Mal was Maritimes
Vor einigen Wochen war ich gezwungen, die Hotellerie der ” MS Georg Büchner” in Anspruch zu nehmen. Dieser Klassiker der Meere offeriert für 25 Piepen pro Nacht ein Bett + Frühstück. Noch billiger geht es sogar in der ebenfalls an Bord befindlichen Jugendherberge.
Wer nun aber glaubt, dass er auf diesem ehemaligen Fracht und Passagierschiff aus den frühen 50ern eine Reise in die Vergangenheit unternehmen kann, der sei gewarnt! Von der ursprünglichen Einrichtung ist nur noch wenig erhalten und der Charme dieser Herberge ergibt sich vor allem aus dem äußeren Erscheinungsbild.
ABM und das stilistische Empfinden bzw. die Ignoranz des Betreibers haben bei der Renovierung im inneren des Schiffes ganze Arbeit geleistet.
Hier stand nicht die sachgerechte Aufarbeitung der vorhandenen Einrichtung im Vordergrund. Mittlerweile sind fast alle Kammern im “Möbel Roller Stil” gehalten. Kombiniert wird dieses Erscheinungsbild noch mit einigen schlechten „Highlights“ aus der DDR Möbelproduktion.
Abgesehen von diesen optischen Zumutungen ist das Preis-Leistungsverhältnis aber durchaus angemessen. Zu buchen ist dabei immer die Steuerbordseite (Mau & Strandstraße auf Backbord!) Einige original erhaltene Kammern befinden ebenfalls auf Steuerbord.
Unbedingt empfehlenswert ist der Blick von einem der oberen Decks auf die Warnow und die Stadt.
Noch etwas zum Thema Klassiker der Meere. Kombifrachter wie die „Georg Büchner“ waren vor dem Jetzeitalter der „Standard“ für den Transport von Passagieren.
Ein vergleichbares Schiff dieser Größe gibt es nur noch in Japan. Es handelt sich bei der Georg Büchner daher um eine wirkliche Rarität.
http://www.liners.gmxhome.de/buechner/hist%20bue.htm

6. Dezember 2006 um 09:53
Oh, alte Seemannsherrlichkeit… Ich könnte jeden Tag wieder anheuern, aber ich will nicht. Die Große Freiheit hat mich fix und fertig gemacht. Hach ja! Stimmt es eigentlich, dass an Bord der Kapitän Ehen schließen kann und zollfreie »Waren« ausschenken?
6. Dezember 2006 um 10:28
@ Bärtram Bummele: Stimmt! Dann musst Du den Kahn aber über die 5-Meilen-Zone ziehen. Wenn Du das jedoch mit dieser Arche tust, brauchst Du keine zollfreien Waren mehr, sondern die Seenotrettung.
6. Dezember 2006 um 11:47
Ach so. Gestatten die Herren Schriftführer den dollen Scherz: Ist wohl der BÜCHNERWURM drin, wie? Hihi! Prima Studentenulk! Wegtreten!
7. Dezember 2006 um 20:45
Vor einigen Jahr war ich mal gezwungen den Jugendherbergsbereich zu besichtigen. Ich möchte das karge Zimmer mit den drei Doppelstockbetten gar nicht weiter beschreiben und auch die “Sanitär”-Einrichtung. Das Gesamtkonzept hat mich dagegen beeindruckt. Der Herbergsschlüsselverwalter ließ gar keine Gedanken an Freundlichkeit aufkommen, sodass der eben Eingewiesene beim Betreten der Kammer keinen Schock bekam, sondern die (fehlende) Einrichtung als folgerichtig empfand. Irgendwann zwischen sechs und sieben uhr morgens begann dann eine Brigade Rostklopfer mit ihrer Arbeit.
Süßer die Glocken nie klingen …
7. Dezember 2006 um 21:53
Abenteuer pur im Rostocker Stadthafen – wozu in die Ferne schweifen …?
Full Metall Jacket ist offenbar ein Romantikepos dagegen …
30. Januar 2007 um 18:33
[...] Die am Kabutzenhof liegende Georg Büchner sieht von innen aus wie ein Möbel Roller Markt http://www.blog-8.de/mal-was-maritimes/ [...]