten Tropfen ausgesoffen.
Mhhhh. Ich bin für Pro.
Nach mir die Sinnflut und ein Halleluja dem, was da folgt. Wahrscheinlich machen es die Kakerlaken besser als wir. Oder entwickeln die irgendwann auch eine Luft-, Wasser- und Bodenverpestende Industrie? So manch eine Kakerlake hat es ja schon in dieser Evolutionsepoche bis zum amerikanischen Präsidenten gebracht.
Aber mal im ernst! Ich habe schon ordentlich Schiss, wenn ich über meinen Tellerrand (meinen Einzugsbereich) blicke und sehe, was da alles noch passieren kann und/oder passieren wird. Wenn man hört, welch kranker Geist nicht nur in anderen Ländern und Regionen etwas zu sagen hat.
Für mich wieder ein Beweis, dass es keinen Gott geben kann. Und wenn doch, ist er ziemlich pervers. Amen.
19. Oktober 2007 um 10:52
Wobei ich ja weder den Boden verpestet habe, noch amerikanischer Präsident bin, noch Deinen Dispo ausgereizt habe, Martin! Schön fair bleiben!
19. Oktober 2007 um 11:41
Das nicht, aber immerhin hast Du es zugelassen, dass Nicole mit »ein bisschen Frieden« den »Grand Prix d´Eurovision de la Chanson« – heisst es so, du weisst doch alles – gewonnen hat! Jetzt kommst Du!
19. Oktober 2007 um 12:50
Ahh, Herr Bäuerle ist mal wieder in seiner Lieblingsdekade unterwegs. Atomare Angstzustände und die um Frieden bettelnde Schnalle Nicole…. Bitte auf die Premium Site gehen und Ton an: NICOLE 4 U
Zum YMCA fällt mir eine Geschichte aus dem YWCA (dem weiblichen Pendant) in Dar es Salam ein. Dort war ich mal mit Johnny Gad, welcher bei unserem Aufenthalt die Situation gleich ausnutzte und ein christliches junges Mädchen glücklich machte. Den Anschiss der Mutter Oberin vor sämtlichen Logisgästen bekam allerdings ich. Das fand ich ganz schön fies Johnny!
@»…was dem Warschauer Pakt vermutlich ökonomisch den Hals brach – Gegentheorien erbeten.«
Nein, die gibt es nicht.
19. Oktober 2007 um 13:20
Herr Richter, die 80-er haben den Vorteil, ein abgeschlossenes Sammelgebiet zu sein, das zur Auswertung freigegeben ist – so ähnlich wie DDR-Briefmarken.
Ihr Johnny Gad scheint mir ein rechter Rauhbatz zu sein: erst fromm tun und dann zur unchristlichen Zeit den Agnostiker rausholen – da muss sogar der liebe Gott weinen! Aber mal davon abgesehen, dass geografische Angehörige der letzten erfolgreichen Religion des 20. Jahrhunderts, dem Sozialismus, in katholischen Mädcheninternaten absteigen: Was haben christliche Vereine in arabischen Ländern verloren? Ist das nicht ein Fall für die Kollegen mit ernstem Blick und Bumms im Gürtel?
>> 80-er-Zigarettentest
>> 80-er-Suppentest
19. Oktober 2007 um 13:38
@ abgeschlossenes Sammelgebiet
Zu Versteigerung kommen:
3 DDR Geschirrtücher in Orginalverpackung
Hersteller: VEB Oberlausitzer Textilbetriebe –
Betrieb im Kombinat Baumwolle – Teilbetrieb Oberoderwitz
Träger des Karl-Marx-Ordens –
Betrieb der ausgezeichneten Qualitätsarbeit (logisch)
Preis: EVP 11,70 Mark
19. Oktober 2007 um 13:48
Sammele leider ausschließlich Räuchermännchen aus dem Thüringerwald. Die gab es in den 80-ern immer als Gegengeschenk für unsere Adidas- und Marlboro-Westpakete. Originalton der Eltern, wenn wir Kinder darüber grienten: »Die haben halt nicht so viel!«
19. Oktober 2007 um 14:02
@ Räuchermännchen aus dem Thüringerwald
Gesandelt oder bemalt?
19. Oktober 2007 um 14:07
Kalt erwischt!
19. Oktober 2007 um 14:13
http://www.erzgebirge-shop.de/product_info.php/info/p1229
19. Oktober 2007 um 14:20
3-4 Tage Lieferzeit? Was ist da los, muss der Baum noch gegossen werden?
