Elektrofolien aus England
©Oculus/Pixelio/www.pixelio.de
Englische Ladies and Gentlemen lieben es klassisch-elegant und modern zugleich: Plastic Logic ist eine britische Firma, die E-Papers herstellt – elektronisch aufladbare Zeitungen, die bisher allerdings irgendwie keiner so richtig haben wollte.
Nun aber wurde ein A4-Modell entwickelt, das wirklich dünn, leicht und per WLAN kabellos mit Hunderten von Seiten aufladbar ist. Einen Vorgeschmack darauf gibt es im international sortierten Bahnhofsbuchhandel: Die US-Zeitschrift »Esquire« bringt zu ihrem 75. Kioskjubiläum 10.000 Anzeigen und Coverbestandteile aus E-Papers als Beilage zur aktuellen Ausgabe unter das Volk. Das kann man sich ja mal angucken!

16. September 2008 um 12:24
Endlich ! Damit kann man die Abholzung der Wälder stoppen und gleichzeitig den größten Teil der Verlagsbranche, der Druckindustrie und die Papierhersteller überflüssig machen. Das ergibt eine Menge arbeitsloser Menschen. Ich glaube mittlerweile, dass nur das Lebewesen Mensch sich selbst überflüssig machen will & kann (und wir dürfen es live miterleben !)
16. September 2008 um 12:25
Und wenn im Jahr 2028 die Zyklonen in der Werbung arbeiten, sitze ich am Rostocker Cyberport und genieße den virtuellen Blick auf Schloss Neuschwanstein! Möge die Macht mit Euch sein. Oder macht doch, was Ihr wollt!
16. September 2008 um 12:41
Mensch Ekki, Du wirst ja noch zum richtigen Technikmonster. Du hast dir aber noch keinen Chip Deiner Lieblingsdisco unter die Haut implantieren lassen, um bargeldlos zu feiern, oder?
16. September 2008 um 15:35
Natürlich bin ich ein Riesentechnikmonster – ich war der erste Gassenjunge in der ganzen Straße, der einen waschechten Walkman hatte – und zwar den hier! Außerdem hätte ich so ein Chip-Implantat nicht für meine »Lieblingsdisco«, sondern höchstens für die Apotheke im Rostocker Hof!
16. September 2008 um 18:48
Na denn habe ich noch Hoffnung! DU hattest DEN Walkman??? Da warst Du ja DER King of the Gasse ! Ich bin beeindruckt ! Wie schön das es den Walkman vor 1989 auf Zuteilung gab und ich grad für meinen Vater bei den Autoersatzteilen angestanden habe… Vielleicht haben wir “damals” genauso viel “Angst” vor Technik gehabt, die Arbeitsplätze löscht. Nur heute hat es bei dem Effektivitätswahn deutlichere Auswirkungen. Wahrscheinlich sind wir die letzte Generation, die lieber in einem Buch liest, anstatt auf einer Lesefolie. So , ich mach jetzt was ich will: ich lese ´ne Zeitung !
17. September 2008 um 08:18
Du bist ja vielleicht altmodisch! Ich dagegen bin noch nicht mal offline, wenn ich um die Ecke gehe – oh, ich bekomme gerade Spam! Bezüglich der Auswirkungen der Technik auf unser Leben bin ich etwas zwiespältig. Sie hat mein Leben schon zu sehr geprägt, um das noch sauber abstrahieren zu können. Ein russischer Dorfpolizist trinkt vielleicht täglich einen Liter Wodka und findet es normal, dass er nur vierzig wird. Ein deutscher Sachbearbeiter im Ruhestand regt sich auf, wenn er mit neunzig keine Computertomographie mehr bezahlt bekommt. So ist das halt mit der Technik – sehr subjektiv, oder?
17. September 2008 um 10:23
So ein ruhiges Leben auf dem Lande. Dazu gratis Getränke? Ein Wunderland muss das sein.
17. September 2008 um 21:16
@mike saul
Wieso soll technischer Fortschritt arbeitslos machen? Ich erinnere mich an Zeiten, als man Grafiken noch mit Pinsel und Ziehfeder zusammenmiezelte. Der Kunde kniete damals vor Ehrfurcht vor einer Variante Reinzeichnung.
Inzwischen haben wir eine 1000 %ige Produktivitätssteigerung, die aber nur mit längeren Arbeitszeiten und schlechterer Bezahlung vergolten wird. @Ekkard, du wirst 2028 nicht relaxt auf Neuschwanstein glotzen, sondern 1000 Texter-Zylonen beaufsichtigen, dich über virtuellen Sekundenschlaf regenerieren und dankbar ein paar Krumen Cyberbrot hinter deinen Datengoggles lecken. Und die letzen Bäume werden gefällt sein, aus denen man den Kohlenstoff presste um E-Paperfolien zu raffinieren, die vollflächig alle Häuser, Megawerbegenschweine und Jacken und Kleider und Kühlschränke bedecken. Und
17. September 2008 um 21:17
Und wo ist eigentlich der Liter Wodka?
18. September 2008 um 08:10
Ja, ich entscheide mich dann auch für die russische Lösung.
18. September 2008 um 16:02
Quatsch, das Buch wird nicht so leicht sterben. Ich behaupte mal, heute wird mehr gelesen als vor hundert Jahren. Wer hatte denn damals zeit dazu?
18. September 2008 um 16:16
Ich habe gestern ein interessantes Zitat von David Lynch gelesen. Er glaubt nicht, dass es früher weniger schlechte Dinge gab. Es wurde nur weniger darüber gesprochen, meint er. Dem würde ich mich anschließen: Bei uns auf dem Dorf wohnte auch mal ein Onkel, dem man als Kind aus dem Weg gehen sollte, weil er mal wegen »kleine Kinder befummeln« im Gefängnis war. Das war aber auch schon alles, was dazu bekannt war. Heutzutage wären die Bildzeitung und TV-Formate à la Brisant monatelang voll mit dem Herrn. Ist das gut oder schlecht? Huhn oder Ei, was war denn nun zuerst da? Keine Ahnung.
18. September 2008 um 21:42
Also ganz realistisch gesehen, bin ich der Überzeugung, das Arbeitsplätze in der Papierherstellung, der Druckindustrie, in der Verlagsbranche und in den Buchhandlungen verloren gehen werden. So macht der technische Fortschritt wieder einmal eine Reihe von Menschen arbeitslos. Das blöde ist nur, das die Arbeitsplätze für die Herstellung der Lesefolien definitiv nicht in Europa neu geschaffen werden.
Man könnte das sicher mit dem Ende der Schriftsetzer vergleichen, als die Druckereien vom Bleisatz auf die Computer umrüstete. Die Setzer sind seither ausgestorben. Nun sind mit so einer technischen Entwicklung die nächsten dran. Dagegen werden wir uns nicht wehren können, jedoch ist es absurd mit einer technischen Entwicklung die Arbeit von sehr vielen Menschen überflüssig zu machen, anstatt auf etwas zu verzichten und dafür weiter Geld zum Leben zu verdienen. Deshalb schrieb ich: Nur wir Menschen schaffen es, uns selbst überflüssig zu machen.
…darauf einen Liter Wodka ! Prost !
19. September 2008 um 08:35
Naja, als Steve Guttenberg den Bibelkopierer erfand, wurden in China sicher auch irgendwann die Rosenpapierzeichner arbeitslos. Da ist auf die Dauer wenig dran zu drehen. Es sei denn, wir entscheiden uns dafür, aus biologischen und sozialen Gründen einheimischen Produkten den Vorrang zu geben. Wer fängt an?