Seit langem fühlen sich Hansa Rostocks Fans zu Unrecht verfolgt: Ihr Image könnte schlechter kaum sein. Zugleich ächzt der klamme Erstligaklub auch wirtschaftlich unter der Zusatzbelastung des schlechten Rufes. Bei der Mitgliederversammlung vergangenen Donnerstag kam es zum Showdown zwischen den heftig zerstrittenen Parteien.

Hansa-Marketingchef Ralf Gawlack zählte den wütenden Hansafans 343 Absagen angefragter Sponsoren vor – rund die Hälfte der Unternehmen kniff wegen der dauerhaften Negativpresse über den FC.

Neben den kaum bezifferbaren Imageschäden entstanden aber auch ganz konkrete Kosten. Im Frühjahr 2007 wurde von Rostocker Schlachtenbummlern in einem Essener Fanblock Feuer gelegt: 100.000 Euro Strafe für die Kirchenmäuse der Bundesliga waren die Konsequenz. Laut Gawlack drohen im Wiederholungsfall 800.000 Euro Strafe, danach ein Punktabzug und am Ende gar der Zwangsabstieg.

Die Supporter des Clubs hatten ganz andere Sorgen. Sie wollen immer noch das alte Ostseestadion wiederhaben, das jetzt unter DKB-Arena firmiert. Die Stimmung zwischen Fanbasis und Vorstand bleibt brisant.