Essen in Rostock!

Gutes Essen ist jedermanns Sache. Doch was ist den »gut«, bitteschön? Lachssteak in Sauce Hollandaise oder Rostocker Bowu? Alles zu seiner Zeit, meine ich. Der schnelle Knacker hat demnach ebenso seine Berechtigung, wie das Menu Chichi! Warum nicht Big Kebab und Petit Fours? Über Gammelfleisch, Cholesterin, Konservierungs- und Geschmacksstoffe möchte ich dabei so wenig Informationen wie möglich erhalten, weshalb ich mich beim Fernsehabend leider nur noch zwischen KIKA und DSF entscheiden darf. Hier einige Schänken und Speiselokale der Stadt, die mir besonders am Herzen liegen:
- Asia-Palast, Warnemünde
- Chezan, Warnemünde
- Dönertier, Ecke August-Bebel-Straße
- ESKO, Herweghstraße 30
- Fisch-Restaurant Borwin, Stadthafen
- Fritz-Reuter-Stuben, Wismarsche Straße
- Greens, Am Brink
- Maddins Mutter, Mustergasse
- Metzgerei Karschau, Rostocker Hof
- Old Western, Lange Straße
- Rostocker Bowubude, Kröpeliner Straße
- Stralsunder, Wismarsche Straße

28. September 2006 um 09:50
Tempel aller Gourmets, die gerne gut, viel und deftig essen, ist jedoch der “Stralsunder” in der Wismarschen Straße. Als Aperitif die Scharf geschossene Heidesuppe und danach das patentierte Eisbein “Mutter Helms” oder werktags auch mal ein volksnahes Bauernfrühstück, groß wie ein Trabireifen. Danach ein, zwei DoKü und die Welt ist schön.
Man muss in der Wismarschen ein bisschen die Augen aufsperren, um das Lokal zu entdecken. Innen gehobene DDR-Gastronomie, Eiche rustikal und sehr zuvorkommende Bedienung.
Für 50. Geburtstage aller Art empfehle ich die Scharf geschossene Heidesuppe mit selbstgebackenem Brot. Wird wahlweise im Kupferkessel oder im Senfeimer nach Hause geliefert – da kann Mutti einpacken.
28. September 2006 um 10:05
Hmmm, das klingt ja verführerisch! »Stralsunder«, Wismarsche Straße, ja? Ist mir bisher leider entgangen. Liegt auch nicht auf meinem Heimweg. Mutter Helms hatte doch hoffentlich vor der Hausschlachtung noch den Epilady strapaziert? Sonst hat man ja ewig was im Gebiss. Aber das Bauernfrühstück in Wagenradform ist bestimmt genau meine Schnabelweite – und »Dokü« natürlich auch jederzeit gern! Herrlich, herrlich!
28. September 2006 um 12:24
Lachssteak Hollandaise mit Suppenschuß hin oder her, mein Tag fing heute eher knusprig an. Der klassische Burger-Zwieback mit Fäßchenbutter, leicht gesalzen: das ist ein Hochgenuß!
28. September 2006 um 12:40
ESKO (Baani Bari)
Die öffentliche Versorgung der Eisenbahner befindet sich im ersten Obergeschoss der Herweghstraße 30. Hat man erst einmal den richtigen Eingang gefunden, führt der Weg einen zwangsläufig über eine große Treppe nach oben und an den Türen 2.9 und 3.0 – letztere ist für Männer – vorbei zur Kantine. Beim Betreten des Hauses steigt Blauhut ein wohlbekannter Geruch in die Nase. Während er die Treppe nach oben stapft, erinnert er sich an die Zeit, als er zum Scheinproletariat gehörte und nachts um 2 Uhr im Überseehafen seine Jackenärmel in die Pfützen des Kantinentisches schob und genüsslich mit der Gabel auf seinem Teller herum stocherte.
Als Blauhut an den Türen 2.9 und 3.0 vorbei die Kantine betritt, bekommt
er feuchte Augen. Alles ist noch da, die Abteilung mit Holzstühlen für die
Arbeitsbekleideten und die besseren Stühle für die, die sonst auch sitzen.
