Deutsche Normalität
Die Wahl ist vorbei und nein! dies wird kein Artikel über das für und wider des Wahlergebnisses. Dafür gibt es Spiegel Online. Das entsprechende Diskussionsforum, ist mit aktuell 323 Seiten einfach nicht zu toppen. Was ich aber bemerkenswert finde ist, dass die Vielfalt der Biografien die unser politisches Spitzenpersonal vorzuweisen hat, wieder ein Stück größer geworden ist.
Als Kanzler, Minister und Abgeordnete saßen und sitzen im Bundestag unter anderen:
Helmut Schmidt, Bundeskanzler und ehemaliger Wehrmachtsoffizier
Christian Ströbele, Abgeordneter und rechtskräftig verurteilt wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung > RAF
Joschka Fischer, Außenminister und ehemaliger APO Kämpfer, PLO Sympathisant, Taxifahrer und, und, und…
Angela Merkel, erste und dazu noch kinderlose Bundeskanzlerin Deutschlands – und dies als ostdeutsche und CDU Mitglied
Otto Graf Lambsdorff, Wirtschaftsminister der nach seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung, sein Abgeordneten Mandat nicht abgab und es noch zum Parteivorsitzenden der FDP brachte
Nun also Guido Westerwelle, Abgeordneter und designierter Außenminister der sich mittlerweile offen zu seiner Homosexualität bekennt. Der erste schwule Außenminister wäre er übrigens nicht, dieser Titel wird Adenauers Außenminister Heinrich von Brentano zu teil.
Natürlich sind die aufzählten nicht repräsentativ für den Bundestag und man muss keinen der genannten besonders mögen, aber eine Frau als Kanzlerin, dazu ein schwuler Außenminister und im Auditorium der altlinke, permanent nervende “RAF Ströble”, das hat auch was.


28. September 2009 um 21:57
Ich gebe zu: DIE beiden habe ich nicht gewählt, aber ich werde mit Ihren “Mängeln” auskommen, denn die Alternativen Monarchie und Diktatur wären überhaupt nicht spaßig.
…solange Oliver Pocher noch nicht in die Politik geht, gehe ich auch wählen !
2. Oktober 2009 um 10:55
Schön, Herr Richter, dass Sie nicht wieder Herrn Gysis vermeintliche Vergangenheit bemüht haben. Ansonsten finde ich es auch erbärmlich, was unter dem Deckmantel der Demokratie alles so verborgen ist. Man könnte natürlich auch anders argumentieren und behaupten, wer gemäßigt sein will, muss auch einmal extrem gewesen sein
Nein, im Ernst. Wenn man korrekt wäre, würde man diejenigen, die uns lenken sollen und damit gleichzeitig eine Vorbildfunktion einnehmen, aus dieser verantwortungsvollen Tätigkeit entlassen, sobald sie eine entsprechende “Verfehlung” begangen haben – und zwar ohne Anspruch auf weitergehende Bezüge!
Würde dieses Damoklesschwert über ihnen schweben, würden sie nicht in Versuchung geführt. Warum sollen sie nicht genauso für das geradestehen, was sie machen, wie diejenigen, die zu führen sie gewählt wurden?
Allerdings verdient jeder eine zweite Chance, die er nutzen sollte. Wir müssen unbedingt nach vorne schauen und uns nicht permanent mit dem Gestern befassen. Wenn jemand eine gute Leistung erbringt und sich engagiert, ist er der Richtige für den Job, wenn nicht, wird er ersetzt, Punkt! Wir sollten uns nicht mit der Besteuerung von 450.000 Rentnern befassen, wenn wir (abgesehen vom moralischen Aspekt) schon von vornherein wissen, dass da nicht viel zu holen ist. Das kostet mehr, als es den Steuerzahler entlastet. Wir sollten uns nicht bemühen, Jamaika, Ampel oder Hummel zu verhindern, sondern Ideen entwickeln, wie wir alle aus der Krise kommen. Wir sollten nicht krampfhaft einen dubiosen “Investor” suchen, wenn bereits feststeht, dass damit den Werften nur eine teure Galgenfrist gewährt wird, sondern ein neues Konzept für den Standort HRO/HWI entwickeln – und zwar GEMEINSAM!
Am Ende, wenn feststeht, wer die Wahl gewonnen hat, ist es nicht Aufgabe der Opposition, prinzipiell dagegen zu sein, sondern, vernünftige Vorschläge durchzuwinken oder kompromissbereit zu sein. Wir sollten uns bemühen, einmal weniger an unsere Pfründe zu denken, als das WIR-Gefühl wieder zu stärken, Knowhow (unser einziges Kapital) nicht für nen Appel und ‘n Ei zu verhökern und eine einheitliche Schulbildung anzustreben, so dass es später heißt: Eine Ausbildung in Deutschland gilt es anzustreben. Die Marke “Made in Germany” muss wieder deutlicher hervortreten. …. Amen
2. Oktober 2009 um 16:14
»Deutschland, Deutschland, spürst Du mich?« sang einst Maseratifahrer Markus bei Dieter-Thomas Heck in der ZDF-Hitparade, weil es damals noch selbstverständlich war, die Metaebene als Bezugsgröße zu wählen. Man war links, rechts, gut, böse, alt oder jung. Heute sind alle irgendwie jung, ziemlich unpolitisch und gut oder böse gibt es eigentlich auch nicht mehr. Wenn alles egal ist, gibt es auch keine Marke mehr, es sei denn JVM liefert sie frei Haus aufs iPhone. Brave New World!
4. Oktober 2009 um 08:45
@ den Standort HRO…entwickeln
Angesichts der der Parteienvielfalt und der zum Teil grotesken Entscheidungen die im hiesigen Rathaus schon gefallen sind, würde ich für die Dauer von 1 bis 2 Legislaturperioden, für ein einfaches Mehrheitswahlrecht wie in Großbritannien plädieren.