Deutschlands dickste Kirchenmäuse

©Fragenus/Pixelio/www.pixelio.de
Dicke, geschmacklose Mecklenburger: Nicht schön, aber selten.
Was durften wir nicht schon alles vernehmen von Forschern und Empirikern: Die dicksten, trinkfreudigsten und modisch geschmacklosesten Deutschen leben demnach angeblich hier, im beliebtesten Urlaubsland der Republik. Vom Aussterben sind wir außerdem bedroht, da die weibliche Bevölkerung im paarungsfähigen Alter scheinbar fluchtartig ihre Heimat verlässt.
Der banalste Rekord Mecklenburg-Vorpommerns aber, den sowieso jeder jährlich erwartet, wurde nun erneut bestätigt. Wir sind und bleiben die Ärmsten. Die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns verdienen rund ein Viertel weniger als die Durchschnittsdeutschen. Arm, dick und hässlich sind wir also. Aber dafür selten!

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28. März 2008 um 08:58
So macht das Aufstehen keinen Spaß. Kannst Du nicht mal was positives sagen?
28. März 2008 um 09:08
Wie ich schon sagte: selten sind wir! Und schön haben wir es hier! Sonst würden ja im Sommer nicht alle zur Erholung herkommen.
28. März 2008 um 09:54
…und wenn’s eines Tages mal andersrum geht, sind wir auf dem 1. Platz! Wir hungern nicht so schnell, weil wir was zuzusetzen haben. Wir haben weniger Falten, weil wir ausreichend trinken. Wir jammern nicht ständig über unser Aussehen, weil das schon immer katastrophal war. Über die Weltwirtschaftskrise lachen wir bloß, weil wir eh nix zu verlieren haben. Und Geschmack – wer braucht schon Geschmack? Als Uschi lebt es sich in Mecklenburg besonders nett, weil die Konkurrenz nicht so groß ist. Also ich find’s prima!
28. März 2008 um 10:09
Oh, Herr Bäuerle – Ihnen auch einen guten Morgen. Das wir alle doof. sind, haben Sie vergessen.
28. März 2008 um 10:27
Trinker? Sicher! Geschmacklos? Mhh, weiß nicht, das Ruhrgebiet hat auch seine schönen Seiten. In einem Punkt muss ich den Text aber korrigieren. Zumindest die dicksten Frauen gibt es bei mir auf der Arbeit, manchmal komme ich mir vor wie Al Bundy im Schuhladen. Ich verstehe nicht, dass junge Mädchen und Frauen schon Ärsche und Bäuche haben müssen, wie das Personal in der ehemaligen sowjetischen Landwirtschaft – und Oberarme, wie meine 90jährige Omi.
Neulich war ich mal wieder bei Gruner & Jahr und da fällt mir immer auf, dass der Anteil der Frauen mit suboptimaler Figur in der Verlagsbranche anscheinend eher gering ist. Gleiches kann ich auch feststellen, wenn ich einen Termin mit Kollegen aus oder andern Kreativagentur habe. Irgendwie scheint bei Verlagen und Kreativagenturen die normale Figur ein Einstellungskriterium zu sein. Mal abgesehen davon, dass die Mädels dort auch besser aussehen.
28. März 2008 um 10:37
Moment, die Frauen in und aus Mecklenburg-Vorpommern sind der schönste Schmuck unserer Heimat. Niemals würde ich ihre Grazie in Abrede stellen. Die Herren sehen hier allerdings gerne mal aus, wie ein gebräuntes Pfund Gehacktes mit Borstenschnitt und Thor-Steinar-Pulli. Kein Wunder, dass sich der weibliche Andrang ins Land so in Grenzen hält. Weiblicher Sextourismus stellt hier jedenfalls auf absehbare Zeit kein soziales Problem dar.
28. März 2008 um 10:58
@»…die Frauen in und aus Mecklenburg-Vorpommern sind der schönste Schmuck unserer Heimat.« Gerade noch die Kurve gekriegt… irgendwie passt das obige Bild aber nicht dazu. Die abgebildete Dame kommt also aus Sachsen oder Castrop-Rauxel.
