Gorbi gewinnt Lead Award

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Werbung ist kein Zuckerschlecken. Selbst Topkommunikatoren haben in ihren internationalen Agenturlofts einiges zu schlucken. Wenn etwa die Firma anruft, die diese seltsamen Taschen näht, mit denen russische Gazpromifrauen ihre Tschiwawas spazieren tragen, guckt der Werber sicher erstmal im Tunnelblick auf den Kontostand und macht dann einfach das Beste draus.
So geschehen, als Louis Vuitton bei Ogilvy & Mather anrief und um eine Anzeige bat, in welcher der Herr Gorbatschow doch bitte mal mit einem Täschchen des Hauses an der Berliner Mauer entlang fahren solle. Das wäre doch was, oder?
Ogilvy & Mather bissen auf die Zähne, schalteten das Taxameter auf Autopilot und telefonierten mit Michail Gorbatschow. Der machte gerne mit, da der gut betuchte Louis Vuitton für das Foto mit Tasche eine großzügige Spende an das Green Cross International anbot. Man stelle sich das Erstaunen vor, als die Anzeige dann auch noch den Lead Award gewann. Glückwunsch nach Moskau!

12. März 2008 um 08:45
Geiles Teil – Gorbi macht mit Vuitton alles klar zur Wende. Das ist ja fast schon Geschichtsunterricht. Das kann man bestimmt noch weiterstricken und eine schöne Serie daraus basteln. Warum sollte nicht auch Staufenberg mittels Louis-Vuitton-Tasche versucht haben, dem Adolf seine Flausen aus dem Kopf zu sprengen. Oder hätte sich Fiedel, anstatt sich das Küchentuch um den Kopf zu wickeln, lieber dies edle Täschchen über den Kopf stulpen sollen? Wer hat noch einen? Wer kann noch mal?
12. März 2008 um 10:08
Schönes Bild.
12. März 2008 um 11:44
Auch Karl Marx soll das Skript für sein “Kommunistisches Manifest” stehst in einer Vuitton-Tasche bei sich geführt haben. Diese Information deckt sich mit Originalbildern aus der Zeit. Iinsofern ist die Geschichte mit Gorbi gar nicht mal so weit hergeholt.
12. März 2008 um 11:51
Da die Louis Vuitton Company erst 1854 gegründet wurde könnte es durchaus sein das es dieses Modell so 1848 noch nicht gab. Aber vielleicht ist es ja ein erster Prototyp.
12. März 2008 um 11:56
»Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt drauf an, sie zu verändern«, wie Karl gesagt hat. Vielleicht ein einfacher Zahlendreher (1845 statt 1854), wer weiss das schon…
Wie oft die Geschichtsdaten diesbezüglich schon geschönt worden sind, weiss keiner. Es sollen sogar Fotos in Umlauf sein, auf denen die Tasche wegretuschiert worden ist, da man Marx nicht als Freund teurer Modeaccessoires entlarven wollte.
12. März 2008 um 14:53
Was mich interessieren würde: woher weiss der Herr Both bitte überhaupt, wann Louis Vuitton gegründet wurde? Hängt der junge Administrator in seiner Freizeit etwa mit der aufgepolsterten Tochter Ohoven an der Flughafenlounge in Berlin-Tegel ab, um Discokönig Rolf Eden nach seiner Vitaminkur auf Ibiza in der Schalterhalle abzuholen?
12. März 2008 um 16:50
Ja, DAS habe ich mich auch gefragt – wie kommst Du dazu so etwas zu recherchieren? Kannst Du die Geschichte nicht einfach mal ruhen lassen? Müssen diese Enthüllungen wieder aufgewärmt werden? Wenn man Marx die Louis Vuitton-Tasche gelassen hätte, dann würden alte Männer heute nicht mit diesen Handgelenktaschen herumlaufen!
13. März 2008 um 08:01
Allerdings. Nur so konnte die Herrenhandtasche zum visuellen Symbol der Konterrevolution verkommen. Dabei war sie noch in den siebziger Jahren markantes Symbol sozialdemokratischen Organisationstalentes. Der SPD-Verband Tübingen marschierte am ersten Mai 1974 geschlossen mit Herrenhandtasche. Vorgeschriebener Inhalt: Zigaretten »Ernte 23«, Feuerzeug, Parkgeld, Kräutergeist für unterwegs. Ready for the Revolution!
13. März 2008 um 09:45
So der Herr. Noch keine fünf Minuten auf Arbeit und schon losblogen. So hab ich das gern. Aber mal im Ernst. Sandalen, Socken, Bierbauch, Fotokamera… das hat doch was.
13. März 2008 um 14:35
@»…Sandalen, Socken, Bierbauch, Fotokamera… das hat doch was…«
MIST! Ich wurde gesehen – scheinbar reicht die Handgelenktasche als Tarnung nicht aus… »ready for the Revolution” iss aber auch sowas von schön iss das!