Eine Reise nach Rukieten

Gehört in Rukieten zum Standard: Sitzmäher.
Rukieten liegt an einer Bundesstraße bei Schwaan, durch die der Schwerverkehr Richtung Brandenburg donnert. Diverse Stichstraßen und Feldwege, an denen alte LPG-Häuschen und Ökobutzen friedlich neben einander koexistieren, bilden den eigentlichen Ort Rukieten. Alle zwei Stunden wummert ein Eurofighter im Tiefflug über die dieser Tage bereits abgeernteten Stoppelfelder des Umlandes. Ansässige Rentner und Arbeitslose blicken dann kopfschüttelnd von ihren Sitzrasenmähern und Schwalbensatteln gen Himmel auf.
Die wenigen Urlauber aus der Stadt plaudern gern mit den Ureinwohnern über Immobilienschnäppchen und die Gastronomie Rukietens: Im »Deutschen Haus« gibt es 0,4 Liter Pils für zwei Euro. Unser Hausnachbar geht deshalb seit zwei Jahren nicht mehr aus. Nepper, Schlepper, Bauernfänger!
Ansonsten steht man hier auf frisch gewaschene Dieselkombis, frei laufende Riesenhunde und den Duft von Napalm am Morgen, bzw. Grünschnitt am Nachmittag. Rukieten ist übrigens ganz leicht zu erreichen: Der ÖPNV-Anbieter »Regionalverkehr Küste« fährt den verträumten Flecken mit seinem komfortablen Liniennetz gleich mehrmals täglich an. Auf Wiedersehen in Rukieten!

10. September 2007 um 08:33
[...] Gegen Rostocker September Eine Reise nach Rukieten [...]
11. September 2007 um 10:05
Der Stern berichtet heute ich seiner Onlineausgabe, dass leider auch das Bier teurer wird. Da wird wohl der eine oder andere Sitzmäher in der Garage bleiben müssen.
11. September 2007 um 15:51
Ja, nüchtern den Rasen mähen – das schließt sich wohl von selber aus. Außerdem ist ab 11 Uhr in Rukieten sowieso Happy Hour, denn dann sind die Jüngeren schon vom Amt zurück und die Älteren haben den Kaffee fertig. Cheerio, Miss Sophie!