Die Rostocker Tram – wohin bitteschön?
Gestern bog ich mit der Linie 2 vom Südstadtcenter in Richtung Nobelstraße, als eine rüstige alte Dame aufsprang, den Kopf schüttelte, auf die LCD-Anzeige sah und irritiert zu Tür ging. Dort drehte sie sich um und fragte mich: Seit wann? Ich erwiderte: Seit einiger Zeit schon. Ja – die Linie 2 fährt nun zum Südblick, statt zur Mensa, dafür fährt die Linie 6 jetzt zur Mensa, statt zum Südblick. Die Nr. 5 lebt und tingelt nun nicht – wie erhofft – über die neu geschaffene Abkürzung Goethestraße, sondern kurvt erst einmal um die gesamte Innenstadt, um dann in den Nordwesten zu gelangen. Unterwegs trifft man dann auf die Linie 2, die weltmännisch linksherum die Stadt umkreist, um anschließend nach Dierkow zu flüchten. Wahrscheinlich wurden die übrigen Linien auch gehörig durchmischt und von findigen Verkehrsexperten, die morgen mit dem eigenen Kfz zur Arbeit fahren neu verteilt. Für eine Fahrt vom Südblick nach Evershagen kann man nun gut und gern 50 min einplanen, wogegen es mit dem Auto 20 min sind. Toll gemacht! Weiter so!

Rostocker Straba – ein Jahr nach dem Start der Anti-Vandalismus-Kampagne

Wo sind nur die Fahrgäste? Im Auto unterwegs?

18. Dezember 2006 um 15:26
hey hey komm. immerhin muß man ab januar mehr kohle aufm tisch legen, um eines der begehrten tickets zu erhaschen. da kommt ein wenig kreativität seitens der rsag doch gelegen. für mehr geld – mehr von rostock sehen. sehr sozial. freue mich schon auf die zukunftspläne der rsag, wenn landnahe regionen mit einbezogen werden. von lüttenklein zum hauptbahnhof direkt über heiligendamm.
18. Dezember 2006 um 15:28
Da bin ich auch gespannt. Wenn ich nachher aber mit der Straba nach Bad Doberan länger brauche als mit dem Wochenendticket der Bahn nach Mailand haben wir etwas falsch gemacht
18. Dezember 2006 um 17:43
Ich “erfreue” mich auch immer mehr an der Preispolitik der RSAG. Das Kurzstreckenticket für 1,20 € als Alternative für den Gang zu Fuß ist für mich eine Frechheit. Vier Haltestellen dürfen damit abgefahren werden.
1. Hauptsitz Amt für Stadtgrün (ehemals Doberaner Platz)
2. Kröpeliner Tor
3. Lange Straße
4. Neuer Markt
Interessant wäre auch ein Reisezeitvergleich (ohne Weihnachtsmarkteinflüsse) zwischen Tram und Fußgänger.
18. Dezember 2006 um 18:12
Die Strapazenbahn fährt ja bis nach Dierkow, da bin ich auch schon mal spaßeshalber zur Endstation mitkariolt, als ich arbeitslos war und mich keine Zeitsorgen drückten. Schon nicht schlecht, da sieht man mal was von Rostock. Andererseits sind einfach zu viele pubertierende Jugendliche und Schnapsdünstende Sozialfälle an Bord, um wirklich unbeschwert zu reisen. In meinem Auto ist es alles anders: Ich bin allein, kann schnell fahren und mit mir selbst reden. Das sind viele Vorteile. Andererseits kann die Straßenbahn parken wo sie will. Herrjeh, wie denn nun!
