Mein Amerika!

Amerikaner kenne ich! Als Jugendlicher fand ich ihr Land unschlagbar: Lächelnde Mädchen mit brauner Haut und dicke Hamburger mit roter Soße! Dazu Fernseher, groß wie andernorts Wandschränke und Autos im Format europäischer Einfamilienhäuser.
Wir: Nazis, Bier und Burgen
Was früher auch immer stimmte, war die Offenheit der Amerikaner. Es reichte eigentlich, auf dem Hinflug schriftlich zu bestätigen, kein Mitglied der NSDAP oder Kommunist zu sein. Vor Ort interessierte dann niemanden, wo Du herkommst, sondern eher, wie es Dir in »God´s Own Country« gefällt! Das mit den Nazis fand man rückblickend nicht so gut, aber das Bier und die Burgen in Deutschland – just great!
Die: Fahnen, Filme und Kartons
So lebte ich naiv dahin! Doch mit dem Erwachsenwerden wuchs der Zweifel: Ist es wirklich so toll, bei Arbeitsplatzverlust in einem Karton zu schlafen oder sich zur Army melden zu müssen? Auch die Amerikaner wirken verändert. Als ich zuletzt da war, erschien mir das Land irgendwie feindselig und seltsam gleichförmig. Man ist halt im Krieg! Fahnen, Fahnen, Fahnen und dazwischen Fast Food-Läden, Kirchen und Sexshops. Schön ist immer noch die glorreiche Popkultur – aber Hollywood und Hamburger genieße ich vorläufig lieber daheim, werte Gemeinde.

27. Oktober 2006 um 18:17
Ja, lieber Ekki, auch ich vermisse meinen Teddi aus den Kindertagen. Zwar gibt es auch jenseits der goldenen Jugend kuschelige SUPERTOYS in Überlebensgröße, aber keiner ist wie mein kleiner Brauni.
In unserem Alter müssen wir froh sein, wenigstens noch den Original Hamburger in der Nähe zu wissen, um sich in die guten alten Zeiten zurückzuträumen und verhangen in den Herbst zu schauen, wärend das Fett von den Fritten unbemerkt auf die Hose tropft.
Übrigens: Coole Garage, vielleicht ein wenig eng, wenn sich der Audi A 0,9 breit macht. Zum Grillen der Rostocker Pökelwurst dürfte es aber noch locker reichen.
27. Oktober 2006 um 18:50
Ach Ekki ich seh schon. Ich nehm Dich nächste Woche mal mit zum Burgeressen und dann wird das schon wieder.
29. Oktober 2006 um 09:46
Mein letzter und zugegebenermaßen auch erster Besuch in den Staaten liegt schon vier Jahre zurück. Ein sehr interessantes Land, wie ich finde. Die Leute heucheln dir zwar überall Freundlichkeit vor und das läßt komischer Weise keine miese Stimmung aufkommen. Rempelst du in Old Good Germany bei »minimalrewe« jemanden mit Deinem Korb an, dann erntest Du gleich ganz böse Blicke. In den Staaten heißt es nur käsig »I´m so sorry« und fertsch. Keiner ist irgendjemanden mehr böse. Auch wenn man demjenigen mit Anlauf in die Hacken geprescht ist.
Tja, die Mentalität der Amis ist schon recht merkwürdig. Mir wollte mal einer von denen einreden, das alle Amerikaner höchst tolerant wären. Sie können mit jedem zusammenleben. Ich bin der Meinung, sie sind ignorant.
Während wir in Germany einen kleinen Bogen um jeden Obdachlosen machen, steigt der Amerikaner kurzerhand über seine Obdachlosen einfach hinweg und dass nennt er dann toleranten Umgang!
Aber den Gedanken, auch in Deutschland um 2:36 Uhr nachts noch eine in der Bildzeitung versteckte FAZ und eine Coke Light mit Vanillegeschmack einkaufen zu können, ohne eine Tanke oder ähnliches ansteuern zu müßen, finde ich persönlich sehr entspannend.
29. Oktober 2006 um 13:58
Lieber Maddin, ich kann das nur bestätigen. Ich war zwar schon etwas öfter dort, aber jeweils nicht für einen längeren Zeitraum. Außerdem war ich nur im Osten (New York) und im Westen (San Francisco). Beide Städte sind ja nun auch nicht gerade repräsentativ für den Rest des Landes.
In NYC ist man sehr offen, hektisch aber entspannt, interessiert und zugleich gleichgültig. Kalifornien überhaupt ist auch eine Ausnahme. Dort achtet man aus bekennten Gründen besonders auf seinen Körper und lässt ihn nicht so sehr aus den Nähten platzen wie anderswo. Was ich aber in beiden Städten beobachtet habe ist, dass man sehr hilfsbereit und aufgeschlossen Fremden gegenüber ist, dass es ganz normal ist, als Mann in einem pinken Joggingdress mit ausladenden Bewegungen im Central Park Streching zu praktizieren oder als Banker im Armani-Anzug auf einer Parkbank mit einem Obdachlosen zu sitzen und über kommunale Probleme zu dedattieren. Man kann sogar – wie ich es tat – nachts allein durch die South-Bronx stapfen und sogar etwas Gegend genießen ohne Angst haben zu müssen, es passiere gleich etwas. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man gewisse Regeln befolgt: Kein Angstschweiß auf der Stirn, kein gehetzter Blick, keine volle Hose, lockerer Gang und immer eine “Bronx-Times” am Mann…
Anders als böse Zungen behaupten, kennen sich die Amis offenbar auch in der Weltpolitik aus. Als mich jemand in einer New Yorker Bar fragte, wo ich herkomme, antwortete ich: “from Rostock – Germany”. Er konnte die Stadt nicht so recht einordnen. Da sagteich etwas von “Lichtenhagen” und er wusste sofort, wo Rostock liegt.
Allen Ernstes: Es kann wirklich Spaß machen, früh um 7:00 a.m. in Harlem als einziger Weißer aufzuwachen, den Donut-Mann um die Ecke mit Handschlag zu begrüßen und bei ihm einen schönen heißen Kaffe nebst Schokomuffin zu holen, zur Brooklyn-Bridge zu fahren und die Sonne über Manhattan aufgehen zu sehen… ich liebe diese Stadt!
29. Oktober 2006 um 14:01
…früh – um 7 a.m. mit einem weißen Schimmel und zwei Zwillingen auf dem Weg in das benachbarte Nachbardorf… super!
1. November 2006 um 09:29
Wie wohl der Amerikaner zu seinem Namen gekommen ist? Im Grunde ganz heller, süßer Teig mit einem strahlendweißen Zuckerguss. Ob die GI´s beim Durchfahren besiegter Dörfer diese Teilchen den deutschen Kindern geschenkt haben? Oder ist Amerika in Mecklenburg die Heimat des kreisrunden Leckerschmeckers? Wer es weiß, bitte melden, ohne zu schnippsen!