DVD-Tipps zur See
Das Genre des Seefilms umfasst Hunderte von Abenteuer-, Historien- und Kriegsfilmen, die mehr oder minder sehenswert sind. Drei Produktionen, die auch heute noch faszinieren, werden hier kurz vorgestellt.
Master and Commander, 2003
»Master and Commander« spielt im Jahre 1805, als die britische Flotte im Zuge der napoleonischen Kriege durch die französische Marine bedroht ist. Captain Aubrey (Russell Crowe) auf der HMS »Surprise« muss sich in einem nervenaufreibenden Katz-und-Maus-Spiel mit dem französischen Schlachtschiff »Acheron« auseinandersetzen.
Die Bounty, 1984
»Die Bounty« sticht im Dezember 1789 unter Führung von Kapitän Bligh (Anthony Hopkins) mit dem Ziel Tahiti in See, wo Affenbrotpflanzen aufgenommen werden sollen. Durch die brutale Führung Blighs kommt es unter Offizier Christian (Mel Gibson) zur Meuterei.
Der Seewolf, 1971
In »Der Seewolf« geht Schriftsteller Humphrey van Weyden an Bord des Robbenfängers »Ghost«, der unter dem skrupellosen Kapitän Larsen (Raimund Harmstorf), genannt der Seewolf, fährt. Plötzlich erkennt van Weyden in Larsen seinen Jugendfreund wieder. Nun beginnt ein Kampf auf Leben und Tod…


21. August 2007 um 10:39
Acheron! Das Thema hatten wir hier schon einmal. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass ich damals zur See fuhr und mein Kahn »Acheron« hieß, mittlerweile aber schon verschrottet sein dürfte.
Was die Filmvorschläge angeht, so präferiere ich eindeutig den »Seewolf«, den Inbegriff eines harten Seemanns. Unbedingt eine Empfehlung wert. Gute Wahl, Herr Bäuerle.
21. August 2007 um 10:43
Danke für die Blumen, Herr Kaleu (auch ein guter Film), obwohl die Szene mit der Quetschkartoffel in der Faust von Raimund Harmstorf leider nur ein Fake war – die Gute war nämlich gekocht. Trotzdem ein toller Typ, sehenswert auch in dem kultigen Bankräuberfilm »Blutiger Freitag.«
21. August 2007 um 12:25
Unternehmen Petticoat
Der Blake Edward Klassiker von 1959 thematisiert den Überfall der Japaner auf die Philippinen im Jahre 1941. Achtung, der Film ist kein Kriegsdrama, sondern eine Komödie (!), die auf einem Boot spielt. Die Stars sind Cary Grant (auch die Uniform sitzt bei ihm perfekt) als Kommandant und Tony Curtis als ein etwas halbseidener Offizier. Höhepunkt des Films ist ein rosafarbenes U-Boot.
Das Boot
Ebenfalls unter Wasser spielt Lothar Günther Buchheims großes Epos über den deutschen U-Boot Krieg, 1981 verfilmt von Wolfgang Petersen. Da es sich um ein deutsches Thema handelt, natürlich keine Komödie. Der Film ist aber ein echter Klassiker!
Die Caine war ihr Schicksal
Von 1954 ist diese Verfilmung des gleichnamigen Buches von Hermann Wouk. Auch dieser Film spielt im zweiten Weltkrieg, diesmal an Bord eines Zerstörers der in einen schweren Sturm gerät. Oscarnominierung für Humphrey Bogard.
Warum eigentlich nicht die Verfilmung mit Marlon Brando, Herr Bäuerle? Ansonsten klasse Auswahl. Raimund Harmsdorfs Nummer mit der zerdrückten Kartoffel war wirklich groß!
21. August 2007 um 12:33
Herr Richter, zu Ihrer Frage »Warum eigentlich nicht die Verfilmung mit Marlon Brando, Herr Bäuerle?« möchte ich, wie folgt, Stellung beziehen:
Brando spielt die Rolle großartig und seine Fassung ist sicher der Klassiker. Die aktuellere Version von 1984 entspricht aber visuell und in ihrer rasanten Dramaturgie eher heutigen Sehgewohnheiten, beinhaltet außerdem viele spätere Superstars (Mel Gibson, Anthony Hopkins, Daniel Day Lewis und mehr). Am Besten ist wohl, man kennt beide, so wie Sie!
P.S.: Natürlich haben Sie Recht – »Das Boot« ist eine absolute Klasse für sich, auf jeden Fall das letzte Wort zum Thema »U-Boot-Film« – das sieht man selbst in den ansonsten filmgeschmacklich recht egozentrischen USA so, wie ich aus vielen Diskussionen mit dem Klassenfeind weiss.