Mit einiger Begeisterung greift sich Blauhut ein Tablett und stellt sich an
das Ende der Schlange. Obwohl er einige Essenswillige vorlässt, ist er doch
viel zu schnell an der Reihe. Vor allem für ihn zu schnell. Statt ein Essen
zu wählen, hat Blauhut mit aufgerissenem Mund und ergriffenem Grinsen
die Kantine bewundert. Zurück im Leben liest er schnell das nächste Schild
laut vor und bestellt somit Wildgulasch mit Klößen und Rosenkohl. „Wohl
doch Rotkohl“, murmelt er leise vor sich hin, als er ein an ihn gerichtetes
„Zwei oder drei?“ vernimmt. „Die kleinste Primzahl?“ fragte Blauhut zurück, bekommt aber keine Antwort, sondern einen Teller mit drei Klößen, Wildgulasch und tatsächlich Rosenkohl in die Hand gedrückt. Auf dem Weg zur Kasse erkennt er mit geübten Blick, dass der Tee hier besser zu meiden sei. Aus alter scheinproletarischer Solidarität strebt Blauhut zu den Holzstühlen, setzt sich dann aber, kontaktmeidend, an einen leeren Tisch.
Um den Bahnern die größtmögliche Entspannung zu ermöglichen, zieren
Schiffsmotive die Wände und dazwischen Hochglanzaufnahmen von richtigem Essen. Das auf dem Teller ist aber auch recht gut und Blauhut genießt vor allem den Geräuschpegel. Sämtliche Kantinengespräche vereinigen sich zu einem Rauschen, dass die Erinnerung von der Nachtschicht auf die Normalschicht lenkt, wenn die Büroinsassen sich beim Essen mal so richtig was zu sagen hatten. Blauhut stellte sein Tablett in die Geschirrrückgabe, verlässt das Haus und betritt die Gleise.
28. September 2006 um 13:20
Ahhja das Stralsunder. Hierhin delegierten mich schon 1984 meine Eltern um meine erste Schulnote (eine eins, aber nur wenige sollten folgen) zu feiern. Auch läßt es sich hier prima einen Herrenabend begehen. Zumindest bis die Küche schließt. Und da man hier noch die Tradition des Scheidebechers pflegt komme ich gerne wieder.
Aber eine weitere Perle Deutscher Küche fehlt noch. Die “Fritz Reuter Stuben” in der selbigen Strasse. Bürgerlich, reichlich, günstig. Das Bauernfrühstück kommt hier zwar in Halbmond Form aber dafür um so größer. Perfekt.
Der Parkplatzes unterhalb der Langen Strasse birgt ein weiteres Highlight. “Zum Yachthafen”. Hier gibt es Eisbein satt für 5 Euro. Wer also nicht genug von den stopeligen Borsten bekommenn kann ist hier bestens aufgehoben.
28. September 2006 um 13:26
ich bleib bei futtern wie bei muttern und zwar naheliegend bei mutti zu hause. da geht doch nix über süßsaurelinseneintopf oder paniertess dorschfilet und alles zum nulltarif. es ist in letzter zeit nicht so oft mehr bei muttern eingekehrt worden, aber nach all den aufzählungen hier, wirds wohl wieder zeit.
28. September 2006 um 13:32
Hmmmh, wie lecker, ich werde noch verrückt hier! Also: Morgenmittag ins »Stralsunder« zum Eisbein naschen, dann daheim ein Mittagschläfchen und abends zum Schichtwechsel auf einen Gulaschtopf ins ESKO. Dannach Doppelkümmel satt in den »Fritz Reuter Stuben«, oder? Und Herr Blauhut: Bitte nicht auf die Gleise, das Leben hat noch so viele Köstlichkeiten zu bieten!
28. September 2006 um 13:35
joooooo. klingt lecker. ich sach mutti ab und komm mit.
28. September 2006 um 14:42
Liebe Scheinproleten aller Länder, vereinigt euch und lasst euren Blick mal nach Warnemünde schweifen. Dort gibt es zwei Lokalitäten der besonderen Art. Das eine werdet ihr sicher kennen, es ist der Asia-Palast. Da kann man während man genüsslich an der Sumpfmorchel schnuppert und sich den Reis aus den Zähnen puhlt ganz nebenbei vom Tisch aus ein paar lustige japanische Kois streicheln. Man bekommt sogar ein Tellerchen mit Futter für die lieben Tierchen. Nur Essen darf man sie nicht, dazu sind bekanntlich die Hunde da.
