Deutschlands Beste Website 2009

366 Fehler, 5 Warnungen, 280(!) spacer.gifs, Verhältnis Inhalt vs. Quellcode = 1:10, Tabellenlayouts … das sind keine Attribute einer Webseite eines Hobby-”Webdesigners”. Nein, das ist das Ergebnis einer technischen Überprüfung der auf der CeBit frisch gekürten besten Webseite Deutschlands ( http://www.gaffel.de ).

Vom Inhalt und der Gestaltung einmal abgesehen – das ist schließlich auch Geschmackssache – gibt es hier einen Wettbewerb, der offenkundig nur um seiner selbst Willen existieren kann. Hier scheinen wieder einmal Förder- und damit Steuergelder für einen Award verschleudert zu werden, der die Wirklichkeit nicht einmal im Ansatz widerspiegelt. Nun mag der geneigte Leser einwenden: Hättest ja die Seite von Frisör Meier auch anmelden können. Da werde ich entgegnen: Ja, hätte ich, habe sie aber nicht für würdig befunden, denn das Web hat sich weiterentwickelt und Herr Müllers Seite ist nicht innovativ genug. Diese (Selbst)-Reflexion erwarte ich als Profi gleichsam vom Anmeldenden wie vom Juror. Nein – hier wird nicht Innovation gefördert, sondern eine Daseinsberechtigung für die Preisverleiher geschaffen. Und dies auf Kosten der Steuerzahler.

Die ganze Veranstaltung spiegelt den Zeitgeist der anspruchslosen Casting-Welt, in der wir leben, wider. Dass es ganz nebenbei mit der CeBit bergab geht, ist im übrigen auch hieran zu spüren.

Hintergrund

P.S: Die Nicht-Nerds unter den Lesern bitte ich um Entschuldigung. Sie dürfen einfach nur zustimmen und machen damit nichts falsch.