Ampelampe

Jeden Morgen, jeden Abend das gleiche nervenaufreibende Spiel: Ich versuche, gemeinsam mit einer Legion von Köfferchen tragenden Bürohengsten, allein erziehenden Fahrradanhängermüttern, Mountainbikern in engen Peinlichkeiten und anderen Normal-Asis meiner Bauart die August-Bebel-Straße in unter acht Minuten zu überqueren!

Die Verkehrsplaner der Hansestadt haben die Ampelschaltungen offensichtlich längst ihrem Schicksal überlassen, vielleicht werden sie auch von Erdstrahlen oder Mondphasen gesteuert: dafür sind aber mittlerweile alle Straßen zwischen der Südstadt und Wilhelmshöhe verkehrsberuhigt und verpollert.

Jeder mich besuchende Gast wundert sich über die Demut, mit der die Rostockerinnen und Rostocker diesen Wahnsinn hinnehmen. Durchfall, Drogen, Depressionen – was macht erwachsene Menschen so mutlos?