Frohe Feste im Rostocker Zoo
Der Rostocker Zoo hat ein bezauberndes Image: Schicke, poppige Plakate, frugales Fundraising, ulkige Animationsfilme und ein charismatisches Management. Gestern war ich zum ersten Mal da. Der Zoo ist wirklich gewaltig groß: Die Fläche hätte auch für eine Filiale des Hardy-Krüger-Nationalparks gereicht, wenn unsere frei laufenden Tauben und Igel nur nicht so furchtbar langweilig wären. Zum Glück gibt es hier ja allerhand eingeflogene Elefanten, Eisbären und Affen. Besonders gefiel mir ein zweihundert Pfund schwerer Bonobono-Primat mit Zwölfer Dioptrin aus den mecklenburgischen Urwäldern, der in einem kleinen Kiosk untergebracht ist. Herrlicher Bursche!
Grundsätzlich stimmen mich Tiere in Zoo und Zirkus ja eher melancholisch, doch der Rostocker Zoo hat weit mehr zu bieten: Einen Weihnachtsmarkt mitten im Februar! Unter dem Motto »Winterzauber« waren hier Glühwein- und Geschenkbuden rund um einen leuchtenden Christbaum drapiert, der in einem illuminierten Stern von Bethlehem gipfelte. Im Hintergrund hörte man die romantischen Instrumentalversionen von bekannten Weihnachtsliedern. Glühweinselig und Bratwurst kauend standen wir um den prachtvollen Baum.
Bis zum 18. Februar lief diese Aktion, also leider nur bis gestern. Kein Grund zum Trübsal blasen, denn eine rustikale Hütte zur Ostereierbemalung gibt es ja zum Glück auch schon: The Show must schließlich go on!
P.S.: Noch ein Nachtrag – unten stehendes Bild wurde mir von einem Leser zugesendet, der gestern ebenfalls im Zoo war und zufällig am Bisongehege seine Familie fotografierte, als Folgendes geschah:


19. Februar 2007 um 09:32
Jaja – ganz der Papa, unser lieber Ekki! Tja, auch ich war in letzter Zeit desöfteren in unserer städtischen Savanne, um Löwe und Co. zu besichtigen. Ich muss sagen, es hat sich sehr viel getan. Der Zoo ist auf dem Weg zum Erlebnispark ein ganzes Stück vorangekommen. Den Kindern macht es Spaß, mich dagegen nervt es regelmäßig, wenn die Kleinen mich vom Klettergerüst schubsen.
Was das Design/Management angeht, so hat sich nicht viel geändert, es ist sogar m.E. nach etwas abgeebbt. Der “Knick” ist dabei wohl auf Ende 2005 einzugrenzen. Terrorismus? Vogelgrippe? Gesundheitsreform? Könnte aber auch auf Umstrukturierungen in der betreuenden Agentur zurückzuführen sein, wer weiß das schon so genau …
19. Februar 2007 um 09:51
Jo fein. Der Zoo ist immer eine Reise wert. Nach so einem Besuch, bin ich immer froh ein Mensch zu sein. Ich sach nur: “Die armen Schweine.”
19. Februar 2007 um 12:59
zum Nachtrag:
Nette Familie hat der Leser. Aber dass Bisons sogar fotografieren können, war mir bisher noch nicht klar. Vielleicht sollte ich mal wieder in den Zoo. Scheint sich ja allerhand getan zu haben in der Evolution, oder ist das auf den Kreationismus zurückzuführen?
19. Februar 2007 um 17:38
Das kann ich mir kaum vorstellen, Herr Blöhe, gute Leute lässt man schließlich nicht so einfach gehen. Damit ist es halt so ähnlich wie mit den Frauen: Umgibt man sich mit schönen Hohlkörpern, darf man keine Wunder von der Füllung erwarten. Andererseits: In ein altes Schnitzel beißt der Gast ungern, auch wenn Cordon Bleu draufsteht. Jetzt habe ich den Faden verloren und dafür Hunger bekommen. Mahlzeit, die Herren!
19. Februar 2007 um 23:13
Mahlzeit! Zum Verständnis aber nochmal kurz: Sind wir jetzt die alten Schnitzel oder die schönen Hohlkörper? Ich weiß immer noch nicht so genau was mir lieber wäre … es fällt mir aber noch ein.
20. Februar 2007 um 09:22
Ja, das wäre schön. Persönlich sehe ich das ambivalent: Irdischer Glanz und sphärische Intuitionen sollen sich auf das Herzlichste paaren, so mein Wunsch. Ich muss dringend mit den Tabletten runter.
20. Februar 2007 um 10:44
Was kosten die Dinger eigentlich, brauche ich ein Rezept? Kannst Du mir die besorgen, lieber Ekkard? Und: JA! Du MUSST mit den Tabletten runter….
20. Februar 2007 um 11:53
… runter in den Keller und sie dort mit dem guten Coteaux du Languedoc aus dem Jahre 1996 auf dem schnellstem Wege inhalieren.
20. Februar 2007 um 11:55
Ich preferiere eiskalte Rheinhessen mit brachial trockenem Abgang, dazu reichlich Dummbrot und die Milch der frommen Denkungsart.
20. Februar 2007 um 12:34
Tockener Abgang … zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Urologen oder Analtherapeuten. Guten Appetit!