Der will doch nur spielen!

Gehört eigentlich immer den falschen Leuten: der Pitbull.
photo credit: jinnyjuice
Wieder einmal sind die Medien voll mit Meldungen über Bissattacken eigentlich kreuzbraver Bellos auf kleine Kinder. Die Haltung und das Heranziehen besonders großer oder gefährlicher Hunde scheint eine besonders häufige Ersatzhandlung für den Mangel an eigener Bedeutsamkeit zu sein.
Immerhin ergibt sich für derartige Hundehalter immer ein Gesprächsthema. Vor dem Zubeissen heißt es stets, »der will doch nur spielen«, nach dem Zubeissen folgt dann unvermeidlich der Ausspruch: »das hat der noch nie gemacht, der ist sonst so ein Lieber«. Schuld sind natürlich meistens die Gebissenen, die sich im falschen Moment am falschen Ort falsch bewegt haben. Nur Unfälle!

Todschick: Autoaufkleber eines friedfertigen Hundehalters.
photo credit: dierk schaefer
Dass Stadtbewohner große Hunde halten, ist nicht nur ein Ausdruck von mangelndem Selbstbewusstsein, sondern grenzt auch an Tierquälerei. Schlimmer: Dass in der Hansestadt Rostock auf öffentlichen Straßen und im Wald immer noch kein verbindlicher Leinenzwang herrscht, ist die juristische Grundlage für kommende, katastrophale Beissunfälle.

22. Mai 2010 um 18:07
Ihr seid doch keine Tierfreunde, oder??? Ich stehe zu meinem Hund und im Notfall kann ich mich auch selbst verteidigen…
23. Mai 2010 um 09:24
Das ist recht und billig. Im Notfall einfach Scheibe einschlagen.
25. Mai 2010 um 11:38
Schwieriges Thema. Unsere Familienhunde sind – da gut erzogen – über jede Kritik erhaben. Einerseits. Andererseits führt die große Anzahl der „undressierten“ Köter und deren auf dem Trottoir zu findende Ausscheidungen bei mir regelmäßig zu HASS. Ich habe Freunde, die führen beim Grillen auf öffentlichen Plätzen immer Pfefferspray mit. Bei Kötern die nicht auf Herrchen/Frauchens Ruf nicht parieren, machen die davon auch Gebrauch. Eigentlich widerstrebt mir derartiges, aber…..
25. Mai 2010 um 12:16
Sehr richtig. Der Hund an und für sich ist ja amoralisch. Der Mensch dagegen wird, je nach Persönlichkeit, ein geeigneter oder ungeeigneter Halter sein. Leider dominiert häufig zweitere Spezies, wenn ich in meinem Wohnquartier den Blick durch die Gassen streifen lasse.
28. Mai 2010 um 08:44
Am Ende sind es immer die Halter, die nicht die erforderliche Reife besitzen, einen Hund zu führen. Die Kinder dieser Halter sind übrigens zumeist das Spiegelbild des Hundes, unerzogen und beißwütig.
Man kann grundsätzlich jeden Hund erziehen. und wenn man es sich nicht selbst zutraut, muss man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, und dies von Anfang an! Da sieht der geneigte Halter aber zumeist Einsparungspotential, was sich dann später in einem Unfall rächen kann. Selbst ein Pitbull ist ein lieber Hund, zwar nicht nach meinem Geschmack, grundsätzlich aber schon. Schlimm ist nur, dass nach einer Attacke immer der Hund mit dem Tode bestraft wird, obgleich es sein Herrchen/Frauchen war, die ihm nicht haben beibringen können/wollen, dass er seinen Instinkt zu unterdrücken hat. Gut – Todesstrafe für Herrchen/Frauchen wäre nun übertrieben, einen Hund sollten sie aber NIE wieder halten dürfen. Bei Zuwiderhandlung Knast!!
28. Mai 2010 um 09:45
Die Argumentation der Schusswaffenbesitzer in den U.S.A. ist ganz ähnlich strukturiert, wie jene hiesiger Hundehalter: Die Besitzer wehren sich gegen jede Einschränkung unbescholtener Bürger, sprechen von Hexenjagd und staatlicher Bevormundung, Populismus der Politik und dergleichen. Die ewig gleiche These in zahllosen Varianten: Nicht Waffen töten, sondern ihre Eigentümer!
Das allerdings ist die Ideologie der Verantwortungslosigkeit. Wenn schon nicht für einen Hundebesitzerführerschein, so bin ich doch zumindest für einen generellen Leinenzwang innerhalb Rostocks, wie es in vielen anderen Städten bereits üblich ist. Bei Zuwiderhandlung und mutwilliger Verkotung der Gehwege ist Strafe angebracht, mindestens in ähnlicher Konsequenz wie bei der hier doch recht intensiven Verfolgung von Falschparkern. Anderswo ist auch dieses Vorgehen längst usus!
30. Mai 2010 um 10:40
@Ekkard: Das sehe ich genauso! Mir tun nur die armen Hunde leid, die wegen fehlender Konsequenz ihrer Halter eingeschläfert werden, wenn die hätte durch eine Ausbildung verhindert werden können. Es fehlt hier also die Reife, wenn man es so will, der Führerschein. Auch dafür wäre ich.
Verantwortungslosigkeit ist es nicht, denn der Halter wird definitiv zur Kasse gebeten werden müssen, egal was der Hund (Böses) tut, er muss also die Verantwortung übernehmen. Nur den Hund einzuschläfern, weil er seinem Instinkt folgt, der ihm nicht abtrainiert bzw. der noch durch zu lockeren Umgang gestärkt wurde, finde ich unverantwortlich. Leinenzwang innerhalb einer Stadt wäre i.O., wenn es Orte gäbe, an denen das Freilaufen gestattet ist und meinethalben die ÜBRIGEN Gäste darauf hingewiesen werden.
30. Mai 2010 um 20:01
Ganz genau! Ginge ich beim Durchschnittshalter von Dir und mir aus, wären überhaupt keine Gesetze notwendig. Leider ist es eben nicht so, wie man hoffen könnte. Hunde sind für sehr viele Menschen offensichtlich ein Statussymbol und Objekt zur Einschüchterung Dritter. Gute Besserung auf diesem Wege!