MV: Deutschlands Florida?
Die regionalen Superlative häufen sich. Kein anderes Bundesland hat in der Altersgruppe 75plus einen so hohen Zuwachs, wie Mecklenburg-Vorpommern. Der berühmte »demografische Wandel« ist nirgendwo so deutlich zu spüren wie hier. 1990 noch das jüngste aller deutschen Länder, wird es 2020 das älteste sein.
Die Gründe dafür sieht das »Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels« in der starken Abwanderungsbewegung, niedrigen Geburtenraten und der nach der Wende um rund sieben Jahre gestiegenen Lebenserwartung. Ein Hoffnungsschimmer: Dem US-Staat Florida haben Senioren wirtschaftlichen Wohlstand gebracht!


7. April 2008 um 10:25
Alles klar. Dann werd ich mal auf Altenpfleger umschulen. Oder doch Friedhofsgärtner? Es sei denn, das man hier nur seinen Lebensabend verbringt und danach wieder in den Süden verschifft und verbuddelt wird.
7. April 2008 um 10:57
@ Dem US-Staat Florida haben Senioren wirtschaftlichen Wohlstand gebracht!
Verstehe, anstatt wie von mir neulich angeregt, die Plattenbauten abzureißen, könnte man in 20, 30 Jahre aus Lichtenhagen, Groß und Lütten Klein Wohnparks für Senioren machen. Bundesweit entsprechend vermarktet natürlich.
7. April 2008 um 12:47
Als ich vor einigen Jahren mal in Florida war, fand ich das Konzept vom Seniorenparadies insgesamt wenig überzeugend. Sauber geleckte, bewachte Wohnparks, in denen die Einheimischen für den Service zuständig sind. Da bewegt sich nichts mehr, außer der Bohnermaschine und dem Ambulanzwagen, auch wenn es dabei wirtschaftlich allen relativ gut geht.
7. April 2008 um 13:56
@ auch wenn es dabei wirtschaftlich allen relativ gut geht.
Eben! Westdeutsche Rentner mit ihren höheren Renten in der Platte ansiedeln, dass ist der Plan. Mit dieser Klientel wäre dann auch das /die Volkstheater, Museen, Traditionsschiff immer gut ausglastet.
Kaufkraft Herr Bäuerle, Kaufkraft. Síe müssen viel visionärer denken…
7. April 2008 um 15:20
Mal im Ernst, Herr Richter, da könnten Sie richtig liegen.
Nur, nur: die Platte, Herr Richter, die ist im Westen schwer vermittelbar. Selbst angesichts millionenschwer sanierter Plattenbauten mit verglasten Aufzügen und aufwendig angebauten Balkonen sitzt der Wessi lieber in seinem Fünfziger-Jahre-Häuschen. Das kann ich aus vielfachen Gesprächen mit Westbesuchern in Berlins Mahrzahn und Rostocks Nordosten so sagen. Das findet man fies!
7. April 2008 um 15:32
Ihr vergesst, dass wir (!) diese Alten sein werden (neben diversen Zuzüglern, die jetzt auch so um die 40 sein dürften). Also Umschulen ist Quatsch, mit Mitte 50 würde ich dann doch lieber in den Vorruhestand gehen. Und dann überlegt mal, wo ihr lieber wohnen möchtet. 50er-Jahre-Häuschen oder sanierte Platte? Also ich kenne niemanden in meiner Nähe, der das eine dem anderen vorziehen würde. Ich denke ja, dass dann eher Seniorenresidenzen mit Park und Ententeich im Landkreis Doberan und Nordvorpommern Konjunktur haben werden.
7. April 2008 um 15:38
Genau. Vermutlich läuft es dann eher auf Privatzahler und damit – aus dem Westen – sicher nicht auf Plattenklientel hinaus. Die anspruchsvollen Selbstzahler erwarten dann natürlich etwas Schönes und nichts »Plattes«. Auch ein geschminkter Betonpfeiler bleibt ein Betonpfeiler, oder?
7. April 2008 um 15:51
@ Das findet man fies!
Ich weiß, ich weiß….. Aber, mit dem entsprechenden Bewußtseinwandel ist das alles kein Problem. Egalität ist das Stichwort! Auf deren Basis den entsprechenden Wandel herbeizuführen, muß für jeden Politker links von der CDU eine Angelegenheit des Herzens sein! Gleichheit eben auch im Wohnen! Solch große Politker wie Ida Schillen, Kurt Beck oder Christian Ströbele wohnen selbstverständlich auch in der Platte.
8. April 2008 um 06:56
Also, wenn ich zu den Alten gehöre, möchte ich lieber in der Stadt wohnen, damit ich noch irgend etwas mitbekomme. Oder auf dem Lande, wo ich meine Ruhe habe. In einer Residenz wäre es mir jedenfalls zu gesellig. Andererseits: Hauptsache, ich liege nicht mit einer Hüftprothese in der Klinik.
8. April 2008 um 20:03
Ihr seid ja alle Optimisten – wenn wir alt sind haben wir doch eher nur die Wahl zwischen Brücke und Soylent Green. Mit letzterem könnte es dann doch noch mit dem Aufschwung für die jungen Mecklenburger klappen.
9. April 2008 um 06:53
»Soylent Green« und »Der Omega-Mann« gehörten zur ersten Welle der Endzeitfilme in den siebziger Jahren – beide mit dem just verstorbenen Waffennarren und Mosesdarsteller Charlton Heston in der Hauptrolle – die durch Mad Max 1-3 in den Achtzigern abgelöst wurden.
9. April 2008 um 09:44
Soylent Green – kann man damit auch kochen? Täte ich wohl gut daran, meinen Schrebergarten nicht abzustoßen, sondern als Altersvorsorge zu betrachten. Vielleicht kann man selbst gezogene Möhren und Kartoffeln ja auch bald steuerlich absetzen.
9. April 2008 um 10:28
Soylent Green – kann man damit auch kochen? – Du dann eher nicht, es sei denn, Du findest einen Weg Dich zu kochen…
10. April 2008 um 07:51
[...] als die Durchschnittsdeutschen. Arm, dick und hässlich sind wir also. Aber dafür selten! Zum neuesten MV-Rekord » Autor: Ekkard Bäuerle · Datum: 28. März [...]