28. März 2008 um 11:12
Lieber Herr Richter, irgendwann treten Sie ganz zufällig mal auf einen Sprengsatz. Die Frauen müssen nur noch herausfinden, wo der Zünder ist.
28. März 2008 um 11:20
Oho, der Richter und sein Henker! Ich gebe zu, der Scherz war jetzt etwas dürrenmatt… Entschuldigung dafür.
28. März 2008 um 11:35
@ »Henker«: Ach, das passt schon. Dicke Männer im bauchfreien T-Shirt wollen Frauen ja auch nicht sehen.
28. März 2008 um 14:02
@ »…das wir alle doof sind…«
Das liegt nicht am fehlenden intellektuellen Potenzial Mecklenburgs (war nur Spaß, Herr Lück!), sondern wohl eher an der Tatsache, dass Mecklenburg nie ein wirtschaftlicher Leuchtturm war. Aber das wird schon, wir müssen – Zitat Bismarck – nur »50 Jahre warten«.
Falls jemand der Meinung ist, die Wiedervereinigung sei Schuld an der etwas schwachen Quote von 170 Patenten (Baden-Württemberg: 13.638) in 2007, die passende – diese These bestätigende – Tendenzliteratur wäre das Buch von Olaf Baale mit dem schönen Titel »Abbau Ost«
28. März 2008 um 14:24
Ja, der Herr Baale. Auch ein ganz Schlauer! »Konkret sind sozialistische Schulden, keine marktwirtschaftlichen /…/ und müssen nicht zurück gezahlt werden«. Wäre ihm das mal nach dem 2. Weltkrieg eingefallen… oh, oh ;·(
28. März 2008 um 14:51
@ »Konkret sind sozialistische Schulden, keine marktwirtschaftlichen /…/ und müssen nicht zurück gezahlt werden«.
Der Satz ist richtig. Nach 1990 wurden Kredite aus DDR-Zeiten, die der Industrie und Landwirtschaft gewährt wurden von der Bundesregierung an Westdeutsche Banken verkauft. Dies geschah bei gleichzeitiger Aufwertung der Währung um 400 Prozent (aus Sicht der betroffenen Unternehmen). Folge: Pleite der Unternehmen, Abbau der Jobs = Folgekosten für den Staat. Dann Verwertung des Betriebsgeländes durch die Banken und Bau neuer Shoppingcenter für die nun vom Staat alimentierten Bürger. Zugegeben, das ist etwas zugespitzt, volkswirtschaftlicher Unfug bleibt es aber allemal.
Das ist in etwa so, als würden die Löhne per Dekret Staat um 400 Prozent inflationiert (nach unten versteht sich) während weiterhin private Verbraucherkredite – zum Beispiel fürs Eigenheim – inflationsbereinigt bedient werden müssten. I. d. F. gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Aufhängen oder Erschießen.
28. März 2008 um 15:35
Wenn man es nicht besser wüsste, könnte fast annehmen, Sie hingen der These nach, die Banken hätten sich die Landes- und Währungsunion ausgedacht und nicht etwa die ostdeutsche Bevölkerung. Die hat sich allerdings in überwältigender Mehrheit für Herrn Kohl und nicht etwa zum Beispiel für einen runden Tisch mit schwedischem Halbsozialismus oder ähnlichen Alternativmodellen entschieden.
Das mit den Shoppingcentern und den Arbeitslosen ist mir auch schon aufgefallen, aber ich kann mir kaum vorstellen, wie die DDR ohne das Geld von Bund und Banken heute aussehen würde. Ach, doch: ziemlich leer wahrscheinlich. Wäre aber nicht schlimm, denn dafür gäbe es im Westen vermutlich mittlerweile die 25-Stunden-Woche und Herr Lück könnte für 200 Euro oder zehn Stangen Marlboro den Landkreis Nordvorpommern als Paintball Range erwerben.
28. März 2008 um 16:39
@ Wenn man es nicht besser wüsste, könnte fast annehmen,
Danke!
