Knapp 70 Jahre ist es her, dass dieser Klassiker der Filmgeschichte seine Uraufführung feierte. Mit bei der Uraufführung dabei war eine der letzten noch lebenden Größen aus Hollywoods goldener Zeit, die heute 92-jährige Olivia de Havilland. De Havilland spielte die Rolle der „Melanie“ und für diejenigen, die mit der Materie nicht so ertraut sind, dass war die Rolle des „guten Mädchens“ in der Story.
Was ich an dieser aber Geschichte so faszinierend finde, ist etwas anderes. An der Premiere von „Vom Winde verweht“ (am 19. Dez. 1939 in Atlanta) nahmen auch die letzten Überlebenden des amerikanischen Bürgerkriegs (1860-1866) teil. Wenn sich de Havilland mit diesen Überlebenden unterhalten hat, dann könnte man heute von ihr – zwar nur aus „zweiter Hand“ – ein paar Originaltöne aus einem Krieg vernehmen, der seit 150 Jahren Geschichte ist. Das mag etwas abstrakt klingen, aber wer sich schon mal mit Menschen unterhalten hat, die die 90 Lebensjahre überschritten haben, der dürfte das verstehen.

Hier geht’s wie gesagt um Geschichte. Deshalb bedauere ich es auch, dass ich den in meiner Schulzeit obligatorischen „Besuch bei Arbeiterveteranen“ der im KZ saß, eher als lästige Pflicht erinnere. Später war ich dann etwas mehr auf Zack und habe gut zugehört, als ich vor 20 Jahren in Hamburg zwei ältere Herren traf, die mir ihre Geschichte der Novemberrevolution von 1918 erzählten.

Noch später trafen Herr Lück und ich in Ostpreußen eine ältere Dame auf „Heimaturlaub“, die uns ihre Geschichte der Flucht im Winter 45 erzählte. Bei der in Bild und Ton aufgenommen Erzählung wurde uns schon vom zuhören kalt. Vielleicht findet Herr Lück das entsprechende File noch.