Hanse Sail in Sicht!
Stürmische Begrüßung der Fregatte “Shtandart”.photo credit: dans le grand bleu
Die Hanse Sail rast auf den Planeten MV zu: das maritime Giga-Event macht mit einem Millionenheer von vergnügungssüchtigen Gästen, Hunderten von exotischen Gastschiffen und gigantischen Windjammern, schätzungsweise 9.999 Bierbuden und Wurstverkäufern die ganze Stadt Rostock für vier Tage im August zum Disneyland aller Segelfans.
Auf acht Bühnen und an allen Hafenkanten der Hansemetropole brodelt ab sofort wieder die See, denn alle machen mit: Theater, Museen, Kirchen und Radiosender stellen ihr Programm voll in den Dienst der traditionsreichen Sail; kilometerlange Erlebnismeilen, atemberaubende Feuerwerke und Schiffspanoramen bis zum Horizont erwarten uns: Hurra, die Hanse Sail ist wieder da!


5. August 2009 um 10:39
Ich sag nur: “Kieler Woche ade – Hansesail olé”. Hauptsache ist doch, das der betagte Segelimagefreund und dessen wesentlich jüngere Sekretärin (später dann Frau) und auch der wahre Seewegreisende nicht unter dem mangelndem Wind(ge)jammer leiden müssen. Auf eine ordentliche steife Briese und auf adrenalingesteuerte Wendemanöver in der dritten Parkreihe. Hol über Seemann, sonst holt Dich die See. Harr Harr.
5. August 2009 um 14:02
» Fliegender-Holländer-Witz für Vollschiff-Fetischisten
5. August 2009 um 14:11
Seglerwitz – Achtung ziemlich wässrig! Zwei Segler unterhalten sich. “Der Manfred hat doch die Frau geheiratet, die er damals aus dem Wasser gerettet hat. Ist er denn gluecklich geworden?” “Nein, wasserscheu.”
5. August 2009 um 14:19
Wahaa! Dann musst Du auch dran glauben! Der kürzeste Seglerwitz:
Gehen zwei Segler an einer Kneipe vorbei… Brüller, oder?
5. August 2009 um 14:26
Zum Ablegen!
5. August 2009 um 17:37
Jahaa! Wo der herkommt, gibt es noch mehr dolle Kajütenklopfer: »Segeln ist die Kunst, nass und krank zu werden, um mit hohen Ausgaben langsam nirgendwohin zu treiben.« Wahnsinn. Waaahnsinn!
5. August 2009 um 20:55
Eiko hat bestimmt auch einen von unserem lieben Fipsi auf Lager
6. August 2009 um 07:53
Ich lese, dass Mitarbeiter der Wadanwerft während der Hanse Sail Protestaktionen planen. Wie jetzt herauskam, sind 500 weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern in akuter Gefahr. Klimatechnik Selck in Bad Doberan hat bereits gestern die Pforten geschlossen, ein anderer Zulieferer mit rund 200 Angestellten steht kurz davor…
6. August 2009 um 09:01
Genau der richtige Moment! Hier wird maritim gefeiert, dort maritim gestorben. Feiern, shoppen und Fernsehen können wir ohnehin besser als ernsthafte Probleme anzugehen. Und die Hansesail ist schließlich mittlerweile auch ein “ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor” in unserem Land. Vielleicht können die Jungs vom Sail-Büro ja das Werftgelände mitnutzen und noch mehr Würstchenbuden und Anleger zu installieren. Da können dann auch die ehemaligen Schweißer und Schlosser shiatsu-Massagen und Finanzberatungen anbieten. Schöne neue Welt ….
