Nur vom Feinsten?
366 Fehler, 5 Warnungen, 280(!) spacer.gifs, Verhältnis Inhalt vs. Quellcode = 1:10, Tabellenlayouts … das sind keine Attribute einer Webseite eines Hobby-”Webdesigners”. Nein, das ist das Ergebnis einer technischen Überprüfung der auf der CeBit frisch gekürten besten Webseite Deutschlands ( http://www.gaffel.de ).
Vom Inhalt und der Gestaltung einmal abgesehen – das ist schließlich auch Geschmackssache – gibt es hier einen Wettbewerb, der offenkundig nur um seiner selbst Willen existieren kann. Hier scheinen wieder einmal Förder- und damit Steuergelder für einen Award verschleudert zu werden, der die Wirklichkeit nicht einmal im Ansatz widerspiegelt. Nun mag der geneigte Leser einwenden: Hättest ja die Seite von Frisör Meier auch anmelden können. Da werde ich entgegnen: Ja, hätte ich, habe sie aber nicht für würdig befunden, denn das Web hat sich weiterentwickelt und Herr Müllers Seite ist nicht innovativ genug. Diese (Selbst)-Reflexion erwarte ich als Profi gleichsam vom Anmeldenden wie vom Juror. Nein – hier wird nicht Innovation gefördert, sondern eine Daseinsberechtigung für die Preisverleiher geschaffen. Und dies auf Kosten der Steuerzahler.
Die ganze Veranstaltung spiegelt den Zeitgeist der anspruchslosen Casting-Welt, in der wir leben, wider. Dass es ganz nebenbei mit der CeBit bergab geht, ist im übrigen auch hieran zu spüren.
P.S: Die Nicht-Nerds unter den Lesern bitte ich um Entschuldigung. Sie dürfen einfach nur zustimmen und machen damit nichts falsch.


12. März 2009 um 16:15
Mir stellen sich da folgende Fragen: 1. Vertragen Juroren Alkohol? 2. Und darf die Jury während der Berwertung der eingereichten Anmeldungen alkoholische Getränke konsumieren? 3. Wer durfte überhaupt bei der Jury mitmischen? 4. Warum bin ich so blöd und hab mich nicht angemeldet. Offensichtlich hätte ich reale Chancen gehabt. Fragen, Fragen, Fragen … Was sagen Sie dazu Kienzle?
12. März 2009 um 16:26
Ich kann dazu nur sagen: Ja, Sie hätten sich anmelden sollen! Sie wären sofort auf Platz eins gekommen – wenn Sie mit dem Vorsitzenden der Jury regelmäßig den Saunaclub besuchen würden.
)
Schlimm ist an der Sache nur, dass die Preisträger fortan damit werben (dürfen). Der nächste Kunde des Dienstleisters wird dann, als typischer Deutscher geblendet von der Urkunde und dem Pokal unterschreiben und später feststellen, dass die Profis woanders sitzen. Nur dann ist das Budget ausgereizt. Macht ja nix, nächstes Jahr gibt’s wieder eins
12. März 2009 um 16:31
Ob der “geblendete typische Deutsche” wirklich in der Lage ist Schein von Sein zu unterscheiden, wage ich allerdings bezweifeln. Weißt Du wie Dein Automotor von Innen aussieht? Hauptsache er läuft, auch wenn gleich sehr unrund. Ich wünschte die Blendung wandelte sich hin zur Erleuchtung. Und zwar bevor der Kater graut.
12. März 2009 um 23:57
dank noscript-Extension fällt dann auch sofort auf, dass man auf der Seite ohne Javascript verloren ist. Schöne neue Welt…
13. März 2009 um 09:56
Zur Ehrenrettung der Köllner Jungs muss man sagen, dass doch eine Menge Inhalt auf den Seiten zu finden ist, auch wenn es nach Baukastenprinzip riecht. Allerdings sollte man dies nicht auf der Technologiebörse CeBit auswerten, allerhöchstens in irgendwelchen PR-Foren.
Wenn man will, dass sich das Netz weiterentwickelt, dürfen zumindest solche Seiten nicht als Klassenprimus dargestellt werden.
13. März 2009 um 15:18
Da werden wieder Erinnerungen an MVs beste Website wach…
http://www.blog-8.de/mv%C2%B4s-beste-website