Na also, geht doch!
Nach dem letzten Kurzbesuch in meiner Heimatstadt stand ich am Bahnhof und dachte, eigentlich ganz schön in Rostock, warum hier nicht eine Wohnung kaufen. Gar nicht mal besonders groß, sondern irgendetwas »Schönes«, so im Innenstadtbereich oder mit Blick auf die Warnow, dass sollte in der »Provinz« doch zu machen sein. Meine Freundin – mit etwas mehr Sinn für die Realitäten gesegnet als ich – meinte nur, ja mach doch mal.
Den gestrigen Abend recherchierte ich daher den hiesigen Immobilienmarkt und irgendwann stieß ich auf die Wohnungen die jetzt auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft entstehen. Diese Wohnungen werden im Internet unter dem Label Rostocker Hafencity vermarktet, was natürlich hochtrabender Scheiß ist, denn Hafen und City passt hier nun wirklich nicht. Aber egal, der große freie Blick aufs Wasser, das hat bzw. das wäre doch was!
Allerdings erstaunten mich die hier aufgerufenen Preisen schon ein wenig, wobei ernüchtern wohl das richtige Wort ist. Für eine 153 qm große Wohnung werden TEUR 530 fällig, ein Preisniveau, dass absolut (!) vergleichbar ist, mit der Hafencity in Hamburg. Ebenfalls vergleichbar mit Hamburger Pendant sind die Deckenhöhen, die – soviel war im Exposé erkennbar – an den sozialen Wohnungsbau der 70er Jahre erinnern. Geschätzte 2 Meter 10, würde ich sagen. Stellt sich die Frage, wer kauft sich so etwas, bzw. lässt sich hier ein Rückschluss auf die Kaufkraft der Rostocker ziehen?

3. April 2008 um 14:50
@ “…stellt sich die Frage, wer kauft sich so etwas”
Das kann ich Ihnen sagen! Die Polen. Die haben genug Paste beim unterwandern des hiesigen Umweltschutzes und vorbei an deutschen Steuern verdient. Für die ist Anklam, Züssow, Greifswald, Rostock “Westen”, gelobtes Land. Meine Frau und ich haben vor wenigen Tagen auch überlegt, allerdings in Stralsund, ein zwei Bürgerhäuser zu kaufen. Die Preise sind unterirdisch, der Leerstand enorm. Nur kann von uns niemand polnisch. Deutsche wohnen in den genannten Gegenden ja nicht mehr. Demographischer Wandel, Sie verstehen! Die Frauen sind ja alle bei Ihnen. Rostock ist sozusagen ein VorpOsten, Grenzgebiet, und deshalb auch nicht billig. Aber wenn Sie das Geld nicht liegen haben, finanzieren Sie doch einen Teil. Müssten wir wahrscheinlich auch, denn mit Mieteinnahmen ist in Stralsund wohl nicht zu rechen.
3. April 2008 um 14:57
Ich vermute, das die Preise sehr lange so hoch sein werden. Außerdem werden kaum Wohnungen verkauft werden. Rostocks Immobilienmarkt, besser die Preisgestaltung auf Rostocks Immobilienmarkt, ist nämlich ganz eigen. Sie ist mehr Anti als Zyklisch. Man schaue sich nur einmal die m² Mietpreise an. Selbst für die Karnickelbuchten in den Plattenbauten.
Ein lauschiges Plätzchen sind die noch Sumpfschlammwiesen am Kran jedoch – kürzlich konnte ich mich bei einem Spaziergang davon überzeugen.
3. April 2008 um 15:12
Ja, das mit den Mieten in der Platte ist mir auch schon aufgefallen. Ich glaube die sind aber nur deshalb so hoch, weil heute schon die Abrißkosten für die Jahre 2020-2050 verdient werden müssen.
@ Peter
Stralsund?
3. April 2008 um 15:37
Was ist denn hier los? Sucht ihr alle Abschreibungsobjekte, die euch (w)findige Immobilienfuzzis aufquatschen wollen? ist der Reichtum ausgerufen oder ist jemand Lottomillionär geworden?
Ja, ja – Mieten ist rausgeschmissenes Geld – Kaufen muss man. Dann aber mit Eigenkapital. Soviel muss man aber erst mal aufbringen, um im New York der Ostseeküste ein Fleckchen Eigen erwerben zu dürfen – soviel, dass man anderswo ganze Blöcke kaufen kann .. naja. Wer diesen Wahnsinn zu verantworten hat, kann man nur vermuten.
3. April 2008 um 15:56
@ “Stralsund?”
Stralsund. Genau! Die kreisfreie Hansestadt (noch) im Nordosten Deutschlands liegt direkt am Strelasund, einer Meerenge der Ostsee, und wird auf Grund ihrer Lage auch als “Tor zu Rügen” bezeichnet. Kennst Du doch!?
3. April 2008 um 16:13
Kaufen ist doch schierer Wahnsinn, unter dem Finanzdruck geht die feinste Ehe krachen, oder? Also, da würde ich doch lieber noch ein Kind machen, das bringt auf Dauer mehr Freude! Oder den Singles unter den Lesern empfehlen, eine der vielen Ex-Frauen mit Häuschen im Grünen zu erben, die bereits Hausbau und Scheidung hinter sich haben, das spart Nerven!
3. April 2008 um 17:06
Herr Richter,
bitte sonst auch hier noch einmal recherchieren. Sie erinnern sich bestimmt. War zwar auch nicht so ganz billig aber die Lage gefällt meiner Frau schon mal besser.
3. April 2008 um 17:12
Ja, ich erinnere mich. Gebaut wurde da aber noch nichts. Dort siehts momentan aus wie der sprichwörtliche Schlag ins Wasser.
4. April 2008 um 09:26
Der nächste bitte! Ja, ich nehm dann die beiden linken Eigentumswohnungen aus ihrer Schaufensterwerbung und 500 Gramm Hack. Danke, das ist alles. Ach so, vielleicht noch einen Stadtplan.
4. April 2008 um 09:32
Die hatte ich aber zuerst in meinem Einkaufswagen!
4. April 2008 um 10:21
Es ist leichter 10 Millionen Euro Kredit zu bekommen als 1 Million.
So ist es sicher auch einfacher überteuerte Wohnung mit Wasserblick zu verkaufen als eine mit einem realistischen Preis am Gehlsdorfer Ufer.