Das zweite Restaurant ist das Chezan (http://www.der-warnemuender.de/dwm_898.shtml). Das is natürlich nix für Spinner mit ohne garkeinem Geld nicht. Aber für uns neureiche Yuppies sollte es allemal reichen. Nein, mal im Ernst, die Gaumenfreuden dort sind der reinste Hochgenuss. Allerdings ist es tatsächlich nur “für gut” dort zu speisen, da man andernfalls zuvor seinen Banker des Vertrauens zu Rate ziehen müsste, und um eine Erweiterung des Dispolimits um ein Vielfaches betteln muss…
Wohl bekomms!
28. September 2006 um 14:48
Ja, der »Asia-Palast« ist bekannt und kann von mir ebenfalls empfohlen werden. Insbesondere die Streichel-Kois sind ein wirklicher Gewinn. Das »Chezan« oder wie auch immer man es schreibt, ist mir nur von ausschweifenden Weihnachtsfeiern bekannt und tatsächlich Upper Class, was Preis und Leistung angeht. Wer hingeht, sollte nicht so auf die Westmark gucken, denn es lohnt sich. Apropos: Die Broiler-Bar im Neptun will hier ebenfalls als leckere Hühnerstube genannt sein! Allerdings kein Schnäppchenladen, wenn man normaler Weise den halben Hahn für EUR 1,99 im Globus einatmet.
28. September 2006 um 14:56
Asien für Arme
Bereits auf der Straße wird der Gast schon sehr ausführlich auf das Menü hingewiesen. Während Blauhut die Treppen zum Asia Bistro hinaufsteigt, entscheidet er sich für das Tagesangebot. Das umfasst heute Pekingsuppe (sauer-scharf) und Ente knusprig, wahlweise mit Gemüse oder Ananas (süß-sauer).
Als Blauhut das Bistro betritt, beeilen sich die meisten Gäste mit dem Bezahlen und Aufbrechen. Zwei einzelne Herren bleiben an ihren Tischen sitzen. Einer von ihnen hat gerade seine Brille abgenommen, das Numminen Buch zugeklappt und blinzelt nun in seinen Jasmin Tee.
Blauhut bestellt das Tangesangebot nebst einem Glas Mineralwasser und bestaunt das Dunkelrot in diesem Restaurant. Hier ist alles bordeaux, außer vielleicht der Wein. Vor den Fenstern die schweren Vorhänge, auf dem Tisch die Decken und Servietten und sogar die Kunstblumen, alles in dunkelrot.
Blauhut wird schnell und freundlich mit einem sehr guten Essen versorgt. Er lauscht der dezenten Musik, die irgendwie nicht chinesisch klingt und genießt die Ruhe mitten in der hektischen Stadt. Dazu ist es sinnvoll, den Blick aus dem Fenster auf den Glatten Aal zu vermeiden.
Blauhut gegenüber sitzt ein Mann, der genüßlich aber konsequent Rotweingläser leert und dazwischen Zigaretten inhaliert. Als Blauhut sein Notizbuch hervorholt und einen müden Gedanken notiert, ruft der Mann sofort nach der Kellnerin und verlangt etwas zu schreiben. Umgehend erhält er einige Zettel und einen Stift. Er arbeitet jetzt im Dreiertakt: Zigarette, Rotwein, Notizen. Das kann Blauhut nicht auf sich sitzen lassen und er hält dagegen: Ente, Mineralwasser, Notizen. Sie fühlen sich wie Stachanow und Hennecke.
Schließlich ist aber Blauhuts Mittagspause zu Ende und er muss zurück in den Müßiggang des Arbeitsalltages. Triumphierend malt sein Gegenüber ein dickes Ausrufezeichen ans Ende einer Seite und bestellt noch einen Rotwein.
Blauhut erkennt mit einem Nicken seine Niederlage an und gibt seinem Widersacher kurz die Hand, bevor er das Asia Bistro verlässt.
28. September 2006 um 14:59
Jaaa! Die Broilerbar!! Sie war damals ein Muss nach den Zeugnissen. Erst dahin, dann gegenüber in der Eisbar einen flambierten Eisbecher … war n echter Hingucker. Allerdings war – wie es heutzutage in nahezu allen amerikanischen Restaurants der Fall ist – Anstehen Pflicht. Es hatte also etwas Exklusives …
P.S: Gibt es die “Schillerstraße” eigentlich noch?
