Hallowilllkommendankeschöön
Servicetalk: Marketinginferno im Einzelhandel
Alter schützt vor Torheit nicht, aber manchmal eben doch: Ein alter Depp hält ab und zu mal die Klappe, während ein junger Dödel den GTI frisiert, die Haare ölt und Hohlheiten absondert.
Wie kommt es eigentlich, dass früher alles besser war? In meiner Jugend erwartete mich im Bäckersladen eine dicke, nette Bäckersfrau, in der Buchhandlung ein gestrenger Herr mit Platte und an der Tanke ein grauer Schnurrbart.
Heute treffe ich an jeder Theke auf minderjährige, braungebügelte Sonnenbank-Elsen mit tätowiertem Gesäßgeweih. In penetrant vorgetragenen Freundlichkeitsfloskeln werde ich vollgetextet:
»Hallooo!!! Willkommen bei XXX!!! Was kann ich denn für SIE tun? Gääärne! Dankeschön! Einen schönen Tag!!!« In Fachwissen und Service eine glatte Null (Marketing-Gequatsche ist weder Fachwissen noch Service), dumm wie Graubrotschnitten und deutlich jünger als zwanzig – wo sind eigentlich die Fachkräfte hin, alle auf Staatsrente oder eingeschläfert?

5. Dezember 2006 um 09:54
Ausgestorben, würde ich sagen. Umgeschult – sie sitzen jetzt in der Zulassungsstelle oder beim Wohnungsamt, verkaufen Versicherungen oder hartzen viermal am Tag zum Arbeitsamt. Sie wurden halt nicht mehr gebraucht…
5. Dezember 2006 um 10:02
Oh Gott, hoffentlich nicht. Haben die Deppen etwa schon die Macht übernommen, ohne dass ich es gemerkt habe? Vielleicht unter Sonnenbank-Kanzler Schröder? Der hat doch auch seltsam viel Wert auf Frisuren und Teint gelegt, oder liege ich da falsch? Hmmm…
5. Dezember 2006 um 12:34
Damals Stasi, heute Polizei!
5. Dezember 2006 um 12:48
Polizei, Osterei, Osterhasi, Osterstasi!
5. Dezember 2006 um 16:38
Was darfs denn sein? … Ja … ja…. sehr gern …. aber natürlich doch ….hmhm …. ja … was? Ob der Rechner einen USB-Anschluss besitzt? Ja …ähhh … moment … müsste eigentlich ….lassen Sie mich mal auf die Packung schauen (Der Verkäufer setzt also voraus, dass einer der vielen Millionen Analphabeten in diesem Lande gehöre) …. Ja! Hier stehts! Hat er!!! … USB 2.0??? Müsste doch das Gleiche sein … hmmm …. ich schaue noch mal in die Bedienungsanleitung .. einen Moment bitte …
Einen Vorteil hat diese ganze Prozedur schon. Wenn mal nichts zu tun habt, oder gerade keiner eurer Freunde Zeit hat, geht doch einfach mal in den saucoolen oder den obergeilen Elektonikmarkt und lasst euch ein paar Stündchen beraten. Selbst an einem simplen Reisewecker kann man seinen Spaß und ein nettes Gespräch finden!
6. Dezember 2006 um 13:17
Ich weiß die kompetente Beratung der geizgeilen Klofrauen aus der Haushaltstechnologieabteilung trotz allem sehr zu schätzen. Die sind im übrigen auch weit über zwanzig und gerade jetzt extrem unfreundlich.
PS: Gibt es eigentlich noch die Welcome Managerinnen in dem T-Punkt Kröpeliner Straße??? Das war bisher mit Abstand das “Beste” was ich bisher erlebt habe. Optisch oben beschrieben, geistig knapp hinter dem Knäckebrot, aber sie konnte mir den 1,7 Meter Weg zum “Fachberater” erläutern und begleitete mich sogar, ich hätte den ja sonst nicht gefunden.
6. Dezember 2006 um 14:01
Kenne ich nicht, aber der Beschreibung nach die Marketingassistentin meines Vertrauens. Morgens ausgeschlafen aus der Sonnenbank hüpfen, um mich unwissend vollzutexten und mir einen schönen Tag zu wünschen. Hilfe!
24. September 2007 um 09:59
[...] »Genießen sie den Tag« strahlte mir die braungebrannte Fachverkäuferin noch nach, als ich konsterniert den Laden verließ. Alles was normal war, ist jetzt also Klassik, dachte ich. Echt Klasse! >> Servicetalk: Marketinginferno im Einzelhandel [...]