18. Dezember 2006 um 18:52
Mal abgesehen von Preispolitik und Verkehrsführung mag ich ja besonders die Beleuchtung in der Bahn. Perfekt mit Neon angestrahlt sieht man immer gleich 10 Jahre älter aus. Wie schön – wenn auch nicht besonders schnell – war es doch in den Wagen aus den 60ern
–> http://www.gothawagen.de/
Ab 1967 gab es auch in Rostock Beiwagen-Betrieb mit Gotha-Gelenkwagen. Hierfür wurden die Gelenkwagen und einige LOWA-Beiwagen mit der ESW-Kupplung ausgerüstet. Erst mit der Ablieferung weiterer Gotha-Beiwagen in den Jahren 1967 und 1969 kam es auch zu reinen Gotha-Gelenkzügen. Später wurden die Gelenkwagen auch mit Reko-Beiwagen behängt
?????????????????
ja, ja, die Afficinados der Schiene
18. Dezember 2006 um 19:57
@ Ekki: Nicht, dass mich jemand falsch versteht. Einen großen Vorteil hat die Bahn. Ich muss keinen Parkplatz suchen und werde auch nicht an einer Ampel in eine wilde Schlägerei verwickelt, weil ich den haarigen 2m-Mann vor mir, der offenbar eingeschlafen war, angehupt habe. Alles in allem tolle Sache.
Wenn dieser Vorteil aber durch zu hohe Preise, eine sinnlose Streckenführung und schlechteren Service (gerade heute ist mir wieder ein Bus direkt vor der Nase davongefahren) “ausgeglichen” wird, kann ich auch nichts Gutes mehr an unserer geliebten Bahn finden. Die Herrschaften können nur froh sein, dass sie das Diskussionsforum auf ihren Internetseiten deaktiviert haben.
18. Dezember 2006 um 21:34
Was mir noch so eingefallen ist…
Wenn ich in die seltene Situation gerate, Straßenbahn fahren zu müssen/wollen, muss ich als Nichtmonatskarteninhaber einen Fahrschein kaufen.
Nahezu immer – steht dieser blöde Fahrkartenautomat auf der falschen Seite – und die Bahn kommt gerade dann, wenn er den Fahrtausweis druckt. Die Herausgabe des Wechselgeldes dauert in genau diesen Momenten gefühlte achthundertsiebenundneunzig Stunden und mir kommt die Überlegung, auf das Geld zu verzichten um die Bahn zu schaffen.
Dieses Gedankenspiel um mein hartverdientes Geld macht mich fertig.
– Das Verpassen der Bahn auch – Und das Straßenseitenwechseln auch.
18. Dezember 2006 um 23:22
@ Martin
Du sprichst mir aus der Seele! Auch ich habe, wenn ich mir einen Fahrschein kaufen möchte, meist kein passendes Kleingeld dabei. Die Scheine für die üppig bemessene Monatskarte werden ebensowenig akzeptiert wie meine EC-Karte – trotz vorinstallierter Technik funktioniert es meist gerade dann nicht, wenn man es braucht und an vielen Stellen sogar nie.
Ich freue mich ehrlich gesagt
schon wieder auf den Frühling, an dem ich mein Moped wieder aktivieren kann.
19. Dezember 2006 um 01:10
@ »…Afficinados der Schiene«
Jupp! Da muss ich doch gleich mal eine Lanze für die vanillefarbenen Milchstraßenbahnen aus Spätgotha brechen. Man konnte diese Dinger nachts sehr gut und von weitem kommen hören. Ausserdem machte es damals noch Sinn einen Spurt einzulegen, um eine verpasste Bahn an der nächsten Haltestelle doch noch zu erwischen. Die Heizung konnte der Fahrgast selbst einstellen. Von »extrem heiß« bis »total aus« war alles möglich; nur dazwischen gab es nichts. Ein Einzelfahrschein (bis zur Endstation) war ca. 8cm lang und 2cm breit und kostete 10 Ostpfenige. Mit einem beherzten Fausthieb auf den Aluknopf stanzte man mittels »Entwerter« eine wechselnde Lochkombination ins graue Recyclingpapier… Ein kleines Detail wurde mir letztens erst wieder in Gedächtnis gerufen: Die Straßenbahnfahrer hatten schmucke dunkelgraue Uniformen an. An beiden Kragenecken blitzen kleine T57er! Oh Gott! – So alt bin ich schon!?
19. Dezember 2006 um 10:45
Die Anzahl der möglichen Lochkombinationen war begrenzt. Und so führte ich eine kleine Sammlung an Tickets stets bei mir. Das gesparte Geld konnte ich hemmungslos gegen Brötchen (5 Pfennig) und Cola-Hit (25 Pfennig) eintauschen. Prima!
