In Klütz schweigen die Wälder

Machen gern Piffpaff im Wald: Paintballer.
photo credit: Paniko.cl
Martialisch vermummte Einzelkämpfer toben durch den Wald und spielen mit zum Teil täuschend echten Schusswaffen Krieg: Paintball, das gegenseitige Bepfeffern mit Farbmunition in geschütztem Gelände, ist eindeutig Geschmackssache – aber ist es auch juristisch relevant?
Die Bundesregierung hat das Verbot des Kampfspiels zunächst gestoppt und an die Länder zurück verwiesen. Das Mecklenburger Amt Klützer Winkel hält dennoch an seiner Entscheidung fest, die dort geplante Shooting Range für Paintballer nicht zu genehmigen.
Begründet wird diese Haltung mit einem Verweis auf das Grundgesetz, in dem der Schutz der Menschenwürde hervorgehoben wird. Ob die allerdings Schaden nimmt, wenn sich das vom eigenen Testosteron gesteuerte Klützer Jungvolk mit Plasteflinten bekriegt, scheint ebenfalls reine Geschmackssache zu sein!

29. Mai 2009 um 19:54
Ich habe auch schon drei-, viermal die Farbpistole in den Wald gehalten und abgedrückt; in der Hoffnung einen Teilnehmer aus dem gegnerischen Team zu treffen. Ich finde, dass Zensur oder Verbot hier vollkommend fehl am Platze sind. Aber was weiß ich denn schon. Einer, wie ich, der mit Gleichaltrigen einmal im Jahr Cowboy und Indianer spielt, der hat wohl auch einen an der Klatsche. Aber was verbieten wir dann als Nächstes? Autos – weil man sich damit totfahren kann? Kinder – weil sie laut sind, Dreck machen und nur Geld kosten? Kann man sich nicht über sinnvolle Maßnahmen unterhalten? Zum Beispiel die “rechtliche Durchsetzung von Wahlversprechen jeglicher Art”. Dann wird Politik auch wieder ein Stückchen ehrlicher und man muss sich nicht doofe Verbote ausdenken.
1. Juni 2009 um 18:01
Wo ist die Menschenwürde wenn sich mal wieder ein Teeny zu tode säuft? Oder wenn jemand sich das Leben nimmt in dem er mit seinem Auto in den Gegenverkehr rast? Wann werden Alkohol und Autos verboten?
Ne mal im Ernst. Es ist Wahl und jeder Politarsch versucht irgendein Thema zu belegen in der Hoffnung damit Stimmen zu fangen. Pfui schämt euch. NPD-Niveau!
Es gibt in Deutschland seit vielen Jahren mehrer tausende aktive Paintballspieler. Von denen hat nicht einer einen Amoklauf begengen. Davon mal abgesehen geht das mit einem “Makierer” auch garnicht. Abder das ist ja egal. Quote zählt.
1. Juni 2009 um 18:03
Ein Amoklauf bedeutet auch immer das Versagen der Eltern, Schule, Freunde und Gesellschaft. Was nützt es Waffen zu verbieten wenn sie im eigenen Zuhause frei (neben 200 Schuss Munition) rumliegen. Wir brauchen keine neuen Gesetze. Wir müssen die existierenden nur umsetzen und kontrollieren.
2. Juni 2009 um 07:55
Sehe ich genauso, Herr Both.