Filmtipps Fernost
Aufgepasst, liebe Videofreunde! Asiatische Filmproduktionen sind in Animationen und Actionszenen dem Hollywoodkino oftmals glatt überlegen. Was sie vom angelsächsischen Mainstream unterscheidet, ist neben den fremdartigen Darstellern der ungehemmte Einsatz von Blut, Blei und Tränen.
So wird in Hongkong-Filmen unbegrenzt auf die Tränendrüse gedrückt, aber ebenso schamlos geballert – und wenn Blut fließt, dann buchstäblich eimerweise!
Nicht umsonst landen die meisten dieser Filmproduktionen, die z. T. mit riesigen Etats produziert werden, direkt auf der Kauf-DVD, ohne jemals ein westliches Kino oder eine Videothek von innen gesehen zu haben.
Invasion in Hollywood
Regisseur John Woo, Ballerstar des in Hongkong erfundenen Genres »Heroic Bloodshed«, das schon seit Jahren in Hollywoods Action-Produktionen zitiert wird, ist einer der vielen Gastarbeiter des fernöstlichen Kinos. Filme wie »Face/Off, Mission Impossible II, The Corruptor, Windtalkers, Paycheck« sind Beispiele für Ausflüge eines Hongkong-Regisseurs in das internationale Filmgeschäft. Andere folgten!
Chinesischer Ballerkitsch
Die Originale sind jedoch viel besser: große Erfindung Woos ist z. B. das beidhändige Schießen und gleichzeitige Herumfliegen durch bleihaltige Lufträume – so zitiert in »Pulp Fiction« und 1001 weiteren Hollywoodfilmen.
Ein entscheidender Nachteil klassischer Hongkongproduktionen wie »Hard-Boiled«, »A better Tomorrow« oder »The Killer« ist ihre emotionale Rührseligkeit. Sie scheint Chinesen einfach eigen zu sein – man erinnere sich der unsäglichen Musik in deutschen Chinarestaurants!
Japanischer Yakuza-Purismus
Ganz anders die puristischen Japan-Gangsterfilme von und mit Takeshi Kitano: Der ehemalige Komiker mit dem Narbengesicht hat in Filmen wie »Hana-Bi«, »Violent Cop« oder »Brother« gezeigt, wie mit einem Minimum an knochentrockenen und manchmal unglaublich komischen Worten ein Maximum an Emotionen zum Ausdruck gebracht werden kann.
Japanklassiker wie »Die sieben Samurai« sind bereits tausendfach kopierte Legende. Ein Geheimtipp: Die sechsteilige Mär von »Lone Wolf and Cub«, einer Geschichte über einen Samurai und sein Baby im Land der aufgehenden Sonne, sollte jeder Kampfsport- und Asienfan einmal erblickt haben.
Asienkino macht Spaß!
Auch aus Thailand, Taiwan, Singapur und Südkorea kommen z. T. gigantische Actionproduktionen. Fazit: Ob Martial Arts, mittelalterliche Schwertkämpferepen, Historienschinken, Gangsterdramen oder durchgedrehte Animes – Asienkino macht einfach Spaß!
>> Die Filme John Woos
>> Die Filme Takeshi Kitanos
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2. November 2007 um 09:26
Schöne politisch korrekte Aufzählung. Was ist mit dem Schweinkram?
2. November 2007 um 09:34
Moment, ich bin das Gegenteil von politisch korrekt, mein Herr, und gerne bereit, mich geschmackvoll dazu zu äußern, was allerdings etwas peinlich wird, da ich, was asiatische Pornografie angeht, nur akademische Auskünfte erteilen kann.
Habe aber in »Splatting Image«, dem Fachblatt für Filmverehrer, einiges dazu gelesen: Die japanischen Pornofilme scheinen viel anspruchsvoller und künstlerischer als unsere zu sein, da es den Regisseuren obliegt, experimentelle und kreative Werke zu schaffen, so lange sie nur zehn explizite Liebesakte in der Handlung unterbringen!
Desweiteren wird angeblich bei den weiblichen Darstellern das Allerheiligste grundsätzlich ausgespart. Dafür soll der Sadomasochismus eine größere Rolle spielen, als in abendländischen Produktionen. Wers mag!
2. November 2007 um 11:11
@: Dafür soll der Sadomasochismus eine größere Rolle spielen
stimmt: http://de.wikipedia.org/wiki/Bondage
“Das japanische Bondage oder Shibari ist wohl die wichtigste Sonderform. Der Hauptzweck der japanischen Bondage ist neben der Immobilisation, das Schaffen eines “Gesamtkunstwerks” aus Partner/in und Seil. In der höchsten Stufe der künstlerischen Ausprägung wird versucht zwischen Haltung des gefesselten Menschen und Seilmuster eine Übereinstimmung zu finden, die eine emotionale Aussage transportiert. Im Westen wird dieser Ansatz weniger berücksichtigt,…” Quelle: Wikipedia
Ein wirklich schöner Satz!
Was ich in Ihrer Huldigung des fernöstlichen Kinos vermisse, ist der Verweis auf den großen Bruce Lee. Der war zwar Amerikaner, startete aber erst in Asien richtig durch.
2. November 2007 um 11:24
Den Martial Arts-Bereich habe ich aus Gründen des Umfangs bewusst aussparen wollen, aber Sie machen hier ja die Fässer auf! Bruce Lee ist natürlich ein großer Meister der Martial Arts, den ich auf seine Weise sehr schätze. Dessen Filme sind auch heute noch ein Genuss, wenn man sie zu nehmen weiß.
Zu meinen Favoriten zählt der weniger bekannte, aber nichts destotrotz gekonnt gemachte »Die Todesfaust des Cheng Li«. Klassiker wie »Enter the Dragon« und Konsorten mag ich selbstredend auch!
Aktuelle Martial Arts-Produktionen aus China und Thailand sind allerdings aus heutiger Sicht weitaus unterhaltsamer, oder?
2. November 2007 um 11:34
heutiger Sicht weitaus unterhaltsamer, oder?
Wenn wir Kill Bill (Ich denke das kann man) dazu zählen, ja. Tiger & Dragon etc. fand ich ok. Ins Kino geh ich dafür aber nicht mehr.
2. November 2007 um 11:43
Das ist ja auch bloß Mainstream für westliches Massenpublikum, mein Herr! Da empfehle ich, das, was der Asiate selber gucken würde: »Ong Bak« aus Thailand und das gigantomanische Epos »Sieben Schwerter« von den Festlandchinesen! Dagegen ist der »Herr der Ringe« Augsburger Puppenkiste, finde ich.
2. November 2007 um 11:58
@ Sieben Schwerter
Nicht schlecht, danke für den Tip
2. November 2007 um 12:09
Tsui Hark heißt der Regisseur, in Asien ein Superstar auf Augenhöhe von John Woo.