Klinsi: Nuserweg, wosernu?

Botnang bei Stuttgart, Jürgen Klinsmanns Heimatstadt.
photo credit: picpete
»Er war angestellt, die Mannschaft so zu trainieren, dass er Spiele gewinnt. Das ist eine Aufgabe, die nicht unmenschlich ist«, so rumpelte der sichtlich erleichterte Bayernmanager Hoeneß zum Abschied von Jürgen Klinsmann.
Der blonde Superschwabe verließ gestern gegen Mittag die Bayernzentrale in rasanter Fahrt am Steuer eines dicken SUVs: Vermutlich geht es heimwärts nach Huntington Beach bei Los Angeles, wo ihn Ex-Model Debbie Chin mit den beiden Kindern in einer Strandvilla erwartet.
Den amerikanischen Steuerzahlern fällt Klinsmann aber auch künftig nicht zur Last: Eine deftige Abfindung aus Bayern erwartet den gelernten Bäcker, der außerdem »Vice President« im Bereich »Business Development« der Sport-Consulting-Agentur SoccerSolutions ist. Sounds excellent, Jürgen!

28. April 2009 um 10:36
…. und: “Welcome, Jupp!” nicht zu vergessen.
Gute Sache für die Meisterschaft: Endlich wird’s mal ein anderer….
28. April 2009 um 10:43
Ja, der Jupp! Ein echter Klassiker – der Name ist doch herrlich, riecht direkt nach Ruhrgebietskickern, so nach dem Motto »Hörma, gieb mich die Pille«. Das Gegenprogramm zu Klinsmanns Buddhastrategien. Die Skulpturen beim FC waren übrigens gar nicht von ihm, sondern wurden von der Archtektin des Clubs aufgestellt. Klischees sind halt das beste am Fußball!
28. April 2009 um 12:12
Solange Rummenigge, Hoeneß, Beckenbauer und Breitner nach “Gutsherrenart” bestimmen wird das nichts. Zu den wichtigsten Eigenschaften einer Führungsperson gehört die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen. Das bedeutet sich Unterstützung holen und auch Verantwortung abgeben. Ich bin fest davon überzeugt das dieses mit den oben genannten Herren nicht möglich ist. Daher wird jeder Trainer/Spieler der nicht “kompatibel” ist beim FCB nicht alt.
28. April 2009 um 16:38
Oho, ein flammendes Plädoyer für den Superschwaben von Huntington! Ich glaube, Herr Klinsmann hatte im Sommer 2006 einfach das größte Schwein seines Lebens. Euphorische Fans, ein bis in die Haarspitzen motiviertes Team, unfassbaren Riesendusel und – sein persönlicher Beitrag – seine charismatische Persönlichkeit. Außerdem war er als »junger Mann« ein toller Fußballer, der mit Lothar Matthäus und Rudi Völler 1990 in Italien den Weltcup holte. Das war toll. Aber das wars eben auch. Reicht doch, oder?
28. April 2009 um 19:33
Herr Klinsmann werden ja Fähigkeiten der kurzfristigen Motivation nachgesagt. Leider der – kurzfristigen! – Motivation. Bei der WM hats halt auch nicht ganz bis zum Schluss gehalten – und ne Bundesligasaison ist lang – für den Schwaben leider seeeehr lang.
29. April 2009 um 07:56
Ja, das befürchte ich auch, der Herr Klinsmann ist mit den Mühen der Ebene – bei den FC-Bayern heißt das gen Vorstand und Medien buckeln, aber trotzdem immer gewinnen – nicht vertraut. Da braucht es mehr als hingelächeltes Motivationsmarketing.
29. April 2009 um 08:36
Aha. Und warum wurde Herr Maggath entlassen nachdem er zwei Jahre hintereinander den DFB-Pokal und die Meisterschafft geholt hatte? Warum haben die Schalker (Ha ha) Herrn Slomka entlassen nachdem er sie aus der Mittelmäßigkeit zum Vizemeister machte und in die internationalen Wettbewerbe?
Es sind die Ansprüche der Führungsetage die mit der Realität kollidieren. Die Arroganz und die masslose Selbstüberschätzung.
Wie Herr Klinsmann als Trainer ist weis ich nicht. Ich war nie bei einem training dabei. Und das Bild von ihm was ich aus der Presse kenne ist vielleicht konstuiert.
29. April 2009 um 08:43
Ich war auch nicht dabei, allerdings kann Herr Hoeneß hinter den Kulissen sicher durchaus ein guter Kollege sein. Empfehle dazu die spannende Doku »Die Profis«. Die Bayern sind ein Weltkonzern, da muss Geld verdient werden. In Barcelona und Manchester geht es sicher auch nicht netter zu. Wenn die Vitrine leer bleibt und die Champions League ausfällt, können solche Kaliber den Laden einfach zusperren.