19. Oktober 2007 um 14:29
Bitte nicht so despektierlich! Nach Aussage meiner Großmutter ist das gesandelten Zeugs das Wertvollste. Wenn sich meine Oma von einem Stück ihrer Kollektion trennt, dann bekomm ich immer nur die bunten Teile.
Schleifen bis die Ränder schwarz werden..
19. Oktober 2007 um 14:39
»Schleifen, bis die Ränder schwarz werden…« kenne ich noch vom Wehrdienst, da auch gerne als »Schleifen, bis das XXX im XXX kocht« bezeichnet. Grüße an Ihre werte Großmama mit dem guten Geschmack für Schlichtes. Recht so, die bunten Teile nach Hamburg aussortieren!
19. Oktober 2007 um 14:40
@Gott: Ok, das mit dem Dispo und dem Präsidenten geht wahrscheinlich zu Lasten des Teufels. Aber Fluten, Erdbeben, Stürme, Pest, Hunger, Dürre und der Rausschmiss wegen eines Apfels zeugen von einer gewissen Schuld. Alles zugegeben und dokumentiert in der »Heiligen Schrift«. Darunter auch die Androhung weiterer Taten. Dieser Missbrauch der Macht ist nicht nett.
19. Oktober 2007 um 14:46
Ich finde, das Gut-Böse-Schema passt nicht wirklich auf Gott. Immerhin hat er ja nicht nur den Rausschmiss, sondern auch den Apfel erfunden. Aber auch den Wurm im Apfel. Und die Zellen des Wurms. Und die Zellen der Zellen. Hilfe, ich will in die Zelle!
19. Oktober 2007 um 16:06
Toll! Den Apfel erfinden und mir unter die Nase reiben. Aber anfassen is nicht. Schön.
Würmer mag ich auch nicht. Schon garnich in Äpfeln.
Eine Zelle ist die kleinste Einheit. Sie enthält keine Zellen mehr. Kann sich aber durch Zellteilung vermehren.
19. Oktober 2007 um 16:06
Wer braucht schon Bio oder Geschichte wenn er die Bibel hat.
19. Oktober 2007 um 16:12
Kreationismus meinst Du. Irgendwie haben die Geschichten mehr Fleisch, als das Biobuch. Auch die Dramaturgie dreht besser. Fand ich als Kind schon!
20. Oktober 2007 um 13:05
Der Kreationismus ist doch beinahe das einzige Gebiet, in dem radikale Christen und Moslems übereinstimmen. Habe da letztens ne interessante Doku drüber geschaut, wo Genetiker und Mikrobiologen einem erklärten, das Darwin falsch lag und wegen ihm die Menschen in der Sowjetunion hungern und die Juden, Sinti, Roma, Behinderten, Kranken, etc. im Nazireich ermordet wurden. Muss ein Wissenschaftler, gerade wenn es nur so ein unbekannter wie darwin (vor der seinem werk) sich für das Falschverstehen seiner Theorien verantwortlich machen?
23. Oktober 2007 um 08:50
Ich glaube, dass man ihn bewusst missverstanden hat. Ansonsten müsste man ja auch klassische Musik, Friedrich Nietzsche und Schäferhunde verbieten, denn das fanden die Nazis ja auch alles prima! Ach so, die Christen und Muslime sind sich noch über etwas anderes einig: Dass die Atheisten knusprig in der Hölle gebraten werden, wenn sie nicht zumindest besonders gütig und sozial gelebt haben!
23. Oktober 2007 um 09:12
Religion ist scheiße.
23. Oktober 2007 um 13:14
Das ist ja ein interessanter Gesichtspunkt! Danke für diese erhellende Information – ich glaube, ich trete jetzt aus der Kirche aus.
23. Oktober 2007 um 14:15
Naja, mit Religionskritik kann man in den atheistischen Ostlanden nicht wirklich punkten. Der obige »Religion ist…«-Standpunkt ist zwar etwas simpel, im Grundsatz aber durchaus richtig.
23. Oktober 2007 um 15:15
Religion nach Zahlen – Zugehörige
* Christentum (2,1 Milliarden)
* Islam (1,3 Milliarden)
* Hinduismus (900 Millionen)
* Nichtreligiös (769 Millionen)
* Traditionelle Chinesische Religionen (394 Millionen)
* Buddhismus (376 Millionen)
* Nichtafrikanische Indigene Religionen (300 Millionen)
* Traditionell Afrikanische Religionen (100 Millionen)
* Sikhismus (23 Millionen)
* Judentum (15 Millionen)
* Spiritismus (15 Millionen)
* Bahai (7 Millionen)
* Jainismus (4,2 Millionen)
Quelle: adherents.com
23. Oktober 2007 um 15:40
Katholiken und Moslems liegen übrigens gleichauf. Nicht unwichtig, denn die Restchristen (Nicht-Papisten wie Amisekten, Protestanten, etc.) sind ziemlich schlaff organisiert. Wenn der Papst in den weltpolitischen Ring steigt, gucken seine Kollegen nur noch sparsam. Siehe Solidarnosc!
