knoedelkarte.jpg

Wen es nach einem Original Rinderbraten Wenzel Art mit Böhmischen Knödeln und Waldpilzsoße gelüstet und wer dazu ein Staropramen Premium und ein Gläschen Becherovka wünscht, dem empfehle ich neuerdings eine Reise an die Ostsee. Am besten zu den »Prager Bierstuben« nach Warnemünde. Denn nur dort kann man einen ausgedehnten Verdauungsspaziergang am Meer unternehmen und das legendäre Schmugglerboot »Moet« besichtigen.

In das Lokal über den Dächern des Fischmarktes am Alten Strom führt eine gediegene, altersgerechte Rolltreppe. Oben angekommen kann man auf gefühlten 1.000 Quadratmetern bei Blasmusik Knödel verspachteln, bis sie einem zu den Ohren wieder herauskommen. Als ich am vergangenen Sonntag auf dem Weg ins »Wenzels« war, machte ich obendrein noch eine flüchtige Damenbekanntschaft.

Wie immer stellte ich die Limousine vor dem Fähranlieger nach Markgrafenheide ab, weil man von dort aus später das Seebad schneller wieder verlassen kann. Nach wenigen Schritten, gerade als ich aus der Bahnhofsunterführung auftauchte, begrüßte mich eine ältere Dame in strapazierter Freizeitkleidung und mit roten Wangen. Sie bat mich ihre Bierflasche zu öffnen. Da ich seit Jahren kein Feuerzeug mehr dabei habe, geschweige denn einen Flaschenöffner, entkorkte ich die Flasche einfach am nächsten Treppengeländer – was mir einiges an Bewunderung einbrachte. Die Augen der Bierdame glänzten als ich ihr die Flasche reichte; »Sie haben mir das Leben gerettet!« meinte sie dankbar. Ich war mir nicht sicher, bin allerdings auch kein Arzt und ließ es schließlich dabei bewenden.