Die Kreatur erhebt sich: Grillsaison!

Wurstgeruch liegt über Rostock – der Homo Thüros erwacht.
Die ersten Sonnenstrahlen kriechen durch Mecklenburgs geheimnisvolle Urwälder. Der pigmentarme Landesbewohner schiebt den groben Schutzfilm aus gepökelten Eisbeinresten und regionalem Leergut beiseite. Sein verhangener Blick schweift gedankenverloren zum knisternden Kombi in der Einfahrt. Mit einem Sprung steht er auf dem selbst verlegten Waschbeton und reißt ruckartig die verharzte Doppelgarage auf. Entschlossen streift er Spinnweben und Wintermüll vom Thüros.
Seine blassblonde Hand streicht verliebt über den treuen Grill aus Edelstahl, der ihm für das kommende Halbjahr, wie in all den Sommern zuvor, ein verlässlicher Gefährte sein wird.
Das Weibchen ist ebenfalls erwacht. Eilig reinigt es den klebrigen Rost und befüllt das Zaubergerät mit duftender Holzkohle. Jetzt blickt es prüfend zur Einfahrt hin und kratzt sich dabei nachdenklich am Arschgeweih. Doch Enrico ist bereits vergnügt summend auf dem Weg in den Ostsee-Park, um Bauchfleisch und Bier zu holen: Es ist Grillsaison!

26. März 2007 um 09:28
wie jetzt? die grillsaison beginnt? meine war noch gar net zu ende. 3 tage nach weihnachten und anfang januar gleich noch einmal.
26. März 2007 um 09:47
Sauber! Sehr, sehr lecker Herr Gold-Baeuerle. Mit dem neuen Textro-Energy sind sie die Anni Friesinger der deutschen Wortkultur! Mein Senf in dieser Sache kommt vom »ADC«, der am zurückliegenden Wochenende in Berlin stattfand:
PS: Die Aussage der Anzeige kann ich nur bestätigen. Aus dem fernen Thüringen kommen wirklich nicht nur Jenaer Wurstgläser. Auch die Frauen, die dort gefertigt werden sind wunderhübsch…
26. März 2007 um 09:59
Ja, glückliches Thüringen. In Pößneck liegen die Wurzeln der Bäuerles, weshalb ich, rein genetisch bedingt, auch keine Angst davor hätte, ein Vermögen für einen einfachen Grill auszugeben!
26. März 2007 um 10:11
Sie meinen, Sie hatten einen Pongo pygmaeus saalenses (Saale-Orla-Utan) in der Familie?! Eine beeindruckende Linie…
Ich hatte übrigens auch mal einen Thüros®Grill. Den ganz großen. Er wurde mir aus dem Garten gestohlen. Mein Tip: Thüros® an die Kette! Ich nehme den neuen lieber mit rein – Sicher ist sicher!
26. März 2007 um 10:28
Ja, danke für den Hinweis, doch wir wohnen ja Etage und nicht Parterre. Eine Hubschraubermietung lohnt sich für Bösewichter selbst beim Thüros wirklich nicht! Besitze bisher aber sowieso nur das Alu-Dreibein von der Tanke, Neupreis EUR 4,50. Da kriegt kein Mensch klebrige Finger!
26. März 2007 um 10:36
Das die Grills mitlerweile fast so viel kosten wie der Liter Sprit… Hier eine Reisegrill-Variante (eines meiner Lieblingsfotos). Der »Brändi« wird übrigens in einer Schweizer Behindertenwerkstatt hergestellt (Stiftung Brändi). Mit dem Kauf unterstützt man dort gute Arbeitsplätze!
26. März 2007 um 10:54
Ui, Dein Bild macht aber bedeutend mehr her als das im Brändi-Shop! Da muss schnell ein 18:1 zwischen Bern und Zürich geschaltet werden. Überschrift gibt es auch schon: »Brändi? Ja!«
26. März 2007 um 13:26
@ »Brändi? Ja!«
Genau, auch die Autofahrer ansprechen. »Braindi – Ein kühler Grill.« Wie wärs ausserdem mit »Grill & Kohle für einen guten Zweck«. »Grillmut statt Heuschrecken«? Das alles gibts dann im Rostamt grillig zu kaufen…
26. März 2007 um 15:22
In meiner südthüringischen Heimat hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen isst man Bratwürste, die sind viel schöner als hier! Obwohl, nicht wirklich. Sie sind lang, dünn und etwas angekohlt. Aber schmecken wirklich granatenmäßig und in jedem Dorf etwas anders. Der echte Eingeborene isst sie ohne Senf (Ketchup wird mit dem Tod bestraft) und achtet peinlich genau auf die Schnittrichtung beim Brötchen. Setzt man den Schnitt längs zur Kerbe des Brötchens oder schneidet man es waagerecht durch? Das variiert auch von Dorf zu Dorf. Wer es falsch macht, muss Gespött in einer fremden und unverständlichen Sprache in Kauf nehmen.
Noch eine Episode am Rande: In Erfurt am Anger gab oder gibt es den legendären “Bratwurscht-Bartel”. Er brutete die besten Bratwürste seiner Zeit und jeder rühmte sich gern damit, beim Bratwurscht-Bartel zu speisen. Bis eines Tages bekannt wurde, dass der Bartel seinen Senf spritzt. Nicht mit Frostschutzmittel oder Glutamat, sondern nature. Ihr wisst, wovon die Rede ist. Plötzlich wollte nie jemand dem Bartel seine Würste gegessen haben. Und viele Frauen in Erfurt wurden damals schwanger. Erzählt man sich.
26. März 2007 um 15:33
Danke, endlich versteh ich die Metapher vom Bartel und seinem Most
26. März 2007 um 15:39
Sauerei, den Senf zu barteln! Da gehört doch bloß Chinesenspucke und Eierlikör rein, oder?
26. März 2007 um 15:44
Ich sag nur “Leberwurstbrötchen”.
26. März 2007 um 16:07
… oder Spritzwurst!
26. März 2007 um 16:37
Genau, Ihr Porno-Metzger!
Und mein Hackigel kriegt ordentlich Spritzgebäck ins Töpfchen…
27. März 2007 um 20:26
Eieiei – so hat wohl jede Stadt ihren Protein-Bartel-Döner, oder?
28. März 2007 um 06:41
Ei, ei, ei – Verdorben!
29. Mai 2008 um 15:24
[...] sonst in Deutschland. Die Kausalkette schließt sich: Wir stehen morgens auf und beissen in die Haxe – zur Verdauung gibt es dann einen Schnaps, der natürlich nur mit Zigarette richtig schmeckt. [...]