O tempora! O mores!*

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Gute Dinge dauern etwas länger in Rostock.
Ampelphasen zum Beispiel, die in der Hansestadt offenbar von Buddhisten geschaltet werden. Einkäufe zum Beispiel, weil jeder mit abgezählten Centstücken bezahlt und damit den Arbeitsplatz des Lehrlings gefährdet, der normaler Weise dreimal täglich wegen Kleingeldrollen zur Bank rennt. Bäckereibesuche, weil Leute sich ernsthaft in einem Fachgespräch über die neuen Vitalbrötchen informieren lassen. Dienstgespräche, weil sich jeder einbringen darf, um von seinen Hoffnungen und Verspannungen zu berichten. Bankbesuche, weil der Schalterbeamte noch schnell einen Fonds zur Altersvorsorge erläutern möchte, statt eine Überweisung auszustellen. Besuche am Burgerking-Drive In, weil sich der Fahrer vor mir die »Karte« erläutern lässt.
Ein Vorschlag zur Güte:
Cents, Vitalbrötchen und die Burgerking-Karte werden abgeschafft. Glaubt wirklich jemand, es hier mit unterschiedlichen Produkten zu tun zu haben? Herzliches Beileid! Der Bankbeamte wird an die Wallstreet befördert und die Ampelanlage schlicht an die von Berlin angedockt, Ende der Diskussion. Das andere ist ja wahrscheinlich alles nur Paranoia, doch das mit den Ampeln ist ein echter Brüller!
*O Zeiten! O Sitten!

15. Oktober 2007 um 08:42
Oh, ein Cicero!
15. Oktober 2007 um 08:47
Mea Culpa, mea maxima Culpa!*
*Meine Schuld, meine größte Schuld!
15. Oktober 2007 um 08:56
Expressis verbis!
Würde es Sie milde stimmen, wenn ich am Mittwoch in der Bürgerschaftssitzung beantragen würde, die Londoner »Millennium Bridge« um die erforderlichen 105 Meter kürzen zu lassen und zwischen Ihrem Balkon und dem Heiligen Hof zu montieren?
15. Oktober 2007 um 09:07
Sie kennen offenbar meine Schwachstelle – ja, da lasse ich bitten! Bin auch im Gegenzug bereit, für Ihren Silberling einen einspurigen Straßenholm über das Dach der Deutschen Med legen zu lassen, der Sie in Ihrem Gefährt direkt auf die Bundesautobahn katapultiert. Der Antrag liegt bereits in der ehemaligen FDJ-Villa!
17. Oktober 2007 um 13:30
FDJ-Villa?!?! Hä? Unsere Pionierleiterin brauste stets mit einem Trabbi durch das Land. Übernachtet hat sie wohl auch darin (Kombi).
Villa ts ts ts..
17. Oktober 2007 um 13:36
Ach so, wie heisst denn das Haus in der Rosa-Luxemburg-Straße, in dem der Herr der Med residiert? Etwa anders?