19. Dezember 2006 um 11:06
Schaffner in Fantasieuniformen, Recycling allerorten und Leckereien für alle. Klingt wirklich verführerisch! Baden-Württemberg?
19. Dezember 2006 um 12:53
Dann sollten wir aber noch die Holzbänke erwähnen, deren “Sitzpolster” man nicht zerschneiden konnte und welches universallendenwirbeltauglich daherkam … Der Locher war natürlich auch erste Sahne! “Hau-Den-Lukas” war nichts dagegen …
20. Dezember 2006 um 12:17
Hm, die Fotos sind kuhl. War das beim zweiten automatischer Weißabgleich oder ist das manuell “gebläut” worden?
20. Dezember 2006 um 12:32
rischisch – is etwas “nachgebläut”
worden
19. Juli 2008 um 22:13
Ich hätte damals auch Kot… können. NUn lebe ich in einer Stadt, aber es ist hier genau das gleiche Problem. Leider.
2. Februar 2009 um 20:14
Hallo liebe Fahrgäste der RSAG wir freuen uns euch nun mitteilen zu können das wir wieder einmal der jährlichen Tradition folgen und die Fahrpreise der RSAG im Februar 2009 weiter steigen.
Somit werdet ihr euch freuen das ihr ab jetzt wieder für:
-Stundenlanges warten in der Kälte,
-überfüllte und demolierte Fahrzeuge
-unfreundliches Personal (frag mich bloß nichts – Mentalität gibs gratis)
-und zuletzt völlig unpassende Fahrpläne
noch mehr abgezockt werdet.
Denn wir die Verkehrsplaner fahren im Fetten Mercedes mit Caufeur zur Arbeit.
3. Februar 2009 um 12:51
Oha.
3. Februar 2009 um 13:46
@Astrabyte: Tja, das sehe ich ähnlich. Eine Erhöhung kommt immer, auch immer häufiger und immer mit fadenscheiniger Begründung daher. Die Qualität allerdings lässt mehr und mehr zu wünschen übrig. Wo ich früher noch umsteigen konnte (von der 6 in die 2), falls ich die 5 verpasst habe, kann ich heute nur noch weitere 15 min in der Kälte auf die 5 warten, da die 2 erst 16 min später, also 1 (!) Minute nach der 5 einfährt. Das nenne ich Service!
Außerdem sehe ich auch oft die Bahn, in die ich umsteigen könnte, aus der in die Haltestelle einfahrenden Bahn bereits davoneilen. Auch genial gelöst. …
Gewinnsucht vor Qualität – ein Motto, welches sich durch alle Branchen zieht.
20. September 2009 um 21:39
Jetzt haben wir schon September und ich hab was zum positiven geändert.
Ich hab das Theater jetzt satt mit diesen Sch… Strabafahren.
Ich hab mir ein neues Fahrrad angeschaft und geb das Geld für die Monatskarten jetzt für mein Hobby aus.
Pech gehabt ihr RSAG ……. .
Ich werf euch keine Moneten mehr in den Hals.
Der Witz dabei ist das ich mit dem Fahrrad von der
Arbeit (in Schmarl) nach
Hause (wohne in Toitenwinkel, Hafenbahnweg) jetzt 45 min brauche.
Früher mit unserer tollen S-Bahn wo der Zug Richtung Seehafen Nord am Hauptbahnhof gerade losfährt während man noch aus der Bahn von Warnemünde aussteigt und schön die kleiner werdenden Rücklichter des Zuges Richtung Heimat betrachten kann war ich locker mal eineinhalb Stunden Unterwegs denn mit der Straba bis Dierkow und dann weiter mit der 49 gehts och nicht schneller weil man bei jedem Umsteigen mindestens 12 min auf den/die nächsten Bus/ nächste Bahn warten muss.
Ich fahre dabei durch den Fischerrei- und den Stadthafen also den langen Weg außen herum und nicht durch den Tunnel was einige vieleicht annehmen würden.
Ich werds auch im Winter so machen.
Selbst bei 10 Grad minus ist das Fahradfahren noch besser als mein Geld weiter dem tollen VVW zu überlassen.