28. September 2006 um 15:01
Blauhut ist doch nicht der Mann auf dem Bild dort oben? Ich meine nur … weil der feine Herr nach eigenen Angaben in so manchem Lokal bestellt …
28. September 2006 um 15:14
Nein, es handelt sich um den göttlichen Holger Blauhut, den berümten Rostocker Feingeist, Unternehmer und Schriftsteller erster Kajüte. Gerade seine Restaurantkritiken sind eine echte Bereicherung, wie ich meine! Ob es die wohl auch in Buchform gibt?
28. September 2006 um 15:51
@Marco: Die Fritz-Reuter-Stuben sind wohl nicht in der Wismarschen, sondern in der Reuter Straße, oder?.
Ich schmeiß das Greens (Am Brink) in die Runde. Nicht so spektakulär wie der Stralsunder oder Maddins Mutter – zeitgeistige Systemgastronomie – aber immer lecker und preiswert, gesunde Kost mit exotischem Touch. Besonders auch zu empfehlen der Mango-Coctail: man kann auch ohne Alkohol lustig sein (…würde Max Goldt sagen).
@Ekki: Wozu Diät einen doch so treiben kann…
28. September 2006 um 16:17
Tja. Ich will ja nicht nerven, aber das Thema »Essen« gewinnt tatsächlich an Bedeutung, wenn man damit aufhört. Das »Greens« ist mir wegen seiner überaus guten Thaicurrys und der seltsam drögen Asiasalate ein Begriff. Dennoch ist mir das heimische Curry, das mir gelegentlich bereitet wird, am allerliebsten. Tipp für Profis: Beim Thailänder das eiskalte Original Singha-Beer ordern und zur Currybestellung ein »Pet-Pet-Pet«* hinzufügen. Gute Besserung!
*Thai Kurs für Anfänger
-Für den Typus Europide: »Pet« (thail.: scharf!)
-Nur für Sadomasochisten: »Pet-Pet« (thail: sehr scharf!)
-Für Geschmacksknospengelähmte: »Pet-Pet-Pet« (thail.: maximale Schärfe!)
28. September 2006 um 17:18
@ flashNHals
Nein. Der Mann auf dem Foto, dass im übrigen vom fahrenden Fahrrad aus aufgenommen wurde, ist ein so genannter »Passant« im Sinne der Deutschen Fußverkehrsdefinition. Ein Passant ist eine Person (so heißt es), die an einem beliebigen Ort vorüber geht, den sie nicht selbst zum Ziel hat. Ein Passant soll anliegende Wege nur benutzen, um zu seinem persönlichen Ziel zu kommen. (Hier der nächste Verpflegungsposten) Der »Flaneur« indes bewegt sich, ganz im Gegensatz zum Passanten, kaum zielgerichtet. Er lustwandelt sozusagen im Vorrübergehen…
PS: Man beachte den Hinweis in der Bildmitte!
28. September 2006 um 17:39
Bitte nicht füttern! Das steht da wirklich, unglaublich! Das Leben ist doch verrückter als Scheiße. Und dass es Definitionen für Passanten und Flaneure gibt… mit großen Augen und offenem Mund stehe ich da und staune.
Das »Greens« möchte ich auch loben. Ein bisschen tussihaft, aber lecker. Da kann man mit Ernusssplittern zwischen den Schneidezähnen sitzen und beobachten, wie die Upper Class von Rostock mit Essensresten an den falschen Stellen umgeht. Das sind nämlich auch alles nur Menschen, die ab und zu pupsen müssen oder sich versehentlich den Trinkhalm ins Nasenloch rammen. Beruhigend.
28. September 2006 um 17:40
Sag, was kann das für ein Kneiplein sein? Es ist die älteste noch heute in Familienbesitz geführte Kneipe Rostocks zwischen dem ‘Das Leben ist Scheiße!’ (oder in etwa) und dem Stasihochhaus.
Die Einrichtung ist wohl teilweise aus dem ehemaligen Seemannsklub übernommen, vielleicht wurden die Relikte aber auch vom ‘Traditionsklub der pensionierten MS-Freundschaft-Kapitäne e.V.’ gestiftet. Für erstere Variante spricht der neuerlich hinzugewonnene und leider zu selten genutzte Freizeitraum. Wenn du dafür bei Heinz dem Wirt den Schlüssel erfragst, kannst du dir mit Hilfe einer aufrecht installierten faustgroßen zylindrischen Stahlkonstruktion (eine Stange) die nachfolgend aufgezählten Köstlichkeiten von den Rippen trainieren. Eine Raritäten-Musikbox gibt es seit kurzem (ca. 3-4 Jahre) leider nicht mehr.
