Servicetalk: Marketinginferno im Einzelhandel

Alter schützt vor Torheit nicht, aber manchmal eben doch: Ein alter Depp hält ab und zu mal die Klappe, während ein junger Dödel den GTI frisiert, die Haare ölt und Hohlheiten absondert.

Wie kommt es eigentlich, dass früher alles besser war? In meiner Jugend erwartete mich im Bäckersladen eine dicke, nette Bäckersfrau, in der Buchhandlung ein gestrenger Herr mit Platte und an der Tanke ein grauer Schnurrbart.

Heute treffe ich an jeder Theke auf minderjährige, braungebügelte Sonnenbank-Elsen mit tätowiertem Gesäßgeweih. In penetrant vorgetragenen Freundlichkeitsfloskeln werde ich vollgetextet:

»Hallooo!!! Willkommen bei XXX!!! Was kann ich denn für SIE tun? Gääärne! Dankeschön! Einen schönen Tag!!!« In Fachwissen und Service eine glatte Null (Marketing-Gequatsche ist weder Fachwissen noch Service), dumm wie Graubrotschnitten und deutlich jünger als zwanzig – wo sind eigentlich die Fachkräfte hin, alle auf Staatsrente oder eingeschläfert?