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Gute Dinge dauern etwas länger in Rostock.

Ampelphasen zum Beispiel, die in der Hansestadt offenbar von Buddhisten geschaltet werden. Einkäufe zum Beispiel, weil jeder mit abgezählten Centstücken bezahlt und damit den Arbeitsplatz des Lehrlings gefährdet, der normaler Weise dreimal täglich wegen Kleingeldrollen zur Bank rennt. Bäckereibesuche, weil Leute sich ernsthaft in einem Fachgespräch über die neuen Vitalbrötchen informieren lassen. Dienstgespräche, weil sich jeder einbringen darf, um von seinen Hoffnungen und Verspannungen zu berichten. Bankbesuche, weil der Schalterbeamte noch schnell einen Fonds zur Altersvorsorge erläutern möchte, statt eine Überweisung auszustellen. Besuche am Burgerking-Drive In, weil sich der Fahrer vor mir die »Karte« erläutern lässt.

Ein Vorschlag zur Güte:

Cents, Vitalbrötchen und die Burgerking-Karte werden abgeschafft. Glaubt wirklich jemand, es hier mit unterschiedlichen Produkten zu tun zu haben? Herzliches Beileid! Der Bankbeamte wird an die Wallstreet befördert und die Ampelanlage schlicht an die von Berlin angedockt, Ende der Diskussion. Das andere ist ja wahrscheinlich alles nur Paranoia, doch das mit den Ampeln ist ein echter Brüller!

*O Zeiten! O Sitten!

>> Erster Ampelzyklus: Rostock sieht Rot!