dunkelheit.jpg

6.45 Uhr. Es ist noch stockdunkel in Rostock, wenn ich aufstehe. Ich schalte alle Lampen an – morgens mit einem Strom aus Licht und Kaffee, abends mit Kerzen und Cognac. Doch zunächst folgt der Werktag: Tagsüber begleitet mich unheilvolles Dämmerlicht, das mit wagnerianischen Klängen untermalt werden möchte. Im Büro eine Lichtinsel! Doch hinter dem Fenster ein verhangener Himmel und schon ab 15.00 Uhr ein kahler, ausgeblichener Mond. Zum Feierabend hin trete ich wieder hinaus in die kalte, schwarze Nacht.

Das in anderen Wintern reflektierend erhellende Schneeweiß entfällt in diesem Jahr leider: Was am Boden bleibt, ist schwarz glänzender Asphalt, unterbrochen durch dunkle Pfützen und zerstampfte Feuerwerksabfälle. Ich knöpfe den alten Lodenmantel zu und mache mich auf den Heimweg. Wie leben andere? Ein mir bekanntes Paar verbringt das Mecklenburger Winterhalbjahr auf Mallorca. Andere heben das Gemüt mit Sonnenbänken und Barbesuchen. Düstere Gedanken, doch am Ende des Tunnels ist Licht: Meteorologen sagen einen heißen, hellen Warnemünder Strandsommer 2007 voraus. Das Warten lohnt sich!