Kinderzimmerdramen

Seit Weihnachten von gewinnsüchtigen Einzelhändlern erfunden wurde, wälzen sich Menschenmassen durch die Geschäfte auf der Suche nach Geschenken, die später umgetauscht werden müssen.

Das Hauptproblem dabei: das vom Kinde zutiefst gewünschte Computerspiel vs. Papas Holzbaukasten. Für Spielzeug, das auf einem bekannten Privatsender penetrant im Viertelstundenrhytmus in die Kinderhirne gehämmert wurde, geben die Eltern viermal mehr Geld aus, als für Spielzeug mit Grips & Herz, so der Bundesverband des Spielzeughandels.

Die Leidtragenden sind, ohne es zu wissen, zuerst die Eltern, weil Sie verlernt haben, »NEIN« zu sagen und danach die Kinder, weil das sehnlichst gewünschte Spielzeug oft nach kurzer Zeit von einem anderen begehrenswerten Merchandisingartikel abgelöst wird.

Zum Schluss verliert das völlig unspektakuläre Spielzeug, weil es immer seltener Käufer findet, die noch wissen, dass man bei einem Teddy keine Batterien wechseln muss. Ist nostalgisch anmutendes Spielzeug noch sinnvoll ?

P.S.: Dieser Artikel stammt aus der Feder meines Freundes, Maik Saul, der den Erhalt dieser Karte zum Anlass nahm und mich bat, diese Misere einmal für ihn zu veröffentlichen.