Ist es Zeit? Beobachtungen im Hof.

Soll der Blog einfach sterben? Die WM ist schon länger vorbei und was hier sonst an feuilletonistischen Schmankerln dargeboten wird, gehört doch wohl eher in die Leserbriefseite der Super-Illu oder mein kleines, schwarzes Büchlein, dass immer auf dem Louis XIII-Sekretär aus Elfenbein in meinem heimischen Salon liegt. Plötzlich zittert mir die Feder. Emotion pur! Angstschweiß tropft leise vom Kinn und vermischt sich mit dem hundertjährigen Brandy in meinem Kristallschwenker. Knackend zergeht das Eis im Glase. Verstört blicke ich in die knisternden Scheite meines marmornen Bürokamins: Schon Zeit zu gehen? Es wäre noch soviel zu sagen. Noch schnell den Knoten am Morgenrock gestrafft und in die Tasten gegriffen. Ich blicke tränenblind in den Schlosshof und streiche zerstreut die Zigarre ab. Draußen wird es schon hell. Nun machen sich die Mönche an ihre immerwährende Arbeit. Emsig streuen sie buddhistische Sandbilder, die ich gegen Mittag begutachte und dann mit einer Fußbewegung verwerfe. Die Botschaft bleibt stets die Gleiche: Der Weg ist das Ziel!

4. August 2006 um 10:52
Na dann pass mal gut auf, dass dir Oddjob nicht alle deine Statuen zerlegt.
4. August 2006 um 11:08
Woher weißt Du nur von ihm? Oddjob lebt zurückgezogen im Ostturm des Schlosses, wo er sein Gnadenbrot fristet. Seit dem Tod Gerd Fröbes bin ich sein glücklicher Vormund. Der kernige Asiate war mir einst ein treuer Gefährte, doch das Sageblätt im Zylinder ist längst stumpf geworden. Heute begeistert er sich für egozentrischen Modellbau: Ein löblicher Zeitvertreib, der mir so manchen Taler ins Säcklein bringt!
http://www.wie-gemalt.de/all4fan/moreinfo-3741.htm
4. August 2006 um 11:49
der himmel ist steingrau bedeckt. monoton schlägt im 10sekundentakt ein wassertropfen auf das vergilbte laminat meiner 4qm plattenbauküche auf. platsch … platsch. er wirkt mit jedem mal lauter zu werden. mit einem angewinkeltem bein, hocke ich vor dem offenen kühlschrank. offen! essensreste, pilze und dinge die mikrobenforscher im dreieck springen lassen würden, verhindern das nahtlose schließen meines lebensmittelfrischehalters.
die lampe im inneren des ehemaligen kühlers verabschiedet sich mit einem fast unscheinbaren klang. sssssssssssssrruuuuPP. ein kurzes zucken durchfährt meinen brustkorb. minimale adrinalienausschüttung. mich schreckt nichts mehr. die gleichgültigkeit ist zu meinem leben geworden. leben? ich bin tot. was nur ist mit mir geschehen? einst nannte ich ein riesiges anwesen mein eigen. ein schloss, mit großen zimmern. allein schlafgemächer hatte ich drei an der zahl. mir fehlt die wärme des marmornen bürokamins, in dem die knisternen scheite meinen blick auf sich zogen. ich liebte den klang von knackendem eis im meinem kristallschwenker, wenn es sich mit dem hundertjährigen brandy vermischte. wie konnte ich nur so tief sinken? ohne die wm bin kein mensch mehr. und der himmel ist steingrau bedeckt.
4. August 2006 um 12:09
Ein Unding, sich hier so penetrant feilzubieten! Natürlich mussten Sie sich räumlich verändern, mein lieber Maddin! Doch was mussten Sie auch Haus und Hof verwetten? Ich bin nur der ehrliche Makler eines italienischen Wettkonsortiums und so zu bescheidenem Wohlstand gelangt. Das will man mir nun wohl streitig machen – in Wort und Tat. Es bleibt dabei: Mein Gewissen ist so rein, wie die schneeweiße Robbenstola, die meinen Nacken umschmiegt!
4. August 2006 um 16:36
Aha! Mit der WM habt Ihr wohl den blog zum gärtner gemacht und steht nun knietief im senf der armen blogwürstchen, die in dieses forum investierten. Endlich lernt ihr die weniger süße seite des lebens, die blogschockoladenseite kennen. Man kommt nunmal nicht mir nichts dir nichts als Blogflötist aus dem westen daher und schreibt mal eben was in den ostblog. Auch die unbefristete stelle des blogwarts will erkämpft sein. Spielfilmhelden wie bloggy (und die kakerlaken) können ein lied davon singen… Mein väterlicher rat dazu lautet: Qbisten aller länder vereinigt euch und last euch nicht länger blogkieren. Ändert eure namen und die eurer tagebücher. Dann werdet ihr noch lange für die ungezügelte freude und das entzücken vieler leser sorgen.
Blog8 – Achtern Strom.
