Ampel-Albtraum: Rostock sieht Rot!
Jeden Morgen, jeden Abend das gleiche nervenaufreibende Spiel: Ich versuche, gemeinsam mit einer Legion von Köfferchen tragenden Bürohengsten, allein erziehenden Fahrradanhängermüttern, Mountainbikern in engen Peinlichkeiten und anderen Normal-Asis meiner Bauart die August-Bebel-Straße in unter acht Minuten zu überqueren!
Die Verkehrsplaner der Hansestadt haben die Ampelschaltungen offensichtlich längst ihrem Schicksal überlassen, vielleicht werden sie auch von Erdstrahlen oder Mondphasen gesteuert: dafür sind aber mittlerweile alle Straßen zwischen der Südstadt und Wilhelmshöhe verkehrsberuhigt und verpollert.
Jeder mich besuchende Gast wundert sich über die Demut, mit der die Rostockerinnen und Rostocker diesen Wahnsinn hinnehmen. Durchfall, Drogen, Depressionen – was macht erwachsene Menschen so mutlos?


7. Mai 2007 um 08:59
Dann mach um die Grubenstraße und den Friedhofsweg besser einen großen Bogen. Der neuen Umsteigesituation ist es geschuldet das durch attraktiven Wohngegenden die Blechkarawane rollt. Alles nur zur Verkehrsberuhigung. Oder doch Verkehrserziehung?
Lustig ist auch der Verlauf des Südringes. Liebling aller Kurvenjunkies. Zauberhafte Links-Rechts-Kombinationen.
7. Mai 2007 um 09:15
@Ekki: Man hats nicht leicht. Versuch doch mal das Unangenehme mit dem Schönen zu kombinieren. Zuerst kaufste Dir diesen Rucksack hier:
http://www.dermausmeister.de/images/sonstiges/corm-65-37005-3.jpg
Dann geht es los zum werktäglichen Unablaß (Arbeit). An der Ampel transformierst Du dann Deinen Rucksack. Nimmst lecker Pausenbrot und frischgebrühten Kaffee, aus der Thermoskanne, zur Hand und während Du genüßlich den Magen füllst, schaust Du Dir Deine Mitmenschen an. Für den Fall, dass Du noch satt vom ersten Frühstück bist, kannst Du auch einfach Deine Tagesplanung durchgehen oder Du zählst die vorbeifahrenden Autos. Im Auftrag des Straßenbauamtes kann man damit auch noch Geld dazuverdienen.
7. Mai 2007 um 09:20
Ich sags doch: Drogen! Oder fernöstliche Religionen! Entschuldigung, aber meine Lebenszeit verinnt und ich stehe an der Ampel. Ich bin nun mal keine Zwanzig mehr! Und wenn ich über rot gehe, gucken die Leute auch noch böse!
7. Mai 2007 um 10:52
Ich habe es aufgegeben, den Südring in einem Zug, ohne an einer Ampel anhalten zu müssen, durchfahren zu wollen. Egal mit welchem Gefährt Du unterwegs bist – es erwischt Dich immer! Ich weiß nicht genau, ob das Taktik ist. Vielleicht will man die Autofahrer, die noch den Geschwindigkeitsrausch der A20 intus haben, einfach ausbremsen? Oder man will auf die Citylight-Plakete neben der Fahrbahn aufmerksam machen? Oder man will nur Frust aufbauen, damit beim Spurt zur nächsten Ampel und dem vergeblichen Versuch, die Grünphase abzupassen, das rote Blitzlicht zuschlagen kann….. ich weiß es nicht. Frustrierend ist es jedenfalls.
Die Ursache liegt aber auf der Hand. Die wirklichen Verkehrsplaner haben sich lukrative Jobs im Westen oder anderswo gesucht, was übrigblieb, schaltet und waltet nach eigenem Belieben … und wohnt sicherlich in Toitenwinkel
7. Mai 2007 um 10:53
@ Jeder mich besuchende Gast wundert sich über die Demut, mit der die Rostockerinnen und Rostocker diesen Wahnsinn hinnehmen
Das Land/Volk/die Ossis – ist satt, faul und interessiert sich halt nur noch für… ach was weiß ich, ist scheiß egal, geh doch bei rot über die Ampel
7. Mai 2007 um 10:56
ANZEIGE!!!! Das melde ich dem ABV (Für die Wessis unter uns: ABV=Abschnittsbevollmächtigter)!
7. Mai 2007 um 11:03
Allerdings, Genosse Richter, Aufforderung zu einer Straftat und dazu noch Gossensprache! Herr Bloehe muss es wissen, er ist bundesdeutscher Rechtsgelehrter mit Fachgebiet »Petzen gehen«…
))
7. Mai 2007 um 11:07
Ach der ABV. Eine Respektsperson, ein König und ein Opfer der Wende. Was durfte der gute Mensch nicht alles machen. Jeden verpfeifen und dafür belobigt werden, laut spielenden Kindern ungestraft an den Ohren ziehen und Misstände zur Anzeige bringen. Heute hält ihm beim Bäcker keiner mehr die Tür auf.
7. Mai 2007 um 11:11
@:Ach der ABV. Eine Respektsperson, ein König und ein Opfer der Wende…. Heute hält ihm beim Bäcker keiner mehr die Tür auf.
welche schöne Sätze der Würdigung! Danke!
