Nordpol+ macht Werbung
Jedes Jahr gehen die Clio-Awards von Miami aus an die weltbesten Werber. Die Deutschen sind fast immer groß im Geschäft – so auch in diesem Jahr. Neben den üblichen Verdächtigen von Ogilvy & Mather und Jung von Matt reüssierte auch die Agentur Nordpol+. Im Gegensatz zu den Old Schoolern kamen die Nordpolisten aber gar nicht zur Party nach Florida, sondern blieben schön daheim im deutschen Büro: Präsentationen schrubben für die kommenden Clios. Brav so!
Wer sich übrigens über das Paradoxon mittelmäßiger deutscher Fernsehwerbung und die zeitgleichen Erfolge kreativer Spots aus deutschen Landen im internationalen Wettbewerb wundert, der sei hiermit aufgeklärt: Es sind schlicht andere Spots, als jene aus dem Werbefernsehen, die hier siegen. Denn was Unternehmen und Konsumenten wirklich sehen wollen, hat oft nur wenig mit den Geistesblitzen auf Cannes-Rolle & Co. zu tun. Schade aber auch!
» Zum Siegerspot von Nordpol+
» Noch eine spaßige Werbeidee

27. Mai 2008 um 10:02
Sehr schöner Spot. Immer wieder gern gesehen. Leider ist er für das deutsche Fernsehen etwas zu lang (bezogen auf die Kosten). Es könnte auch sein das der eine oder andere RTL Zuschauer es nicht verstehen würde.
27. Mai 2008 um 10:17
Ja. Ich empfand es, ehrlich gesagt, als reichlich schwere Kost. Aber das muss ja auch mal sein. Immerhin gewinnt man so Preise, das schadet nichts.
27. Mai 2008 um 16:36
Ja, die Kunden – Alle doof, die meisten! Schön auch mal die Sprachfassung des Spots von damals zu sehen. ( http://www.blog-8.de/der-gipfel-der-kreativitat ) Obwohl, ich finde Ihn ohne Untertitel schöner. Was ist eigentlich RTL?
28. Mai 2008 um 07:04
Ja, hattest Du schon, ich weiß! Hat mittlerweile die Cannesrolle und den Clio gewonnen – öfter laufen tut er davon aber auch nicht. Krombachers Pfeifmusik am Glitzersee läuft ungefähr eine Miliarde mal pro Woche. Der Cliospot einmal nachts um halberte Viere auf Arte, oder nicht?
28. Mai 2008 um 11:31
Ach ja, da leidet er hin, der Kreative. Geschlagen mit der Banalität des Kunden bzw. der Konsumenten sehnt sich nach intellektueller Anerkennung. ARTE…schon klar.
@ Was ist RTL? Der Marktführer im deutschen TV, in dessen Programm die Produkte aller großen Markenartikler beworben werden und um deren Etats die Kreativen regelmäßig pitchen – und dies nur aus einem Grund: Weil sich mit dem Kreativ-Etat von »Arte« eben KEIN Geld verdienen lässt.
Anstatt damit zu zufrieden zu sein (warum eigentlich nicht auch stolz?), dem Kunden dabei zu helfen, seinen Markanteil zu sichern, bzw. auszubauen, jammert der Kreative über die Dummheit seiner Auftraggeber und deren Konsumenten.
Aber Jungs, ich helfe Euch. Hier gehts zu neuen Horizonten:
http://www.arte.tv/de/alles-ueber-ARTE/stellenangebote/537082.html
28. Mai 2008 um 12:13
Nicht doch, RTL schaue ich auch viel häufiger als ARTE. Werbung läuft bei den Artisten meines Erachtens gar nicht. Es ging mir nur um die Erhellung des Tatbestandes der Differenz zwischen dem, was man weltweit für tolle Werbung hält und jenem, das dann am Markt auch tatsächlich funktioniert!
28. Mai 2008 um 12:19
@ der markt-Führer Deutschlands
Ja, was sollen Sie da auch sagen Herr Richter, mitten im Mediamarkt.
Oder heissts schon RTLshop? Mal unter uns, wir haben doch alle Gute Zeiten und schlechte Zeiten, egal ob jetzt kreativ oder nicht. Sie brauchen sich hier gar nicht als Super Nanny des Trash TV aufzuspielen. Der Kampf einer gegen Hundert ist auch ohne Punkt 9 und Punkt 12 Ihrer Argumente ungleich. Der Kreative kann nur verlieren und kommt niemals raus aus den Schulden.
Meine Frau und ich jedenfalls schauen immer weniger fern und das, obwohl wir schon in unserer ersten gemeinsamen Wohnung einen Fernseher hatten. Handyscout TV oder Natascha Zuraw ist eben nicht alles was zählt. Im Gegenteil; ich bin ganz stolz darauf, nicht wie Oliver Geissen schon als Baby mit den Kinderärzten von St. Marien in Berührung gekommen zu sein. Nein, ich stehe mitten im Leben!
28. Mai 2008 um 12:47
@ als Super Nanny des Trash TV aufzuspielen.
Na na, man muß den Realitäten ins Konsumentenauge schauen, sonst hat man in dieser Branche nichts zu suchen.
Den Job bei ARTE wollt Ihr also nicht? Mhh…::-))
28. Mai 2008 um 12:59
Die Welt wäre ohne Werbung wesentlich schöner.
28. Mai 2008 um 13:11
Werbung gab es schon zu Zeiten Adams und Evas. Damals ging es meiner Erinnerung nach um einen Apfel mit der Imagebesetzung »Sündenfall«. Gute, hochgradig symbolische Kampagnenidee, die übrigens perfekt funktioniert hat.
28. Mai 2008 um 13:24
@ Die Welt wäre ohne Werbung wesentlich schöner.
Warum?
28. Mai 2008 um 13:28
Weil sich der Mensch dann auf das Wesentliche konzentrieren kann.
28. Mai 2008 um 16:56
@ Weil sich der Mensch dann auf das Wesentliche konzentrieren kann.
Ich hab mal gelernt, das Werbung ein Multiplikator für die Erschließung von Absatzmärkten ist, was im Erfolgsfall zu mehr Arbeitsplätzen = mehr Wohlstand führt.
28. Mai 2008 um 18:15
Um mal mit den Worten von Supershirt plakativ zu werden:
»Kauf weniger ein, denn hast du viel mehr Geld, denn brauchst du weniger arbeiten gehen und hast vielmehr Zeit für dich selbst.« Werben mag die Nachfrage ankurbeln (das ist beim Mädchen ebenso wie beim Schokoriegel), doch verzerrt es sie auch. Der Konsument ist öfter unzufrieden. Das Angebot bezieht sich nicht mehr so auf die Wünsche der Nachfragenden. Mehr Konsum fördert auch die Verschuldung. Arbeitsplätze auf Pump quasi.
Ich bin kein Wirtschaftsprof, aber subjektiv stört mich Werbung, egal ob es für die Zeugen Jehovas, für einen Abflussreiniger ist, den ich nicht brauch, oder für einen Politiker, der eh nach der Wahl macht, was ihm in den Kram passt.
29. Mai 2008 um 12:07
@ Mehr Konsum fördert auch die Verschuldung
ja klar, die werbung ist schuld!