Darinnen kannst Du wählen zwischen Rostocker Pfedebockwurst (vom sogenannten ‘Rostocker Pferd’) mit Toast, normaler Bockwurst (wenn es keine Pferdebockwurst gibt, kann aber auch Spuren vom ‘Rostocker Pferd’ enthalten) mit Toast und Toast (wenn auch Spuren vom ‘Rostocker Pferd’ gerade abkömmlich sind).
Dazu kannst du Rostocker Pils und Korn bestellen (theoretisch auch einzeln, würde ich aber ansagen) und noch ein paar andere Rostocker Spirituosenspezialitäten.
Heimisch sind die in der Kneipe, denen Heinz schon die Geschichte erzählt hat, dass er den Laden demnächst aufgibt. Mir hat er die das erstemal vor vielen Jahren aufgetragen. Damals habe ich den tieferen Sinn aber noch nicht verstanden und einfach mal so hingenommen.
Und: wie heißt nun der Laden, ihr Traditionsgourmets?
Kleiner Tipp: es ist nicht die feuchte Geige.
28. September 2006 um 18:58
@Herr Lück
Der Satz ist mir gleich aufgefallen – gut gesehen und schnell am Abzug! Respekt. Was nun seine Eigenschaft als Passant angeht, so ist dies jedoch nicht abschließend festzustellen. Immerhin kann dieser Herr durchaus flanierend des Weges gekommen sein. Immerhin wissen wir nicht mit Sicherheit, ob dieser Mann ein Ziel hatte oder nicht. Vielleicht wollte er auch nur an dem blauen Zaun lustwandeln, womit wieder die Frage zu klären wäre, welche Eigenschaft ihm nun zuzuweisen sei. Um dieses ernsthafte Problem zu lösen, sollten wir uns darauf einigen, dass der Mann zum allgemeinen Fußverkehr zu zählen ist (ob das nun mit dem Fußvolk gleichzusetzen ist, wage ich auch zu bezweifeln, schließlich könnte das eine herabwürdigende Meinungsäußerung sein). Wie dem auch sei -
Fußverkehr ist “[...] das Zurücklegen von Wegen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen. Zum Fußverkehr zählt jede Bewegung aus eigener Kraft ohne technische Hilfsmittel, die rechtlich als Fahrzeug gelten, oder mit Fahrzeugen, die ausdrücklich nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.
Nun, was will man uns damit sagen? Ist der Rollstuhl bereits ein Hilfsmittel? Wenn ja, gilt er als Fahrzeug? Wenn ja, darf er am Straßenverkehr teilnehmen? Was ist ein technisches Hilfsmittel, was gilt bereits als Fahrzeug?
Wie man sieht, dürfte nun allen klar sein, warum es so teuer ist, sich einen Anwalt zu nehmen/nehmen zu müssen. Die armen habens eben auch net leicht
28. September 2006 um 19:03
Achso – das Greens! Auch ich verehre die überaus delikate Kokossuppe aus dem Greens. Zum 40. Geburtstag (beim 50. wählen wir dann den Stralsunder als Caterer
) eines Freundes gab es u.a. dieses Süppchen, das ich mir selbst nicht hätte besser kochen können. Nebenbei hat man immer das gute Gefühl, etwas Gesundes zu sich zu nehmen, deshalb holte ich mir auch immer 5x Nachschlag
.
28. September 2006 um 22:25
@ greh: Nichts leichter als das; lieber greh! Es handelt sich natürlich um die »Möve« – ihres Zeichens in der Schröderstraße zu finden. Wirklich ein interessantes Etablissement. Allerdings paßt es eher in die Rubrik »Trinken in Rostock«. Heinz ist Gastwirt, und das im wahrsten Sinne des Wortes! Er ist Wirt und sein bester Gast zugleich. Immer umgeben von seiner unübersehbaren Frau. Ausserdem sammelt Heinz leidenschaftlich Streichholzbriefchen. 140.000 Stück, fein säuberlich in dicken Aktenordnern sortiert, soll er davon besitzen.
