Mecklenburg-Kammerflimmern
Nicht nur die dicksten und uneitelsten Deutschen sind die Mecklenburger laut Statistik – sie sterben auch am häufigsten am Suff. Fast jeder zehnte Mann aus dem Land kommt durch Alkoholexzess zu Tode. In keinem anderen deutschen Bundesland kommt das so häufig vor: laut einer aktuellen Erhebung gibt es im Nordosten rund doppelt so viel Alkoholtote wie im Bundesdurchschnitt. Dabei ist die Mortalitätsrate seit 1990 bereits um etwa 15 Prozent gesunken. Prost!


12. September 2007 um 09:43
Jetzt geht ja hier in Bayern demnächst wieder das Oktoberfest los, da zieht der Süden vielleicht mit dem “Komasaufen in Tracht” etwas nach.
12. September 2007 um 09:48
Bayern hat die geringste Zahl von Alkoholtoten in Deutschland. Vielleicht liegt diese für mich zunächst überraschende Tatsache ja an der optischen Wahrnehmung: Maßkrüge sind einfach besser zu sehen als kleine Flachmänner!
12. September 2007 um 09:51
Piwo-Flatrate für alle!
12. September 2007 um 10:07
»Piwo« bedeutet Bier, oder, Herr Moellus? Auf dänisch übrigens Öl, wie ich den Aufstellern vor einigen Rostocker Kneipen entnehmen konnte, die sich wohl auf den skandinavischen Tagestourismus spezialisiert haben!
12. September 2007 um 10:26
Wie kann denn jemand am häufigsten am Suff sterben? Bisher dachte ich immer: einmal sterben, immer tot. Aber anscheinend hängen die Mecklenburger auch dem Wiedergeburtsglauben an. Oder die Statistiker. Übrigens: Es war nicht zufällig ein Münchner Institut?
12. September 2007 um 10:41
»Manche Menschen würden eher sterben als nachdenken«, würde Bertrand Russell sagen, Herr Greh. Aber der ist gerade nicht da. Die Statistik stammt übrigens tatsächlich vom Sozialforschungsinstitut Bürgerbräukeller zu München.
12. September 2007 um 10:51
“Viele trinken aus Verzweiflung”, wusste die OZ von gestern zu berichten, aus wohlunterrichteten Kreisen vermutlich. Sehr überraschende Feststellung, wo ich doch eher immer nur aus Spaß trinke oder weil es gerade schmeckt oder weil gerade nichts anderes da ist. Die Verzweiflung stellt sich dann üblicherweise erst am Folgetag ein.
12. September 2007 um 10:52
Bin anwesend. Wie kannst du das Gegenteil behaupten? Du solltest nicht versuchen, vom eben herausgearbeiteten Bestechungsskandal abzulenken. Bertrand wäre stolz auf uns.
Oder fürchtetest du, dass ich in der Zwischenzeit am Suff zugrunde gegangen bin. Ich gehöre zwar nicht zur mecklenburgischen Alteingesessenschaft, aber das Umfeld könnte ja abfärben.
12. September 2007 um 10:57
Vielleicht meinen die Münchner Institutionellen mit Alkoholtoter einfach den mitunter unangenehmen nachtäglichen “jour sans”. Wobei dieser in süddeutschland nicht erträglicher sein dürfte.
12. September 2007 um 11:08
Nein, der Kater hängt nicht von der Landschaft ab, sondern vom Befüllstand. Kopfschmerzen gibt es auf der ganzen Welt, sie sind sozusagen ein globales Phänomen. Schön, dass die Menschen auch international so manches verbindet.
12. September 2007 um 13:37
»…Fast jeder zehnte Mann aus dem Land kommt durch Alkoholexzess zu Tode.« Sind damit nur dem Suffverfallte gemeint, oder auch die durch Versuffte Plattgefahrenden?
12. September 2007 um 13:39
@greh Mit »Umfeld« bin hoffentlich nicht ich gemeint. Aber wenn es das ist, was ich vermute, dann tut mir der Bub auf dem Bild jetzt schon leid. Prost.
12. September 2007 um 13:46
Zu A >> Nur die Aktivtrinker sind gemeint.
Zu B >> Der Junge hat das Bier nur gehalten.*
*Sein Vati hat ihm später eine Cola geholt – Ende gut, alles gut!