Trotzdem, die Kreditgeschichte ist nicht falsch. Das Buch wirft ja die Frage auf, was wären damals mögliche Alternativen gewesen. Und zum Thema “DDR ohne Geld vom Bund”. Ist ja alles richtig! Aber, der Autor zieht im Buch einen interessanten Vergleich zu den ehemaligen Ostblockländern Ungarn, Tschecheslowakei und Polen. Alles Länder die auch nach 1945 durchindustrialisiert wurden (wobei die DDR ja die “BRD” des Ostblocks war). Diese drei Länder haben heute stabile Wachstumsraten von 3% und mehr, Werte vom dem der Osten nur träumen kann – und dies trotz der Zuwendungen aus dem Westen. Vielleicht liegt es daran, das die drei genannten Länder wirtschaftlich transformieren konnten, wogegen der Osten erst einmal abgerissen und dann wieder neu aufgebaut wurde. (oder auch nicht).
Die 25 Stunden Woche können sie übrigens vergessen. Lesen sie mal die “Agenda 2010″ und zwar die die Graf Lambsdorff schon Ende der 70er geschrieben hat. Kanzler Schröder hat da nur abgeschrieben. Ich hab in dem Buch einige interessante Zahlen gefunden, z. Bsp. das der Bund das letzte mal 1961 einen positiven Saldo ausweisen konnte. Ökonomisch macht das Schulden ausnehmen für Investitionen zwar Sinn, aber dafür ging das ganze Geld ja nicht drauf. Und damals war die Welt noch in Ordnung, also ohne Globalisierung, etc.
28. März 2008 um 18:47
…. vielleicht sind soviele Mecklenburger so dick, weil Sie immerzu versuchen die künstlich lecker produzierten Nahrungsmittel essen….
Und weil die nie so aussehen wie auf der Dose, kaufen Sie immerzu neue Dosen und Fertigpackungen, in der Hoffnung irgendwann mal eine zu öffnen, in der das dann so aussieht wie auf dem Serviervorschlag.
Da Mecklenburger kein Essen stehen lassen können, essen Sie immer auf und werden so immer dicker.
Also ist die Werbeindustrie an den dicken Menschen in MV schuld, weil Sie die Menschen in die Irre führt… oder so ähnlich….die armen dicken….
29. März 2008 um 12:10
@ vielleicht sind soviele Mecklenburger so dick, weil Sie immerzu versuchen die künstlich lecker produzierten Nahrungsmittel essen….
Ja, klingt logisch, würde die o. g. These bestätigen, dass der Mecklenburger doof ist.
Was ich aber viel spannender finde ist das Frauen oder Geschlechterbild das heranwachsenden Jungen bzw. jungen Männern vermittelt wird. Glaubt man der aktuellen Presse, dann sind selbstbewusste, schlaue und karrierebewußte Frauen im schwer im kommen. Wenn also der sich der erfolgreich durchsetzende weibliche Intellekt mit dem zunehmenden Übergewicht junger Frauen korreliert, dann kommt es nicht nur zur Waffengleichheit zwischen Mann und Frau auch in physischer Hinsicht, sondern Männer müssen sich unter Umständen dran gewöhnen, dass Frauen ihnen in intellektuellen UND physischen Belangen überlegen sind. Das würde die Emanzipationsbewegung doch sehr nach vorne bringen.
29. März 2008 um 12:49
Das ist doch längst Realität, mein Lieber. Sollte Ihnen entgangen sein, dass wir eine KanzlerIN haben? Fussballweltmeister sind auch die deutschen Frauen und nicht die Männer. So ist das nun mal.
29. März 2008 um 13:07
Ja, die Angie hat etwas zugelegt – mit Gewicht zur Macht, möchte man meinen. Auch die Ikone der Frauenbewegung, Frau Schwarzer, ist nicht gerade schlank. Das sieht nach einem tieferen Plan aus.
Gehen sie mir weg mit Frauenfußball, wer hat denn die drei Sterne auf der Brust?!
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