Hier mal ein Blick in den rustikalen Seevogel von heute, 22 Uhr:
http://www.lucky-design.de/moevenrunde.jpg
29. September 2006 um 08:30
Ganz großartig, Herr Lück! Insbesondere die Innenansicht hat es mir angetan: Investigativer Journalismus, völlig angstfrei abgeknippst! Da will ich auch gern mal einkehren, denn es erinnert mich an meine alte Stammkneipe in der Seestadt Bremerhaven. Das »Jeverfass« wurde von einem Ehepaar um die Siebzig betrieben, Walter und Christa! Bier gab es dort nur in Literkrügen und in der Musikbox schnurrte Hans Albers neben dem lachenden Vagabunden… Da wird mir gleich warm ums Herz!
29. September 2006 um 08:36
@Alle: Noch eine Petitesse – bin ich hier der einzige Mensch, dem beim Thema »Fußverkehr« in Sekunden völlig andere Bilder vor Augen stehen? Dann entschuldige ich mich hiermit für meinen miesen, niederträchtigen Bregen. Trotzdem: Es gibt für alles einen Markt. Bedürfnis+Befriedigung=Kapitalismus. Das sorgt dafür, dass die Welt sich dreht und dabei bunt bleibt.
29. September 2006 um 10:28
Die Möve! (nicht etwa Möwe) Da bekomme ich gleich ganz glasige Augen. Ich wollte dort mal Zigaretten holen. Ehe ich michs versah, saß ich auf dem Schoß von irgendeinem Bernd oder Rolf und wippte im Takt der “Schwarzen Barbara” von Heino. Die Jungs waren absolut textsicher. Männer, die dort Zigaretten holen wollen, landen schnell und weich auf dem Schoß einer der fast immer anwesenden Damen. Das sind die Freundinnen von Heinzens Frau. Sie tragen eng anliegende Silastik-Pullover in Rosé und Lila mit eingewebten Glitzerfäden. Die gibt es nur in Hanoi und auf dem Neuen Markt. Womit wir wieder bei den Bedürfnissen und der Befriedigung wären (schöne Definition!).
Dass es in der “Möve” Pferde-Accessoires gibt, wusste ich noch gar nicht. Da bekommt man doch gleich Schaum vorm Maul. RRrrrr… Die “Möwe” hat eine ganz große Zukunft!
29. September 2006 um 11:01
Mit Bedauern muß ich anmerken, dass Heinzens Frau, die allerdings nicht ihm angetraut, wohl aber er ihr anvertraut war, war, sprich: sie ist nicht mehr.
Ich bitte von Beileidsbekundungen Abstand zu nehmen, ist es doch schon vor einigen Monate geschehen und wurde auch seinerzeit nicht durch die große Glocke verkündet. Der mövensche Kneipier weiß auch so, dass wir an einer öffentlichen Person wie seiner Anteil nehmen.
Wenn ihr aber das eine wie andere Mal in dieser lauschigen Gastwirtschaft sitzt und an der einen oder anderen Gerstensuppe nuckelt, bestellt einen Korn dazu und sendet eine leisen Gruß an die von uns Gegangenen.
29. September 2006 um 11:56
Natürlich hätte ich schreiben sollen »in der gleichnamigen Straße«. Mein Fehler.
Zum Thema »Trinken in Rostock« kann ich das »Weisse Ross« oder »Zum Weissen Ross« empfehlen. Was man dort zu esssen bekommt, kann ich nicht sagen. Aber die rustikale DDR-Pressspaneinrichtung nebst Gästen ist schon ein Erlebnis. Auch hier ist der Wirt offensichtlich sein bester Kunde. Also Rechnung Prüfen!
Allen Freunden günstiger Mixgetränke kann ich den »Pirat« empfehlen. Liegt in der Leonardstraße zwischen »Leo« und »Greens«. Mein Favorit ist die »Windstärke 10«. Das sind 10 cl (Rum, Wodka etc.) mit Füller in einem großen Glas für 4,90 Euro. Wohl bekomms.
29. September 2006 um 13:04
Wie ich gerade lese ist heute “Tag des deutschen Butterbrots”.
24. Dezember 2007 um 08:50
Alles was schmeckt ist gut. Die einzigste Ausnahme ist die Menge. Nur eine bestimmte Menge ist gut.
Abwechslungsreich essen ist gut und nichts anderes.
11. Februar 2008 um 08:01
[...] > Bombenlegern. Kam bis jetzt aber nicht vor. > Bei diesem Beitrag zwar nicht, allerdings hast Du es in der Vergangenheit oft ziemlich übertrieben, sodaß Dich regelmäßige Leser der Foren kaum [...]