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Vor kurzem flatterte eine nette Aufforderung einer achsosozialen Einrichtung, der sogenannten Künstlersozialkasse (KSK) ins Haus.

Für alle, die es nicht wissen: Das ist nach meinem Kenntnisstand wohl in etwa eine Krankenkasse, bei der man sich »freiwillig« halbgesetzlich versichern kann… oder gar muss. Früher hat sich diese Institution um die notleidenden Künstler mit wehendem Schal gekümmert, die sich neben dem täglichen Cappucino im Kaffee um die Ecke keine vernünftige Krankenversicherung leisten konnten. Man konnte sich für die Hälfte versichern, die andere Hälfte trug dann die Kasse. Im Gegenzug musste man einen bestimmten Prozentsatz seiner Einnahmen an die Jungs und Mädels abführen. Toll.

Nun hat man sich aber gedacht – uns kennt so richtig keiner, es weiß auch so richtig niemand, dass man uns kennen muss, daher werden wir erstens unser Portfolio erweitern und nahezu jeden, der einen Geistesblitz zu erzeugen in der Lage ist, unter anderem auch einen »Webdesigner«, in den Adelsstand eines Künstlers erheben und zweitens in allen noch so kleinen Firmen aktiv Wahlkampf betreiben.

Was viele Unternehmer nicht wissen: Sie müssen jede auch nur ansatzweise nach Kreativität duftende Leistung natürlich bezahlen, aber eben auch fünf Prozent der Auftragssumme zusätzlich an die KSK abführen. Das kann zu erheblichem Unfrieden zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer führen.

Ich als selbständiger Unternehmer, der sich ohnehin schon um alles selbst kümmern muss, sogar fast zwangsweise einen Steuerberater beauftragen muss, um den Ansprüchen an eine normgerechte Buchführung gerecht zu werden, keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, seine Krankenkasse komplett selbst bezahlen, seine Rente selbst finanzieren muss, der soll nun auch noch für ein paar illlustre Zeitgenossen mit »Firmensitz« in einem abgetakelten Katen in der Nähe von Pölchow Ausbau aufkommen, die dem schnöden Mammon abschwören und statt dessen »richtige«, wenn auch brotlose Kunst betreiben, die sich teilweise sogar über so einen Unwürdigen wie mich erheben.

Wenn ich nun in diesen Verein eintrete, ist es wie mit der GEZ. Man kommt, nicht einmal berechtigterweise lebend aus den Fängen dieser Anstalt heraus – eben KSK bis DZE (die Gedienten unter den Lesern wissen, was ich meine).

Gott sei Dank erfülle ich die Voraussetzungen dazu nicht, jedenfalls nicht bis zur nächsten Gesetzesänderung.