6. August 2009 um 09:36
Das Leben geht auch ohne Werften weiter, so bitter es klingt. Ich zitiere einen Spiegel-TV-Beitrag über meine Heimatstadt Bremerhaven, die zwischen 1945 und spätestens 1990 monokulturell von Werften, Fischerei und den anwesenden US-Truppen (alle drei Lebensgrundlagen sind weitgehend verschwunden) lebte:
»…Bremerhaven ist eine Stadt der Superlative. Dreiundzwanzig Prozent Arbeitslosigkeit. Dreiundzwanzigtausend Hartz-IV-Bezieher und Siebenhundertfünfzig Millionen Euro Schulden. Wer kann, zieht weg.«
Das Leben geht also weiter, nur vielleicht woanders.
6. August 2009 um 16:05
Bremerhaven boomt doch mittlerweile, sagt die Financial Times: “Die Arbeitslosenquote in der Stadt ist von 25 Prozent im Jahr 2005 auf 15 Prozent gefallen.” http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Arbeitsplatzwunder-Viel-Wind-um-Jobs-in-Bremerhaven/549507.html
6. August 2009 um 17:10
na DAS ist ja ein Trost !
Mir ist bis heute unklar warum die Landesregierung in Bezug auf die Werften so tatenlos war und ist.
Wen wollen die denn regieren wenn der größte Teil abgewandert ist ?
Nur von ausgestellten Schiffen, Tourismus und shiatsu-Massagen wird man wohl so ein Bundesland nicht weiterführen können.
Die Proteste während der Hanse Sail finde ich vollkommen in Ordnung !
6. August 2009 um 23:07
eben – Tourismus, das Allerheilmittel. Ich stelle mir gerade folgende Szene vor: Wir schreiben das Jahr 2025. Die beiden letzen (Ur-)Einwohner des Bundeslandes, welches früher einmal mit MV abgekürzt wurde, irren hastig durch mannshohes Gebüsch. Hinter ihnen, vielleicht gerade einmal 10m entfernt, rast ein Hummer-Jeep vorbei. Darin sitzen ein paar reiche Touris aus dem einzigen noch verbliebenen Bundesland Bayern, mittlerweile etwa so groß wie Australien, mit Feldstechern auf der Suche nach eben diesen Ötzis des Ostens. Einen der beiden soll man vor zwei Jahren in der Nähe des nunmehr ausgetrockneten Kummerower Sees gesichtet haben. …. to be continued
7. August 2009 um 07:37
Ich sehe mich schon augestofft zwischen Zebra und Gnu über dem Canapè vom Kaiser Franz hängen.
7. August 2009 um 07:38
… ausgestopft …
7. August 2009 um 10:19
Es fällt mir schwer zu verstehen, Theater, Zoos und andere Kultur- und Bildungseinrichtungen sollen nach der Auffassung einiger hier möglichst privatwirtschaftlich agieren und wenn sie dies nicht können “aussterben”.
Werfen hingegen, die ja eigentlich privatwirtschaftlich agieren können sollten, soll nun aber noch mehr unter die Arme gegriffen werden. Soweit ich weiß sind die Werften in MV seit der Wende (davor so glaube ich auch…) ein Zuschussgeschäft. Dies soll nun noch mehr gefördert werden? Damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben? Ich habe den Eindruck, das in Asien Schiffe in der Hälfte der Zeit für die Hälfte des Geldes gebaut werden. Der Versuch, überhaupt ansatzweise Konkurrenzfähig zu sein ging nur über Subventionen. Jetzt ist es wohl so schlimm/so viel Geld, das auch unsere Politiker im Land Skrupel bekommen, nur für den Stimmenfang durch Arbeitsplatzerhalt so viel Geld auszugeben. Auf Bundesebene wird ja jedes Größere Unternehmen das medial Aufmerksamkeit erregt mit Subventionen bzw. Subventionsüberlegungen unterstützt bzw. weitestgehend unterstützt. Ich bin mir sicher, das es kurz vor den Wahlen noch ein paar Retter geben wird. Das Geld wird verbraten – es gehört ja nicht denen die es Austeilen. Schade nur, das meine Kinder dieses Geld später zurückzahlen müssen! Auch leid tun mir die kleinen Schreiner, Tischler, Werber etc. die nicht die Chance haben, überhaupt eine Unterstützung zu erhalten (oft nicht mal von der Hausbank in Form eines 0815 Darlehens). Dort wird im Übrigen mit “Wettbewerb” argumentiert, das es Marktbereinigungen gibt sein in der Kriese normal. Nur bei den Großen, da wird alles versucht noch etwas für die Profilierung herauszuschlagen und eine normale Marktbereinigung als ganz schlimm empfunden.
