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Immer neue Modelle zur Absatzsteigerung stürzen auf den verblüfften Werber und seinen nervösen Klienten, den Marketingabteilungsleiter in Castrop-Rauxel ein. Beide lesen wöchentlich die selbe, kompetente Fachpresse und bestätigen sich deshalb auch bei einer Espressokonferenz am Telefon gern gegenseitig, wie überaus bedeutsam die neuesten Studien für den Trikotagenabsatz sind.

Das ist verständlich, beseitigt aber leider nur bis zur nächsten Woche die immer vorhandene Unsicherheit angesichts der beunruhigenden Frage, ob man wohl gerade das Richtige tut. Dann wird nämlich die nächste Marketingsau durch das Dorf gejagt. Schließlich muss die Fachpresse keine Produkte, sondern nur ihre Ideen verkaufen. Sie unterstützt deshalb gerne die beliebte Illusion, Marketing wäre eine Wissenschaft, wie die Biologie oder Mathematik.

Das wäre sehr praktisch, beim Marketing handelt es sich aber eben nur um eine Ansammlung von Konstrukten und Modellen, die das praktische Arbeiten deutlich erleichtern: Ist jetzt gerade das Internet oder die Drehorgel das wichtigere Medium in meinem Marketingmix?

Das Grundproblem à la Henry Ford bleibt trotzdem immer bestehen: »50 Prozent meines Werbebudgets ist hinausgeworfenes Geld. Niemand kann mir allerdings sagen, welche 50 Prozent das sind.« Tragisch, Herr Ford! Aber der große Philosoph und Kleinwagenhersteller hat ja zum Glück auch noch etwas anderes gesagt: »Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.«

Na siehste: nicht verzagen, jeden Morgen schön die Uhr aufziehen und dann die Werbeagentur mit den besten Ideen, Bildern und Medien auswählen, die zu meinem Produkt passen. Dann klappts bestimmt auch mit den Kunden!