23. Oktober 2007 um 16:52
Wenn ich dieser Auflistung glaube (Achtung, große semantische Finesse hö hö), dann bin ich der Vertreter einer Minderheit. Die hier aufgezeigten Mehrheiten verdeutlichen wiederum sehr schön, warum es auf der Welt derartig viel politischen Unfug bzw. Krieg gibt. Ein besonderer Dank gilt hier den 3,4 Mrd. Monotheisten.
23. Oktober 2007 um 17:04
Wie belieben? Das heißt dann wohl, dass Kommunisten und Faschisten, übrigens allesamt eingeschworene Atheisten, im zwanzigsten Jahrhundert nicht das Verderben über die Menschheit gebracht haben, sondern die Religion?
Da vermag ich nicht zu folgen, mein Herr! Sie beziehen sich wohl auf das christliche Mittelalter und den Islamismus – selbst dieser hat jedoch nur sehr eingeschränkt etwas mit Religion und dafür sehr viel mit kulturellen Minderwertigkeitsgefühlen, etc. zu tun, wenn ich es recht bedenke, oder?
23. Oktober 2007 um 17:31
Jo, oft wird die Religion nur vor geschoben, um auch die letzten Reserven ein zu spannen. Was ist mit den Neuheiden und Heiden, kommen die gar nicht vor? Bei Odins Raben!
23. Oktober 2007 um 17:49
Ahh, ein Verteidiger des Glaubens. Ich hoffe, Sie vergessen nicht, dass die Amtskirche meist auf Seiten der Mächtigen stand, auch im 20. Jhr. und auch unter Hitler. Die paar »Befreiungstheologen« zählen da nicht viel. 2000 Jahre Christentum haben ja wohl eine eher bescheidene Bilanz hervorgebracht. In diesem Zusammenhang: Die letzten Zwangsmissionierungen durch die Amtskirchen (auch eine Form des Krieges gegen andere Kulturen) liegen noch keine 100 Jahre zurück.
24. Oktober 2007 um 07:45
Das wird sicher stimmen, Durchlaucht, auch wenn ich persönlich von Zwangsmissionierungen nichts gehört habe. Hingegen: Zwangsenteignungen und Zwangshaft durch linke und rechte Atheisten sind in den letzten hundert Jahren gelegentlich schon vorgekommen, oder gehe ich da fehl? Mit der Amtskirche haben Sie leider wie so oft Recht, die war häufig nicht besser als die schweigende Mehrheit, atheistisch oder auch nicht.
24. Oktober 2007 um 09:45
Ich hör ja schon auf. Zum Thema Zwangsmissionierungen: Das Beispiel bezog sich auf die Südsee. Im Netz (englisch/deutsch) findet sich dazu einiges, literarisch verabeitet wurde das Thema auch bei Somerset Maugham.
»Hulu hula«, oben ohne und »Gruppensex« kam bei den religiösen Oberlehrern aus Old Europe halt nicht so an. – > Buchtipp dazu: Bronisław Malinowski »Das Geschlechtsleben der Wilden in Nordwest-Melanesien«.
24. Oktober 2007 um 10:01
Dass »Hulahula« und »Oben ohne« bei Ihnen und Ihrem Kommilitonen Malinowski stets glänzend ankommen, mag ich nur zu gern glauben. Ihre Südsee scheint ja ein wahres Sündenbabel zu sein. Allerhand, mein Lieber!
24. Oktober 2007 um 12:59
Na, dann will ich Ihnen einige Informationen zu diesem Großen der Anthropologie nicht vorenthalten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bronis%C5%82aw_Malinowski
24. Oktober 2007 um 13:33
Vielen Dank, inhaltlich jedoch leider wie befürchtet ein Erotomane und Körperertüchtiger schlimmster Provenienz, Ihr Malinowski!
24. Oktober 2007 um 17:07
mhhh?
25. Oktober 2007 um 08:10
Dann noch mal in Ernst: Klingt sehr interessant. Schriebst Du nicht kürzlich, das sein Leben verfilmt wurde?