7. August 2009 um 10:23
@ MV
vielleicht müssen wir uns einfach damit abfinden, das hier nichts (konkurenzfähiges), außer einer der schönsten Strände Europas, ist. Ich glaube, das es langfristig eine noch Stärkere Ballung in den Industrie- und Wirtschaftsmetroploen geben wird und in der Tat, MV nur der Tourismus bleiben wird. Wäre hier nicht der Strand und die Seenplatte, würde MV vermutlich irgendwann der Natur “zurückgegeben” werden.
7. August 2009 um 11:05
@ pengasius: Da haben Sie mich aber missverstanden. Ich bin der Letzte, der dafür ist, wenn es darum geht, die Privatwirtschaft mit Steuergeldern zu unterstützen. Ich hätte auch ohne Rücksicht auf die Folgen die Banken verrecken lassen, denn wir sehen ja alle, dass die “Finanzspritzen” einfach versickert sind und die Situation sich nicht im geringsten geändert hat. Ich bin maximal für sinnvolle Unterstützung. Statt im Landtag 40 Ausschüsse zu bilden, die den lieben langen Tag beratschlagen und keine Ergebnisse bringen, die Monate brauchen, um eine Entscheidung zu fällen, sollte eine oder zwei Beauftragte abgestellt werden, die vor dem Zuschlag den Investor auf Herz und Nieren testen, seine Arbeit während der folgenden Jahre rigoros überwachen und notfalls ein Gerichts- (plus Straf-)verfahren anstrengen, um die veruntreuten Gelder zu kassieren. Dabei muss – und da ist die Politik wieder gefragt – es besser möglich sein, auf private Vermögenswerte der jeweiligen “Investoren” und “Geschäftsführer” zurückzugreifen sein. Ebenso müssen Die Entscheider aus der Politik zur Kasse gebeten werden. Mit diesem Wissen werden die Herrschaften es sich dreimal überlegen, Schindluder zu treiben. Außerdem werden sich dann nur ernsthafte Interessenten melden und nur kompetente Entscheider agieren.
Ist aber alles nur Wunschdenken. Schließlich müssen die Herrschaften sich ja den Ast absägen, der Ihnen die sichere Pension liefert.
Was nun den Tourismus angeht, so ist dies vielleicht auch etwas einseitig gedacht. Denn schließlich wird ein Anteil der Urlauber zu einem nicht unwesentlichen Teil aus heimischer Bevölkerung gespeist, die es sich allerdings immer weniger leisten können. Auch würde es – einmal zugespitzt formuliert – unschön aussehen, wenn man wie bei einer AIDA-Reise in die Karibik bei einem Landgang erst durch irgendwelche Slums gekarrt wird. Das ist dem Tourismus sicherlich nicht förderlich. Klar, das wird hierzulande wohl nicht passieren, nur drüber nachdenken sollte man schon einmal.
10. August 2009 um 09:02
Tausende Besucher, strahlendes Wetter und ein Todesfall. Das kann sich doch sehen lassen.
10. August 2009 um 10:59
Der Todesfall?
10. August 2009 um 13:39
die höllenkinders mit den breitreifen sollen sich im alten fritz nicht an die tischordnung gehalten und dann auch noch buchstanbendingsda mit der polizei gespielt haben.
mein persönliches hochlicht war eine kurze hörprobe beim » Maskenball