7. Mai 2007 um 12:25
Der gute (alte) ABV ist mitnichten der Wende zum Opfer gefallen. Er ist schlichtweg zum Kontaktbeamten mutiert, sozusagen DEM Bindeglied zwischen weltfremdem Beamtentum und realitätsgeplagtem Volk. Er ist der Präpensionär Deines Vertrauens, zum Anfassen, Streicheln und Verhören. Gut – er hat weniger Pflichten. Am Ohr ziehen is nicht, da gibts Ärger mit der breiten Antiauthoritätsbewegung. Allein unterwegs sein ist wohl auch nicht mehr drin. Wahrscheinlich zu gefährlich – ihr wisst schon, die Groupies, die an seiner Schützenschnur ziehen wollen ….
7. Mai 2007 um 12:52
Kann mich an einen Aufenthalt mit 16 in Ostberlin erinnern, bei dem ich beobachtete, wie eine Omi die Straße bei Rot überquerte und von einem Polizisten in Reiterpumphosen und schwarzen Stiefeln wortwörtlich »zurückgepfiffen« wurde. Da hatte ich etwas Angst und war doch froh, als ich wieder daheim war, wo die Polizisten höchstens mal wegen der kaputten Fahrradlampe geschimpft haben. Allerdings war ich auch kein RAF-Terrorist, da gings bestimmt anders zu, gell.
7. Mai 2007 um 13:10
Es gibt Wiederstand !!!!
Ich erlebe es täglich!
Die neue Ampelanlage an dem großen OSPA Gebäude
war ja lange Zeit eine Baustelle, an der sich das ROTGEHEN
nicht nur anbot, sondern auch die einzige Möglichkeit war,
um überhaupt auf die andere Seite zu kommen.
Seitdem und trotz der Strapazenbahn gehen viele nur noch bei ROT.
Scheinbar sind die Erdstrahlen durch die Bauarbeiten sowas von beschädigt worden, das der Respekt vor der roten Farbe nicht mehr durchdringen kann !
WIR BRAUCHEN MEHR SOLCHER BAUSTELLEN !
7. Mai 2007 um 13:23
@Reiterpumphosen.. sehr schön Herr Bäuerle.
Die Reiterpumphosen auch Breeches genannt, waren die wohl “deutschesten” Bestandteile einer Uniform.
Mit dem Ende der NVA 1990 verschwanden sie dann endgültig aus der militärischen Kleiderkammer. (Wie übrigens auch die Ledermäntel)
Diese sehr zackig wirkenden Hosen finden sich heute nur noch bei der einen oder anderen Polizeireiterstaffel.
Eigentlich schade, aber da sich mit diesem Erscheinungsbild auch andere Assoziationen verbinden, muß das sein.
Die bundesdeutsche Paradeuniform – zu bewundern beim großen Zapfenstreich – sieht dagegen wirklich lasch aus.
7. Mai 2007 um 13:33
Breeches klingt allerdings wirklich um einiges schmissiger, mit dem Namen würde ich mir auch welche kaufen. Gibt es vielleicht eine ähnlich kredible Bezeichnung für Pudelmütze? Topball? Cotton Headz?
7. Mai 2007 um 14:44
Shopping-Tipp
Übrigens gibt es sowas auch in den einschlägigen Geschäften für die sog. hundertfünundsiebziger….
Das war m.E. auch der wahre Grund für das Beibehalten dieses Beinkleids, nach dem Zusammenbruch! Ich weiss ausganz sicherer Quelle von orgastischen Partys der Gruppe Ulbricht auf ihrem Weg von Moskau, bei dem das besprochen wurde..
7. Mai 2007 um 15:36
Hier noch ein besser gestellter Herr im besten Alter, der im schönen Österreich lebt, ein Herz voll von reiner Liebe besitzt und es gerne mit ebenso gesinnten Kameraden teilen möchte: Herr in Pumphosen.
7. Mai 2007 um 15:59
Nun die Herren, auch jene der jüngeren Roten Ampel Fraktion, ich möchte hier dann doch ein wenig Licht ins Dunkel dieser abwegigen Diskussion bringen:
Eine Ampel (von lat. ampulla »kleine Flasche, Ölgefäß«), auch die gemeine Verkehrs- oder Fußgängerampel ist von Haus aus immer und grundsätzlich rot. Andere (Zwischen)schaltphasen sind lediglich ein Zugeständnis an die kranke Welt von »Mc Stiefel« und seine Freunde.
Die wirkliche Bedeutung ist folgende: Die Rote Ampel – oder besser »das Ewige Licht« – ist in der katholischen Kirche eine symbolische Lampe, die immer an ist. Sie zeigt den Ort der eucharistischen Brotgestalt an (auch Tabernakel genannt), wo die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden. Jenes Licht ist rot, weil es das Blut Christi symbolisiert. Im Alten Testament, Buch Jesaja, Kapitel 60, Verse 19 und 20 finden sich folgende Prophezeiungen: »Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der Herr wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der Herr wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.«
8. Mai 2007 um 09:41
Amen!
(Das musste sein .. wann findet die nächste Bergpredigt auf den eisigen Höhen der Kösterbecker Berge statt? Ich bin da!)
9. Mai 2007 um 07:27
Amen, ich sage Euch, in meinem Reich hört die Rotphase nicht auf. Denn Ihr sollt die Langsamkeit wieder entdecken und innere Einkehr finden. So spricht das Ordnungsamt.
11. Juni 2007 um 22:14
Die Rotphasen sind da um die Straßenbahnen voll zu kriegen.
Öffentlich Verkehrsmittel rentieren sich erst, wenn die Mitfahrer Backe an Backe drin stehen. Und davon ist Rostock noch meilenweit entfernt.
13. Juni 2007 um 06:53
Backe an Backe! Da stehe ich lieber noch länger.
15. Oktober 2007 um 08:54
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