Ich hatte mal einen Freund (V), …
der war ein ziemlich großer kräftiger Kerl.
Ich spielte mit ihm in einer Band und er bediente er monstöses Möbelstück namens Kontrabass. Ich konnte ihn wirklich gut leiden. Eigentlich konnte alle ihn gut leiden, auch bei den Frauen hatte er einen hervorragenden Schlag. Das war nicht schwer, denn der Typ hatte immer gute Laune und zudem eine sehr feine Beobachtungsgabe.
Wir probten seinerzeit in einem Klub, der das Zentrum der alternativen Szene darstellte. Der Laden war recht groß, ein heruntergekommener ehemaliger Tanzclub aus der Vorkriegszeit. Es gab einige Nebengebäuden, die rege durch Vereine und Bands genutzt wurden. Das war Anfang der 90er Jahre und tatsächlich empfand ich die Zeit als eine wilde Aufbruchstimmung. Mit Rock’n Roll und Sex und dem anderen Unsinn.
Der Laden wurde getragen durch irgend einen Verein und es gab einige Leute, die sich um das Alltägliche kümmerten. Die standen bei Veranstaltungen am Einlass und bedienten die Theke. Es war also ratsam, sich mit diesen Jungs gut zu stellen. Zu dem Kreis gehörte auch ein Typ, der war noch größer und umfangreicher als unser Bassmann und bekannt durch ungefähr die gegenteiligen Eigenschaften, die unseren Sunnyboy so sympatisch machten.
Der Mann war kein Arsch, jedoch in etwa so liebreizend wie das Publikum, wenn ein Schlagerheini auf einem Punkfestival spielt. Ich wurde nie mit ihm warm. Das gelang aus meinem Kreis niemandem, bis auf den Mann an der Zupfkommode. Und das geschah folgendermaßen:
Wir hatten Wochenendprobe und unser Bassmann musste mal. Er kam also auf den Abort und sah den Typen vom Laden, wie er sich mit einer Kurbel an einem Keramiksitz zu schaffen machte. Es stank ein wenig. Er ging hinzu und sah sich die Sache genauer an. Da gab es nicht viel zu deuten. Irgend jemand hatte eine Rolle Papier versenkt und darüber einen Haufen gesetzt. Der Typ vom Klub hatte die dankbare Aufgabe, die Ordnung wieder herzustellen.
Der Kollege mit der Kurbel schien noch schlechter gelaunt, als es sonst seine Art war. „Ist doch kein Problem. Lass mich mal ran“, sagte unser Freund. Er stülpte sich eine herumliegende blaue Mülltüte über den Arm, griff in den Schlamassel und beförderte den improvisierten Verschluss hervor, der sich nach der Befreiung des Arms praktischerweise in der leicht zu entsorgenden Plastikfolien befand. Ein einfaches Betätigen der Spülvorrichtung beendete das Problem.
Fazit? Dass ich nicht lache.


11. März 2008 um 01:05
Richtige Männer. Klicken [Gertrud]
11. März 2008 um 09:56
Nie ohne Tüte.
11. März 2008 um 10:31
Aber Ekkard, das ist ja eklig.
11. März 2008 um 11:17
Du hast doch gegeben. Ich habe nur das bessere Blatt.
11. März 2008 um 12:05
Ich sag es ja nur ungern, aber ich habe für Skat ausgeteilt. Das bedeutet, die beiden freiliegenden Karten sind nicht zum ziehen gedacht und du solltest zumindest die Farbe bedienen. Oder hast du nur eine eigenwillig Art des Reizens. Es soll ja verschiedene Regeln geben.
Beim Mau Mau wäre dein Blatt sicher zu gebrauchen. Darauf habe ich aber gerade keine Lust.
11. März 2008 um 13:14
Eigentlich ging es um Sanitärquartett und die herrliche Ideal-Standard-Schüssel sticht nun mal die alte VEB-Keramik. Da geht man gerne mal barhändig hinein.
17. März 2008 um 11:51
Nur so am Rande, die Uli hatte auch mal einen Freund:
http://www.youtube.com/watch?v=2D5i04S4lGM&feature=related