21. August 2007 um 13:16
@ wie ich aus vielen Diskussionen mit dem Klassenfeind weiss.
ich sage nur “U 571″ mit bon jovi!
21. August 2007 um 13:25
Wollte jetzt nicht zu Parterre werden, aber in Hollywood gibt es offensichtlich Leute, die ein kleines Zimmer mit Rohrleitungen, Rotlicht und braungebrannten Laiendarstellern für ein Set zu einem U-Bootfilm halten. Ähnlich verhält es sich mit Filmen, in denen coole junge Leute und der Stealthbomber vorkommen. Wie originell!
21. August 2007 um 13:27
…oder U2 mit Bono, oder U96 mit Alex Christensen oder Roter Oktober… Wie wärs mit »Die letzte Nacht der Titanic«?
21. August 2007 um 13:32
>>Die letzte Nacht der Titanic kannte ich bisher nicht, gut sind aber auch »U 47 – Kapitänleutnant Prien«, »Panzerschiff Graf Spee«, »The Enemy Below« und »Sprengkommando Atlantik«.
21. August 2007 um 14:41
@»Die letzte Nacht der Titanic«: Eine eher unbekannte Perle zu diesem Thema. Völlig unverdient, denn der Film ist nach Camerons Monsterfilm ganz klar die Nr. 2. Lief letztens mal wieder im »Spät-TV.«
21. August 2007 um 14:49
Klingt ja überzeugend, die Herren. Werde ich mir dann gelegentlich mal zu Gemüte führen. Camerons Monsterfilm ist mir etwas zu herzig, da bevorzuge ich den Petersen-Megaflop »Poseidon« mit Altstar Kurt Russell.
8. November 2007 um 15:40
Hier wurden die wichtigsten Filme zum Thema Seefahrt und Marine angesprochen.
Zu Master and Commander: In Gegensatz zu vielen anderen Produktionen hält sich der Film eng an die historische Realität! Das heißt: das Schiff ist keine Filmkulisse, die irgendwie zusammengestoppelt wurde, sondern ein echter Segler, dessen Rigg dem eines kleinen Kriegsschiffes aus dem späten 18. und frühen 19.JH. entspricht. Die Manöver entsprechen der damaligen Zeit. Die Charaktere werden überzeugend dargestellt. Ein sehenswerter Film, bei dem das “Outfit” zur Handlung paßt. Die Schauspieler agieren überzeugend und bringen den Alltag auf einer Fregatte glaubhaft rüber.
Hier noch eine andere Empfehlung: “Des Konigs Admiral” mit Gregory Peck. Aus meiner Sicht ein Klassiker, der in der gleichen Zeitspanne spielt. Auch hier glaubhafte und nachvollziehbare Manöver und Handlungsabläufe. Wie oft sieht man in anderen Produktionen ein Segelschiff mit Phantasierigg, das Manöver fährt, wie ein Schnellboot. Bisher nur auf VHS gesehen und selber auf DVD gebrannt.
Die Meuterei auf der Bounty – x-mal mit mehr oder weniger Erfolg verfilmt.
Eine der besten Verfilmungen ist die mit Charles Laugthon in der Rolle des Kapitäns Bligh. Bligh war aber nicht so brutal wie er in Romanen und Filmen dargestellt wird. Er war auf den Reisen von James Cook dabei und nahm auch seinen Führungsstil an. Er starb in England als Viceadmiral.
Leider noch nicht auf DVD gesehen.
Über den SEEWOLF zu rezensieren ist müßig! Eine der besten Verfilmungen des Klassikers von Jack London ist der “ZDF-Vierteiler”In dem Vierteiler werden aber noch andere Jack London Romane verarbeitet.
“Das Boot” in mehreren Fassungen auf DVD, die beste ist der Dirctors Cut der Kinofassung. Die Fernsehfassung ist wirklich nur was für absolute Marinefreaks. Beide Fassungen geben aber ausgezeichnet die claustophobische Enge und die daraus resultierenden Spannungen zwischen den Besatzungsmitgliedern wieder. Mit Recht ein Klassiker.
8. November 2007 um 15:51
Hallo, Herr Hudak, danke für Ihre detaillierten Schilderungen. Was halten Sie von »Sink the Bismarck« (Die letzte Fahrt der Bismarck), einer hochgelobten und äußerst dramatisch inszenierten Produktion aus Großbritannien? Sie liegt mittlerweile im edlen DVD-Schuber vor.