Nach dem letzten Kurzbesuch in meiner Heimatstadt stand ich am Bahnhof und dachte, eigentlich ganz schön in Rostock, warum hier nicht eine Wohnung kaufen. Gar nicht mal besonders groß, sondern irgendetwas »Schönes«, so im Innenstadtbereich oder mit Blick auf die Warnow, dass sollte in der »Provinz« doch zu machen sein. Meine Freundin – mit etwas mehr Sinn für die Realitäten gesegnet als ich – meinte nur, ja mach doch mal.

Den gestrigen Abend recherchierte ich daher den hiesigen Immobilienmarkt und irgendwann stieß ich auf die Wohnungen die jetzt auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft entstehen. Diese Wohnungen werden im Internet unter dem Label Rostocker Hafencity vermarktet, was natürlich hochtrabender Scheiß ist, denn Hafen und City passt hier nun wirklich nicht. Aber egal, der große freie Blick aufs Wasser, das hat bzw. das wäre doch was!

Allerdings erstaunten mich die hier aufgerufenen Preisen schon ein wenig, wobei ernüchtern wohl das richtige Wort ist. Für eine 153 qm große Wohnung werden TEUR 530 fällig, ein Preisniveau, dass absolut (!) vergleichbar ist, mit der Hafencity in Hamburg. Ebenfalls vergleichbar mit Hamburger Pendant sind die Deckenhöhen, die – soviel war im Exposé erkennbar – an den sozialen Wohnungsbau der 70er Jahre erinnern. Geschätzte 2 Meter 10, würde ich sagen. Stellt sich die Frage, wer kauft sich so etwas, bzw. lässt sich hier ein Rückschluss auf die Kaufkraft der Rostocker ziehen?