4. August 2006 um 17:06
Nur ein Clown sein, Papi? Ein Narr, der für den Scherz gelobt wird, doch dessen Botschaft verhallt – ganz gleich der Apfelblüte im alten Land? Nein, das mag ich nicht. Dazu einige wache Gedanken auf den kurzen Weg: Neulich ging ich an einem Lebensmittelgeschäft vorüber. In der gläsernen Auslage hatte es allerhand Südfrüchte und Zuckerwerk. Die Schüsseln waren so voll, dass sie zu bersten drohten. Doch Frohsinn vermochte ich in den Gesichtern der Kundschaft nicht zu finden, als ich eintrat. Aus klammen Augenwinkeln schälten sich bald große Tränen. Seien wir gewiss: Der Sommer geht auf sein feuchtes Grab zu. Nun beginnt die stille Zeit und zwischen Husum und Hagenow werden die Tage kürzer. Oh Mensch, kehr doch um! Noch ist es Zeit.
4. August 2006 um 19:21
Nur ein Clown?
Hebt nicht die weisheit des narren die ordnung aus ihren angeln? Ein clown bringt frieden, hoffnung, gefühl, mut und neugier zur Welt. Seine botschaft mag verhallen, sie bleibt aber nicht ungehört wie das schweigen. Kein apfel kann wachsen, ohne je eine sonnenverwöhnte blüte gewesen zu sein. Und Ekkard; es ist nicht der sommer der stirbt. Vielmehr erwacht der herbst mit all seinen früchten voll duft und saft. Unsere mädchen und buben sitzen wieder mit fleiß in der schule und lernen für ihr leben. – Ein leben M I T uns, den clowns von Blog8!
5. August 2006 um 21:16
Was ist denn hier los? Hab ich etwas verpasst? Seid ihr alle ins Kloster gezogen? Wo gibt es eigentlich dieses wundersame Kraut, welches einen zu solch kühnen Weisheiten gelangen lässt?
7. August 2006 um 08:10
Es ist die Milch der frommen Denkungsart, die einen so werden lässt. Sie erlangt man nur im Tal der Tränen, wo sie in »Vierteles« vom Fährmann abgegeben wird. So findest Du ihn: Am Ortseingang empfängt Dich ein kleiner Fratz auf einem Kinderrad und gibt Dir Geleitschutz bis zur Brücke am Fluß. Nun fürchte Dich nicht mehr, denn Dir wird gegeben werden.
Herman van Veen erzählt! http://veenpers.nl/111187.htm
7. August 2006 um 11:27
Erkennungsbeifall!
Der verweis auf die terrestrischen ergüsse von Beate Locker »…bunt ist sie und manchmal fast ohne farben« ist klasse. Ich schließe mich voll und ganz der meinung der zugedröhnten abteilungsleiterin für kulturförderung des kulturamtes in L. an. Sind wir nicht alle ein bischen… »Ironiker«?! – Moderne Ikaruse mit weissgepunkteten roten schirmchen? Zerbröseln wir uns nicht alle gern den spitzkegeligen kahlkopf für den peak auf der sesselalm?! (Ein stückchen noch; dann muss ich arbeiten…)
PS: Ich möchte hiermit eine bekannte schlosserweisheit korrigieren, die sich auf das anziehen von schrauben bezieht: Nach »fest« kommt nunmehr nicht gleich »ab«, sondern erst mal »locker«.
7. August 2006 um 12:39
Preisfrage:
Wie hieß die Kinderserie mit Herman van Veen, die in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts im Westfernsehen lief und mir als Kind sehr, sehr unheimlich war? Hier schliefen bärtige Herren und Frauen in verschleierten Feengewändern in Zelten und Hütten… In der regressiven Sesamstraße fühlte ich mich leider bedeutend wohler. Wer es weiß, erhält von mir das Götzenbild der griechischen Penthesilea!
7. August 2006 um 13:03
Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen
D 1977 (De wonderlijke avonturen van Herman van Veen)
Serie in 6 Teilen, Deutsche Erstausstrahlung: 13.11.1977 ARD
Her mit der schönen amazonenkönigin!
7. August 2006 um 13:16
Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner des Preisausschreibens ist Papi aus Rostock und wurde bereits benachrichtigt. Die richtige Antwort war »Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen«. Das Götzenbild der griechischen Penthesilea ist bereits unterwegs zum glücklichen Gewinner. Allen anderen Teilnehmern winken die Schrecken der Medusa.
8. August 2006 um 20:33
Ich winke allen Teilnehmern ohne Schrecken in der Hoffnung sie mögen stumm bleiben solange Papi und Ekkard noch nicht »ab« sind. …oder bin ich zu spät?
9. August 2006 um 08:05
Guten Morgen, gnädige Frau! Gehe ich recht in der Annahme, dass die Büchse der Pandora mitten in Beselin, gleich neben einer niederdeutschen Tuning-Garage namens »Crazy Trabbi« steht?
9. August 2006 um 16:14
Wenn das so weiter geht, schnappe ich mir die Büchse der Pandorra und brenn Dir eins übern Pelz …. jo sann denn hier oalle bleede?
Es scheint sich hier also um das literarische Duett zu handeln. Da sind wir alle einmal gespannt wie ein Straps, was dabei noch für Schweinereien herauskommen. Wenn wir bei Goethe und seinen nackten Popos angekommen sind, schreibt mir bitte eine Mail …
9. August 2006 um 16:50
Sehr gut! Ich schnappe mir dafür die CD von Pantera und brenn sie mir für daheim an der Riviera. Goethe war gut, mann, der konnte reimen!