Vom Mindestlohn

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Die Freiheit ist der Gleichheit Feind, so in etwa drückte es einmal ein berühmter Sozialphilosoph aus. Der Satz ist richtig, denn wer Gleichheit will, muss die Freiheit einzelner (Personen, Firmen, etc.) einschränken. So gesehen liegen die Franzosen mit ihrer Revolutionsparole völlig daneben.
Gleichheit gibt es nun auch für einen Teil der Post und zwar für den Bereich der Briefzustellung. Wie heute gemeldet wurde, konnte sich die Gewerkschaft Verdi nun doch mit ihrer Forderung nach einem Mindestlohn durchsetzten und feiert dieses fatale Ergebnis als großen Erfolg.
Vereinbart wird aller Voraussicht nach ein Stundenlohn von € 9,80 und € 9,00 für die Beschäftigten in West- bzw. Ostdeutschland. Die Frage nach möglichen Arbeitsplatzverlusten kommentiert ein CDU-Grande lässig mit »Jetzt wird der Post-Tarifvertrag zunächst für allgemein verbindlich erklärt, dann werden wir sehen, wie sich die Mitbewerber einstellen“. (Quelle: Die Welt)
Ob sie das können, bleibt eher abzuwarten. Zwar sind Stundenlöhne von € 3,50 auch keine Lösung und für ein Land wie das unsere geradezu unanständig, den Wettbewerb, der die Basis auch des sozialen Fortschritts ist, für eine Interessensgruppe abzuschaffen, kann aber auch nicht der richtige Weg sein. Das ist Sozialismus.
Außerdem wird mit dieser Größenordnung eine Benchmark gesetzt, die auch Begehrlichkeiten auch in anderen Berufsgruppen wecken dürfte.

30. November 2007 um 08:33
Ich denke man strebt die Klassengleichheit in Vollendung an – zumindestens für die unteren Massen Deutschlands. Der kleine Mann und seinesgleichen werden pauschalisiert in eine Lohntüte gekloppt, während die Manager- und Vorstandstypen auch weiterhin Ungleichheit propagandieren und Ihrem Heuschreckendasein nachgehen. Unten die gesichtslose Arbeiterklasse mit uneingeschränkten Mitgliederzuwachs aus der Mittelschicht. Dann die immer geringer werdende Mittelschicht. Und Oben die 3 bis 4% der Uperclass.
Und wir lassen das alles zu.
30. November 2007 um 09:39
@ gesichtslose Arbeiterklasse…
Die was?
30. November 2007 um 10:24
Mit gesichtsloser Arbeiterklasse meine ich die Masse an Menschen, die nach Wunschvorstellung der oberen Wenigen schaffen soll und möglichst dabei die Gusche zu halten hat. Wunschdenken eben.
30. November 2007 um 12:23
@Wunschvorstellung der oberen Wenigen
Jaaa, das ist die Polemik des Klassenkampfes!
30. November 2007 um 13:33
Eins stimmt doch selbst libertäre Neocons bedenklich: Wenn in den letzten Jahren trotz Wirtschaftswachstums der Einkommensanteil am gesamten BSP um zehn Prozent gefallen ist, gerät die Gesellschaft mittelfristig in Schieflage. Nix gegen die Entlastung von Unternehmen, aber wer will denn seine Dividende hinter Stacheldraht vernaschen müssen?
30. November 2007 um 15:05
Stimme zu. Ein Staat funktioniert nur wenn es Wachstum (Lohn, etc) für alle gibt.
Es bleibt aber immer noch die Fage nach dem Wettbewerb, den eine Interessensgruppe nun ausschalten will. Was übrigens sozial ungerecht ist.
30. November 2007 um 16:37
Wenn ich den Begriff “Wettbewerb” schon höre, könnte ich gerade mal eben wieder austreten gehen. Wettbewerb allein ist aus meiner Sicht flasch formuliert. Die Basis sollte ein fairer Wettbewerb sein, sonst ist es eigentlich kein rchtiger Wettbewerb.
Umgemünzt auf den (Renn-)Sport hieße das: Wenn Ich meinem Fahrer 3 Wochen lang nichts zu Essen gebe, um Geld zu sparen, damit er mit dem neuen McLaren ins Rennen gehen kann, könnte es sein, das er vor dem Ziel krepiert.
Ich höre schon wieder die Bayern, die da sagen, die im Osten sollen sich nicht so anstellen, wenn sie genauso hohe Löhne wie die Kollegen aus den alten Bundesländern wollen, könnte es sein, dass westdeutsche Investoren Ossiland einfach überspringen und gleich nach Polen gehen …. gute Reise, die Herren, es lebe der Wettbewerb!
30. November 2007 um 16:40
Um es einmal zu sagen, ich bin für einen Mindestlohn in allen Branchen. Was uns wettbewerbsfähig machen sollte ist nicht der “saugünstige, geizgeile” Preis, sondern die Qualität, Fachkompetenz und Zuverlässigkeit. Vieles davon haben wir bereits aufgrund dieser Preistreiberei eingebüßt, wenn ich mir die Mängellisten von BMW und MB mal anschaue.
30. November 2007 um 22:10
@….Um es einmal zu sagen, ich bin für einen Mindestlohn in allen Branchen.
ich bin jetzt schon zu blau, wenigstens mal ne meinung
1. Dezember 2007 um 00:38
Ich bin zu rot, daher kann ich hier auch nix Sinnvolles beisteuern.
1. Dezember 2007 um 15:54
Und ich zu blau. Da sind meine Kommentare alles andere als sinnvoll. Hicks.