12. September 2007 um 14:16
Wie heute in der Bild gelesen, nicht nur die dicksten, uneitelsten, männlichsten (aus Ermangelung der Weiblichkeit) und saufunfestesten Deutschen sind die Mecklenburger, sondern auch die am wenigsten fischessenden, sprich traditionsunbewußtesten.
Oder war die Fischräucherei seit jeher nur gemeine Touristenverarsche. Dann bin ich wohl voll drauf reingefallen.
12. September 2007 um 15:05
Also mir ist jedenfalls von Anfang an aufgefallen, wie furchtbar wenig Fisch in Rostock angeboten wird! Klar gibt es das Borwin und zwei, drei weitere Fischtempel, doch anderswo in Seestädten futtert auch das breite Volk jeden zweiten Tag zumindest Butterscholle mit Fritten. Hier gibt es eher dreimal Schnitzel!
12. September 2007 um 21:18
@ Ekkard:
Bitte denke morgen um die Mittagszeit über folgende Essensmöglichkeiten nach:
a) gebratene Ostseeflunder mit Kartoffeln an Brokkoli mit Sesambutter
b) 250 g argentinisches Ripey Steak mit Knobibrot und Ofenkartoffel & Sourcreme
Bitte teile mir Deine Wahl mit.
PS: Dies sollte keine Einladung sein.
13. September 2007 um 07:44
Ich gebe es ja zu: Ich bin immer dabei, wenn die Kuh geteilt wird. Dass Du mich so unter Druck setzt, hätte ich von Dir aber nicht erwartet. Kann ich die Flunder mal sehen? Hätte sie vielleicht Ähnlichkeit mit einem Steak, wenn man sie panieren würde?
13. September 2007 um 11:03
So, bitteschön, vielleicht kann sie ja gegen die tote argentinische Kuh gewinnen: >> Flunder!
13. September 2007 um 11:07
Hmmmmmnnnnö!
13. September 2007 um 11:37
Um dem ganzen MV-Alkoholproblem einen positiven Abschluss zu geben, hier noch der Hinweis, dass es auch schlimmer ginge:
Wie Russland-aktuell (www.aktuell.ru) Mitte Juni berichtete haben nach Angaben des Vorsitzenden im Duma-Gesundheitsausschuss, Nikolai Gerassimenko, etwa 20 Mio. Menschen in Russland ein Alkoholproblem (bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 140 Mio.), 40.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen gepanschten Alkohols, bis zu 700.000 Personen erliegen jährlich Krankheiten, die auf den dauernden übermäßigen Gebrauch von Alkohol zurückzuführen ist…
Russland sei eines der Industrieländer mit der geringsten Lebenserwartung für Männer (59 Jahre). – Russische Frauen übrigens leben im Durchschnitt immerhin 72 Jahre.
13. September 2007 um 11:44
Dagegen sind die Mecklenburger ja fast Abstinenzler! Allerdings geht es hier genau wie bei den Mecklenburgern um die Opfer des Saufens, nicht um die Menge des Verbrauchs.
Merke: Signifikant mehr getrunken wird in MV im Durchschnitt nämlich nicht, allerdings trinkt eine kleinere, vor allem männliche Gruppe extrem viel, was die hohe Mortalität verursacht – wie bei den Russen gibt es viele Folgekrankheiten des Konsums; Krebs, Gefäßschäden, etc.
13. September 2007 um 15:53
In Russland gibt es Trinkhallen, da findet man Frauen nur am Verkauf. Und vor der Arbeit, nach der Arbeit, zu Haus und bei Freunden, es wird immer getrunken. Auf dass die Destillen nie still stehen. Nastrovje!
28. März 2008 um 08:58
[...] durften wir nicht schon alles vernehmen von Forschern und Empirikern: Die dicksten, trinkfreudigsten und modisch geschmacklosesten Deutschen leben demnach angeblich hier, im beliebtesten Urlaubsland [...]
29. Mai 2008 um 15:23
[...] Studie hängen 33,3 Prozent der Ostküstenbewohner an der Kippe: Schnapszahl! Kein Wunder, denn getrunken und gegessen wird ja laut Statistik auch mehr als überall sonst in Deutschland. Die Kausalkette [...]