EU: Schluss mit lustig
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Alkohol, Autos, Zigaretten: Der Werbewirtschaft geht es immer strammer an den seidenen Kragen. Die Befürworter neuer EU-Richtlinien zur massiven Regulierung fragwürdiger Angebote sind auf dem Vormarsch. Party- und jugendorientierte Alkoholprodukte à la Mixery und bipop könnten bald ebenso in Bedrängnis geraten, wie die Vermarktung von Funsportautos zwischen Scirocco und japanischen GTI-Verschnitten. Sicherheit wird tendenziell höher bewertet, als Entscheidungsfreiheit und Interessen der Werbewirtschaft. Vollkaskomentalität oder Jugendschutz?

25. September 2008 um 11:10
… aber gerade das Verbotene macht am meisten Spaß!! Da ist doch die Kreativität der Werbebranche gefragt. Dann fährt eben die gestylte Mutti auf dem Beifahrersitz des neuen GTIs von Sohnemann mit in die Disse, raucht wie ein Schlot dem Jungen alles weg und säuft sich die Hucke voll, damit der Junge gezwungen ist, nüchterner als sie zu bleiben, um die Karre anschließend wieder in die heimatlichen Gefilde zu bugsieren …
toller spot …
25. September 2008 um 11:21
Vater trinkt Bier, Mutter ist krank und kein Pfennig auf der Bank. So lautet der Refrain eines sozialkritischen Schlagers der siebziger. Damals hat man allerdings noch Marlboro in Lucky Luke-Büchern beworben und den versoffenen Big Jim gab es als Handpuppe mit MG und Panzerwagen im Kinderzimmer. Schlimm!
25. September 2008 um 13:49
Nun, wenn man in Polen gerade beschließt das Menschenrechte nicht für Kinderschänder gelten, in Deutschland die Unschuldsvermutung zwischen Online Durchsuchung und BKA Gesetz unter die Räder kommt, man in der EU die Meinunsfreiheit abschafft ( das positive erwähnen eines Terroranschlags wird wohl unter strafe gestellt ) ist das doch nur ein weiter kleiner Schritt, denn alles zum wohle unserer Kinder. Auch das Überraschungs Ei ist ja nun nicht mehr PC wie sollten es denn bitte Produkte sein die unsere Kinder dazu ermuntern das zu tun was ihre Eltern tun konnten oder hätten tun können …
25. September 2008 um 14:38
Ja, auch ich sehe das kritisch. Die Frage ist wirklich, wo der Schutz aufhören muss und die Eigenverantwortung beginnt. Wer Kinder erzieht, kennt das Problem: Wer nicht hinfällt, lernt auch nicht aufzustehen. Hinfallen ist aber leider immer mit Risiken verbunden. Manchmal muss man das einfach aushalten, wenn man verantwortungsvoll handeln will und unsere Mitmenschen nicht ihr Leben lang als nörglerische Kleinkinder durchs Leben gehen sollen.
25. September 2008 um 16:10
…ist glaube ich eher ein gesamtgesellschaftliches Problem. Der moderne Bürger will Sicherheit und zwar fast um jeden Preis. Warum? Die Anzahl der gefühlten und realen Risiken im Leben nehmen – so denkt der Bürger jedenfalls, ständig zu. Und da dieses Empfinden von den exekutierenden Politikern in Brüssel und Berlin geteilt wird, greift der Staat regulierend ein.
Man könnte natürlich auch anmerken, dass der durchschnittliche Bürger einfach nur immer blöder wird.
Ist vielleicht auch ein typisch deutsches Problem. Freiheit ist der Gleichheit (Sicherheit) Feind und Gleichheit & Sicherheit liebt der Deutsche nun einmal mehr als die Freiheit ein paar pubertierende Teenager auf Droge/ Alkohol.
Da der Adoleszenz aber eine gewisse Aufsässigkeit innewohnt, dürften die Verbote den Kids ziemlich egal sein. Glücklicherweise, möchte man anmerken.
26. September 2008 um 08:00
Sehr treffend bemerkt. Ich kann mich noch gut entsinnen, dass die heroinsüchtige Christiane F. und die gesuchten RAF-Terroristen Kultfiguren vieler Jugendlicher meiner Generation waren. Das betraf natürlich vor allem die Bürgerkinder aus abgesicherten Milieus, zu denen sich in der frühen Kohlära wohl in Westdeutschland die Mehrheit zählte. Blasshäutige, gequält dreinschauende Schmuddelkinder – das war schon eine starke Botschaft! Allerdings gab es auch viele, die auf Boris Becker und weiße Golfcabrios standen. Abgeschreckt hat das alles jedenfalls nicht.
5. Oktober 2008 um 20:23
Wenn Werbung und Konsum die einzigen sind, denen der Jugendliche was bedeutet, ja jene sind, die sich am meisten um ihn kümmern, ihn am besten erreichen, denn müssen sie halt kontrolliert werden. So einfach ist das doch, oder?